BerichtStreit um polnisches Verfassungsgericht

Regierung · Warschau

Polens Verfassungstribunal im Machtkampf: Richterin suspendiert Gerichtspräsidenten, Nawrocki bricht Senegal-Reise ab

Am Abend des 30. Oktober kam es vor dem Warschauer Verfassungstribunal zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei, nachdem eine Richterin den Präsidenten des Gerichts und dessen Stellvertreter für einen Monat suspendiert hatte.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von in.gr, Ειδήσεις, iefimerida.gr und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Warschau · Polen
Wie es dazu kam
  1. 2015Die PiS gewinnt die Wahlen und übernimmt die Macht
  2. Oktober 2023Die Koalition von Donald Tusk gewinnt die Wahlen und beendet die achtjährige Herrschaft der PiS
  3. 30.10.Eine Richterin suspendiert den Tribunalpräsidenten und dessen Stellvertreter; Proteste und Zusammenstöße vor dem Gericht in Warschau

Wurzeln des Streits im Jahr 2015

Der aktuelle Konflikt um das polnische Verfassungstribunal reicht bis ins Jahr 2015 zurück, als die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) die Wahlen gewann und die Macht übernahm. Kurz vor der Übergabe hatte das scheidende Parlament fünf Richter an das Tribunal gewählt. Die PiS focht dieses Verfahren an und berief fünf Richter eigener Wahl. Das Tribunal entschied später, dass die frühere Parlamentsmehrheit nur das Recht gehabt habe, drei der fünf Richter zu wählen, doch die neue Regierung hielt an ihren eigenen Ernennungen fest. Diese ungelöste Legitimitätsfrage prägt seither die Stellung des Gerichts.

Acht Jahre PiS-Reformen und der Konflikt mit Brüssel

Zwischen 2016 und 2023 setzte die PiS weitreichende Veränderungen im Justizsystem durch, die das Verfassungstribunal, die ordentlichen Gerichte, das Oberste Gericht und den Landesjustizrat betrafen. Die Regierung stellte die Reformen als notwendige Neuordnung dar. Die Europäische Kommission und andere europäische Institutionen argumentierten, die Änderungen schwächten die Unabhängigkeit der Justiz und gäben Politikern Einfluss auf die Gerichte. Der Streit führte zu Verfahren vor europäischen Gerichten, Sanktionen und eingefrorenen EU-Geldern; in Berichten ist von Milliarden Euro die Rede, die zurückgehalten wurden. Die PiS wahrte durchgehend eine kämpferische Haltung gegenüber Brüssel und deutete ihren Widerstand als Verteidigung der nationalen Souveränität.

Die Suspendierung und die Reaktion des Tribunals

Die Richterin Anna Korbiel-Piotrowska ordnete am Abend des 30. Oktober die einmonatige Suspendierung von Tribunalpräsident Bogdan Święczkowski und dessen Stellvertreter Bartłomiej Sochański an. Sie kündigte an, die Verwaltung des Gerichts selbst zu übernehmen. Święczkowski nannte den Schritt einen „Putsch“, und Sochański soll daran gehindert worden sein, das Gebäude zu betreten. Das Tribunal wies die Entscheidung zurück und erklärte auf seiner Website, Święczkowski bleibe Präsident und Sochański bleibe Vizepräsident. In einem Beitrag auf X schrieb das Gericht, jeder, der an diesen Handlungen teilnehme, begehe das Verbrechen eines versuchten Putsches. Berichten zufolge drängten zudem Richter, denen die Befassung mit Fällen verwehrt worden war, auf die Absetzung der Führung, und die Regierung sei gegen zwei hochrangige Richter vorgegangen, unter anderem mit Strafverfahren.

Politische Reaktionen und Proteste

Vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich Menschenmengen, während die Spannung wuchs, und einige Demonstranten sollen über den Zaun geklettert sein und Gegenstände auf Polizisten geworfen haben. Nawrocki brach eine geplante Reise in den Senegal ab und kehrte nach Polen zurück; er begab sich direkt zum Tribunal und warf Tusk vor, einen Putsch zu inszenieren. Jarosław Kaczyński, der Vorsitzende der PiS, schloss sich der Demonstration an und versuchte Berichten zufolge, sich gewaltsam Zutritt zum Gebäude zu verschaffen. Er beschuldigte Tusk, einen Putsch gegen das Gericht zu orchestrieren und Polen in einen Polizeistaat zu verwandeln. Tusk entgegnete, die Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit sei Pflicht der Regierung, und beschrieb dies als einen schwierigen und mitunter schmerzhaften Prozess nach Jahren der – wie er es nannte – Gesetzlosigkeit unter der PiS. Unterdessen trat Polens Botschafter in China, Jakub Kumoch, nach den Entwicklungen zurück.

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