Wirtschaft · Wolfsburg, Stuttgart und Hefei

Volkswagen verbucht 5,82 Milliarden Euro Verlust im dritten Quartal wegen Porsche-Abschreibung

Der Nettoverlust von Volkswagen für Juli bis September beläuft sich auf 5,82 Milliarden Euro, getrieben von 7,8 Milliarden Euro Sonderposten, überwiegend eine Wertminderung auf den Geschäftswert von Porsche. Die Verkäufe in China brachen deutlich ein, der Konzern will die Exporte aus China ausweiten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von der Standard, Spiegel Online, DIE WELT und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Wolfsburg, Stuttgart, Hefei · Deutschland, China
Wie es dazu kam
  1. Mitte September 2026Volkswagen senkt die Gewinnprognose für das Jahr und verweist auf Sonderbelastungen
  2. 28.10.Ralf Brandstätter kündigt an, bis 2030 mindestens 300.000 in China gefertigte Fahrzeuge pro Jahr zu exportieren
  3. 29.10.Die Quartalszahlen zeigen einen Nettoverlust von 5,82 Milliarden Euro und einen Umsatzrückgang um 6,3 Prozent

Verlust im dritten Quartal weitet sich aus

Volkswagen wies für Juli bis September einen Nettoverlust von 5,82 Milliarden Euro aus, nach einem Verlust von rund 1,07 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz sank im Quartal um 6,3 Prozent auf 75,3 Milliarden Euro. In den ersten neun Monaten erreichte der Umsatz 233,4 Milliarden Euro und lag damit leicht unter dem Vorjahr, während das operative Ergebnis von 5,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum 2025 auf 100 Millionen Euro schrumpfte. Konzernchef Oliver Blume hatte die Gewinnprognose des Konzerns bereits im September deutlich gesenkt. Finanzvorstand Arno Antlitz verknüpfte die Zahlen mit der Notwendigkeit schnellen Handelns.

„Das Neunmonatsergebnis zeigt deutlich: Wir dürfen keine Zeit verlieren und müssen schnell und entschlossen handeln.“

Arno Antlitz

Porsche-Abschreibung und schwächere Verkäufe

Die Sonderposten beliefen sich im Sommerquartal auf insgesamt 7,8 Milliarden Euro, der Großteil davon stammt aus einer Wertminderung auf den Geschäftswert des Porsche-Geschäfts. Die Abschreibung wird auf rund 6,4 Milliarden Euro beziffert, ist zahlungsunwirksam und belastet das operative Ergebnis weiterhin stark. Der Konzern verweist auf gesenkte Erwartungen für die künftige Entwicklung von Porsche. Porsche, einst ein Gewinntreiber des Konzerns, steckt seit geraumer Zeit in der Krise – getroffen von der China-Flaute, der US-Zollpolitik und Änderungen an der Elektrostrategie –, obwohl sich die jüngsten Zahlen stabilisiert hatten. Als weitere Belastungen nannte der Konzern einen schwachen chinesischen Markt, steigenden Preis- und Wettbewerbsdruck weltweit sowie einen höheren Anteil margenschwacher Elektroautos. Die Auslieferungen im dritten Quartal beliefen sich nach einer Zählung auf 1,89 Millionen Fahrzeuge und nach einer anderen auf 1,88 Millionen – fast 14,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Volkswagen: Nettoergebnis im dritten QuartalMilliarden Euro
Q3 2025
-1.07 Milliarden Euro
Q3 2026
-5.82 Milliarden Euro

Daten aus dem Artikeltext

China-Flaute und Wende zum Export

In China verkaufte Volkswagen im dritten Quartal knapp 406.000 Fahrzeuge, ein Rückgang um 38,5 Prozent. China-Chef Ralf Brandstätter, der auch dem Konzernvorstand angehört, sagte dem Handelsblatt, die Verbraucher sorgten sich um ihre Arbeitsplätze und hätten wenig Vertrauen in die Zukunft. Marktforscher beziffern die Verkäufe in dem Land für 2025 auf mehr als 24 Millionen Fahrzeuge und erwarten für 2026 weniger als 19 Millionen. Brandstätter sagte, Volkswagen rechne im kommenden Jahr nicht mit einer starken Erholung und wolle langfristig einen Marktanteil von 11 Prozent halten.

„Der Gesamtmarkt in China befindet sich im freien Fall.“

Ralf Brandstätter

Am Mittwoch, 28. Oktober, kündigte Brandstätter im Entwicklungszentrum Hefei in der Provinz Anhui an, Volkswagen wolle bis 2030 mindestens 300.000 in China gefertigte Fahrzeuge pro Jahr exportieren. Die Autos sollen in asiatische Länder gehen und erstmals auch nach Südamerika, vorerst aber nicht nach Europa. Exporte nach Kasachstan und Usbekistan haben bereits begonnen, Mexiko, Ägypten, Vietnam und Australien sollen folgen. Das 2023 eröffnete Zentrum in Hefei beschäftigt rund 3.000 chinesische Mitarbeiter und 200 Menschen aus dem Ausland. Brandstätter sagte zudem, die in China entwickelte Technologie werde zunehmend exportiert, aufbauend auf Elektronik, die mit XPeng entwickelt wurde, und einem Fahrerassistenzsystem, das mit Horizon Robotics entstand.

Arbeitsplätze und Profitabilität

Mit den Arbeitnehmervertretern laufen vor Jahresende Gespräche über eine weitere Runde von Stellenstreichungen, da Blume die Produktionskapazitäten weiter senken will. Grob gerechnet stehen konzernweit weitere 50.000 Stellen auf dem Spiel, zusätzlich zu 50.000 bereits vereinbarten Stellenstreichungen bis zum Ende des Jahrzehnts. Auf die Frage nach der Profitabilität sagte Brandstätter, kaum jemand im Markt verdiene noch Geld. Konkrete Renditeziele für China nannte er nicht.

„Kaum jemand verdient in diesem Markt noch Geld. Diese Entwicklung geht auch an uns nicht spurlos vorbei.“

Ralf Brandstätter

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen