Wirtschaft · Wolfsburg und Stuttgart

Volkswagen meldet 5,82 Milliarden Euro Verlust im dritten Quartal wegen Porsche-Abschreibung und China-Flaute

Der Nettoverlust von Volkswagen für Juli bis September beläuft sich auf 5,82 Milliarden Euro, belastet von einer 6,4 Milliarden Euro schweren Abschreibung auf Porsche und schwachen Verkäufen in China. Der Plan des Konzerns sieht bis zu 100.000 Stellenstreichungen vor.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von RTE.ie, NOS, Blick.ch und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Wolfsburg, Stuttgart · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. Juli 2026Umsatzerwartungen gesenkt, der Absatz dürfte bestenfalls stabil bleiben (SRF)
  2. Mitte September 2026Gewinnmargenprognose auf höchstens 1 Prozent gesenkt, nach zuvor 4,0 bis 5,5 Prozent (SRF)
  3. September 202650.000 weitere Stellenstreichungen angekündigt, zusätzlich zu 50.000 bereits zuvor angekündigten (NOS)
  4. Donnerstag, 29. Oktober 2026Nettoverlust von 5,82 Milliarden Euro im dritten Quartal veröffentlicht

Ein tieferer Verlust im dritten Quartal

Volkswagen hat für Juli bis September 2026 einen Nettoverlust von 5,82 Milliarden Euro ausgewiesen, wie der Konzern am Donnerstag, 29. Oktober, mitteilte. Im gleichen Quartal des Jahres 2025 hatte der Verlust 1,07 Milliarden Euro betragen. RTE und Le Soir beziffern das operative Minus auf rund 5,9 Milliarden Euro, und Le Soir errechnet für das Quartal eine operative Marge von minus 7,8 Prozent. Der Umsatz sank um 6,3 Prozent auf rund 75,3 Milliarden Euro – ein stärkerer Rückgang als von Analysten erwartet, so RTE. Das Unternehmen führt das Ergebnis vor allem auf Sondereffekte zurück, die Blick und Le Soir mit 7,8 Milliarden Euro beziffern, während RTE Finanzvorstand Arno Antlitz mit rund 8 Milliarden Euro zitiert.

Quartalsnettoverlust von Volkswagen, Q3 2025 gegenüber Q3 2026Mrd. EUR
Q3 2025
1.07 Mrd. EUR
Q3 2026
5.82 Mrd. EUR

Daten aus dem Artikeltext

Porsche-Abschreibung und China-Flaute

Der größte Einzelposten ist eine Abschreibung von 6,4 Milliarden Euro auf den Geschäfts- oder Firmenwert der Porsche-Tochter, die laut SRF gesenkte Erwartungen an die Zukunft der Luxusmarke widerspiegelt. Die Abschreibung ist nicht zahlungswirksam, belastet das operative Ergebnis aber dennoch schwer. Le Soir berichtet von weiteren 1 Milliarde Euro an Wertminderungen auf Vermögenswerte in China, einem Markt, in dem der Konzern harter Konkurrenz ausgesetzt ist. Die Auslieferungen in China fielen im dritten Quartal um 38,5 Prozent auf 405.800 Fahrzeuge. Die Konzernauslieferungen sanken im Quartal laut Blick und SRF um 14,3 Prozent auf 1,89 Millionen Fahrzeuge. Zu den weiteren Sondereffekten zählen laut Le Soir die Kosten für die Einstellung der Produktion des ID.4 in den Vereinigten Staaten, Restrukturierungskosten sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Werks Osnabrück, das für Rüstungsarbeit umgerüstet werden soll. Le Soir beziffert die Sondereffekte der ersten neun Monate insgesamt auf 8,7 Milliarden Euro.

Prognose gesenkt und Kostensenkungsplan

Mitte September senkte Volkswagen seine Prognose für die Gewinnmarge 2026 auf höchstens 1 Prozent, nach zuvor 4,0 bis 5,5 Prozent, wie SRF berichtet. Vor Sondereffekten lag die operative Umsatzrendite nach neun Monaten bei 3,8 Prozent. Antlitz sagte, der Konzern müsse schnell handeln.

„Das Neunmonatsergebnis macht eines klar: Wir können es uns nicht leisten, Zeit zu verlieren. Wir müssen schnell und entschlossen handeln“

Arno Antlitz

Antlitz sagte zudem, die Zahl sei langfristig zu niedrig.

„Das reicht langfristig nicht.“

Arno Antlitz

Der Konzern plant bis zu 100.000 Stellenstreichungen über seine Marken hinweg, darunter Audi und Porsche. NOS berichtet, im September seien 50.000 weitere Stellenstreichungen angekündigt worden, zusätzlich zu 50.000 bereits zuvor angekündigten. Le Soir zufolge will der Konzern insgesamt 31 Milliarden Euro einsparen.

Werke und Gewerkschaften

Laut RTE drohen nach dem Plan von Vorstandschef Oliver Blume bis zu vier Werke in Deutschland die Schließung – ein Vorschlag, der bei den Gewerkschaften auf heftigen Widerstand stößt und ab Anfang nächsten Jahres Streiks auslösen könnte. NOS berichtet, Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm erhielten keine neuen Modelle, sofern die Kosten dort nicht gesenkt werden könnten, und diese Werke könnten später vom Rüstungssektor genutzt werden. Blume hatte diese Anpassungen bereits vor den Quartalszahlen angekündigt. Der Verkauf von Osnabrück ist ein separater Schritt; Le Soir merkt an, das Werk solle für eine Rüstungsnutzung umgerüstet werden. Die Zahlen des dritten Quartals erhöhen den Druck auf eine Restrukturierung, zu der sich der Konzern mit seinen Gewerkschaften bereits verpflichtet hat.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen