Regierung · Brüssel und Luxemburg

Pfizergate: EU-Staatsanwälte: Von der Leyen hat noch keine persönliche Aussage gemacht

Die scheidende EPPO-Chefin Laura Codruța Kövesi sagt, manche Politiker hielten sich für über dem Gesetz, während die Kommission erklärt, sie habe umfassend mit den Ermittlern kooperiert.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Digi24, Mediafax.ro, ANSA.it und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Foto: © European Union, 2026, CC BY 4.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)

Die Ermittlungen zu den Impfstoffgesprächen

Ursula von der Leyen hat der Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO) im Rahmen ihrer Ermittlungen zum Kauf von Covid-19-Impfstoffen nach Angaben einer an dem Verfahren beteiligten Person noch keine persönliche Aussage gegeben; die Person sprach mit POLITICO unter der Bedingung der Anonymität. Die EPPO hatte das Verfahren 2024 von Belgien übernommen, wo die Untersuchung ursprünglich eingeleitet worden war. Die Ermittlungen betreffen mutmaßliche Unregelmäßigkeiten bei den Verhandlungen zwischen von der Leyen und Pfizer-Chef Albert Bourla – eine Affäre, die als Pfizergate bekannt ist. Laut Dokumenten, die POLITICO vorliegen, prüfen die Ermittler mögliche Eingriffe in öffentliche Ämter, die Vernichtung von Textnachrichten, Korruption und Interessenkonflikte. Auf die Frage, ob von der Leyen zu den betroffenen Amtsträgern zähle, wollte Kövesi sich zu einzelnen Ermittlungsverfahren nicht äußern.

Kövesis Warnung zum Ende ihrer Amtszeit

Laura Codruța Kövesi, deren siebenjährige Amtszeit Ende Oktober 2026 endet, sagte gegenüber POLITICO, sie habe sich wiederholt mit EU-Beamten befasst, die sich geweigert hätten, Vorladungen ihrer Behörde zu beantworten. Sie sagte, die Behörde stoße besonders dann auf Hindernisse, wenn die untersuchten Personen hochrangige Politiker oder wohlhabende Menschen mit Verbindungen zur politischen Klasse seien. Kövesi sprach zudem von Versuchen, die Institution durch Unterfinanzierung und bürokratische Hürden zu schwächen. Sie sagte, die Behörde habe Schwierigkeiten, ihre Zuständigkeit auszuüben, wenn wichtige Personen beteiligt seien.

„Manche Politiker glauben, sie stünden über dem Gesetz. Wenn man zu einer Aussage vorgeladen wird, muss man kommen.“

Laura Codruța Kövesi, Scheidende Europäische Generalstaatsanwältin bei

Finanzierung, Personal und Verzögerungen bei der Gesetzgebung

Kövesi sagte, die EPPO solle auf dem Papier über 230 europäische delegierte Staatsanwälte verfügen, ihr Budget finanziere aber nur 180. Die Mittel für ihre Sicherheitsdienste deckten nur ein Drittel der benötigten Kosten, sagte sie. Die polnische Vertretung benötige 24 delegierte Staatsanwälte, während nur 15 aktiv seien. In Griechenland habe sie den deutlichsten Versuch der Einschüchterung erlebt, und zwar im Zusammenhang mit der Verlängerung der Mandate delegierter Staatsanwälte. In Ungarn habe die Kommission die Hälfte des Budgets vorgeschlagen, das die EPPO nach eigener Einschätzung benötige. Sie verwies außerdem auf die Überprüfung der EPPO-Verordnung, die sie erstmals 2021 beantragt habe und die immer wieder verschoben worden sei.

Delegierte Staatsanwälte der EPPO: erforderlich und verfügbarStaatsanwälte
EPPO, auf dem Papier erforderlich
230 Staatsanwälte
EPPO, durch das Budget finanziert
180 Staatsanwälte
Polen, erforderlich
24 Staatsanwälte
Polen, aktiv
15 Staatsanwälte

Daten aus dem Artikeltext

Die Reaktion der Kommission

Die Europäische Kommission wies den Vorwurf zurück, sie habe nicht mit den Ermittlern kooperiert. Ihr Sprecher Thomas Regnier sagte gegenüber POLITICO, die Zusammenarbeit habe stets mit voller Unterstützung der Präsidentin stattgefunden.

„Die Kommission hat nachweislich umfassend mit der EPPO zusammengearbeitet, um Sachverhalte aufzuklären und Ereignisse zu bewerten.“

Thomas Regnier, Sprecher

Regnier fügte hinzu, von der Leyen beantworte weiterhin offene Fragen im Rahmen ihrer Pflichten und ihrer Verfügbarkeit als Kommissionspräsidentin. Die Position der Kommission steht in direktem Widerspruch zu Kövesis Darstellung von Amtsträgern, die Vorladungen ignoriert hätten. Kövesi selbst wollte nicht sagen, ob die Kommissionschefin zu diesen Amtsträgern gehörte.

Wie es weitergeht

Kövesi sagte, die größte Herausforderung für ihre Nachfolgerin oder ihren Nachfolger – den deutschen Staatsanwalt Andrés Ritter – werde sein, die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Behörde zu wahren. Sie habe alle Kandidaten für das Amt des Europäischen Generalstaatsanwalts angehört und sei von einem Kandidaten beunruhigt gewesen, der gesagt habe, sein Vorhaben sei die Normalisierung der EPPO. Sie kritisierte einen weiteren Kandidaten, der von gleicher Distanz zwischen der Staatsanwaltschaft und allen politischen Parteien gesprochen habe. Sie warnte, die 2017 gegründete und seit 2021 arbeitende Behörde habe die Aufgabe, Straftaten im Zusammenhang mit EU-Geldern aufzudecken.

„Ich bin besorgt, dass die EPPO leise zu Tode gebracht wird, weil sie ihre Arbeit macht.“

Laura Codruța Kövesi, Scheidende Europäische Generalstaatsanwältin bei

Ihre Amtszeit endet Ende Oktober 2026, und die Frage, wer die Behörde künftig leitet, wird entscheiden, ob die Institution ihre Unabhängigkeit behält.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Organisationen
Europäische Union
Brüssel · Belgien, Luxemburg

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen