Diplomatie · Trenčín und Warschau

Von der Leyen zieht sich bei V4-Gipfel von Pressekonferenz mit Nawrocki zurück (Bloomberg)

Quellen von Bloomberg zufolge hat die Kommissionspräsidentin ein Treffen mit Polens Präsident Karol Nawrocki nach dem Gipfel abgesagt – ein Schritt, den sie als Gefälligkeit für Ministerpräsident Donald Tusk im Streit um das Verfassungsgericht beschreiben.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Nasz Dziennik, Rzeczpospolita, wpolityce.pl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: © European Union, 2026, CC BY 4.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. Ende Oktober 2026Vom Sejm gewählte Richter betreten das Gebäude des Verfassungsgerichts, und die Richterin Anna Korwin-Piotrowska setzt dessen Präsidenten und Vizepräsidenten ab
  2. 4.11.Nawrocki trifft in der Slowakei ein und nimmt an einem Treffen der Vertreter der Zentralbanken der V4 teil
  3. 5.11.Die V4-Präsidenten halten in Trenčín eine Begrüßungszeremonie und eine gemeinsame Sitzung ab, geplant ist zudem ein Arbeitsfrühstück mit von der Leyen
  4. 5. November, nach dem GipfelLaut Bloomberg-Quellen zieht sich von der Leyen von der geplanten Pressekonferenz mit Nawrocki zurück

Gipfelagenda in Trenčín

Die Präsidenten Polens, der Slowakei, Tschechiens und Ungarns trafen sich am Donnerstag, 5. November, in Trenčín in der Slowakei zu einem Gipfel der Visegrád-Gruppe. Karol Nawrocki war am Mittwochnachmittag in der Slowakei eingetroffen und nahm noch am selben Tag an einem Treffen der Vertreter der Zentralbanken der Gruppe teil. Das Programm am Donnerstag begann mit einer Begrüßungszeremonie im Burghof, es folgten eine gemeinsame Sitzung und ein Arbeitsfrühstück mit Ursula von der Leyen; zum Abschluss war ein Besuch einer restaurierten Eisenbahnbrücke geplant.

Marcin Przydacz, Leiter des Internationalen Politikbüros des Präsidenten, nannte vor dem Treffen drei Themen: Sicherheit, Energie und die Zukunft der euroatlantischen Strukturen. Bei der Sicherheit ging es um die Bedrohung durch Russland, bei den Energiegesprächen sollte die Lage im Nahen Osten berücksichtigt werden. Auch die Erweiterung, einschließlich der Beitrittsambitionen der Ukraine und Moldaus, stand auf der Liste. Przydacz veröffentlichte zudem die Zusammensetzung der offiziellen polnischen Delegation: die Sejmmarschall-Stellvertreter Krzysztof Bosak und Marcin Horała, Mariusz Błaszczak, Vorsitzender des Parlamentsklubs von Recht und Gerechtigkeit, sowie Vizeaußenminister Artur Harazim.

Erweiterung und die EU-Agenda

Der slowakische Präsident Peter Pellegrini sagte nach dem Treffen am Donnerstag, die EU-Erweiterung sei das Hauptthema gewesen, und die Präsidenten betrachteten sie als eine der strategisch wichtigsten Investitionen in die Sicherheit und die künftige Entwicklung Europas. Przydacz argumentierte, Beitrittskandidaten müssten Reformen umsetzen und gute Beziehungen zu ihren Nachbarn aufbauen, und verwies auf Polen und die Ukraine als Beispiel. Er sagte:

„Es ist klar, dass von den Beitrittskandidaten die Umsetzung entsprechender Reformen verlangt werden muss.“

Marcin Przydacz, Leiter des Internationalen Politikbüros des Präsidenten

Er fügte hinzu, ein ukrainischer Beitritt hänge eher von Polen ab als umgekehrt, und Kyjiw sollte bestmögliche Beziehungen zu Warschau wollen, auch in der Geschichtspolitik. Zur Klimapolitik sagte Przydacz, der Ansatz der EU müsse kritisch bewertet werden, weil übermäßige Ideologie die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft schwächen könne.

Von der Leyen und die Pressekonferenz

Bloomberg berichtete unter Berufung auf Rzeczpospolita, von der Leyen habe ihre Teilnahme an einer Pressekonferenz nach dem Gipfel abgesagt, an der auch Nawrocki teilnehmen sollte. Ihre Quellen erklärten, sie habe zunächst erwogen, ihre Teilnahme am Gipfel ganz abzusagen, habe es sich dann aber anders überlegt, weil sie befürchtete, eine solche Entscheidung würde negative Aufmerksamkeit erregen. Stattdessen ließ sie das Treffen mit der Presse nach dem Gipfel ausfallen, was die Quellen als Gefälligkeit für Donald Tusk beschrieben: Sie wollte nicht, dass ihre Anwesenheit Nawrockis Position zum Verfassungsgericht Legitimität verleiht. Auf Fragen von Journalisten nach einem möglichen Treffen zwischen Nawrocki und von der Leyen warf Przydacz ihr einen selektiven Umgang mit der Rechtsstaatlichkeit vor und bestätigte nicht, ob der Präsident das Gericht bei ihr zur Sprache bringen würde. Zuvor hatte die Europäische Kommission die Regierung in dem Streit unterstützt und darauf hingewiesen, dass die Wahl der Verfassungsrichter in die Zuständigkeit des Sejm fällt. Der EU-Kommissar für Rechtsstaatlichkeit, Michael McGrath, sagte, das polnische Verfassungsgericht müsse in der Lage sein, im Rahmen der polnischen Verfassung und der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs zu arbeiten.

Der Streit um das Verfassungsgericht

Ende Oktober betraten vom Sejm gewählte Richter das Gebäude des Verfassungsgerichts. Die Richterin Anna Korwin-Piotrowska, die am längsten amtierende Richterin des Gerichts, kündigte an, sie setze dessen Präsidenten Bogdan Święczkowski und Vizepräsidenten Bartłomiej Sochański wegen Verstößen von Święczkowski ab. Vor dem Gebäude wurden Polizeieinheiten stationiert, offiziell um die Sicherheit der Richter zu gewährleisten; draußen gingen die Proteste weiter. Nawrocki kehrte von einer Reise in den Senegal zurück und begab sich noch in der Nacht zum Gericht. In den folgenden Tagen kritisierte er das Vorgehen dort und machte seine Haltung in einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats deutlich:

„Die Rechtsstaatlichkeit lässt sich nicht mit Methoden wiederherstellen, die selbst offenkundig gegen das Recht verstoßen.“

Karol Nawrocki, Präsident Polens

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