Sicherheit · Genf und Antalya

UNHCR: Fast 90 Millionen Vertriebene leben in Ländern, die Klimarisiken ausgesetzt sind

Drei Viertel der gewaltsam Vertriebenen leben laut UNHCR in Ländern mit hoher oder extremer Klimaanfälligkeit – wenige Tage bevor die COP31 in der Türkei beginnt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von NEWS 24/7, SWI swissinfo.ch, Mediafax.ro und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Genf, Antalya · Schweiz, Türkei

Drei Viertel der Vertriebenen leben in klimagefährdeten Ländern

Das UN-Flüchtlingshilfswerk hat am Freitag, 6. November, einen Bericht veröffentlicht, in dem es warnt, dass fast 90 Millionen Flüchtlinge und andere gewaltsam Vertriebene schweren Klimarisiken ausgesetzt sind. Etwa drei Viertel von ihnen leben in Ländern, die als stark oder extrem anfällig für den Klimawandel eingestuft sind, wo bereits lang anhaltende Dürren, tödliche Überschwemmungen und extreme Hitze auftreten. Das Dokument wurde wenige Tage vor Beginn der Klimakonferenz COP31 in Antalya in der Türkei veröffentlicht. Menschen, die vor Konflikt, Gewalt und Verfolgung geflohen sind, finden sich nun an Orten wieder, die bereits mit diesen Wetterextremen zu kämpfen haben. Anton Leis Garcia, stellvertretender Hochkommissar für Operationen der Organisation, beschrieb das Problem in drastischen Worten.

„Zur Flucht vor Konflikten gezwungen, die sie nicht verursacht haben, stehen sie nun an vorderster Front einer Klimakrise, zu der sie am wenigsten beigetragen haben.“

Anton Leis Garcia

Rückkehr in klimagefährdete Länder

Mehr als zwei Drittel der Flüchtlinge, die im ersten Halbjahr 2026 in ihre Heimat zurückkehrten, kehrten in Länder zurück, die für Klimagefahren stark anfällig sind. Das erhöht das Risiko, dass einige erneut fliehen müssen. Syrien ist das deutlichste Beispiel. Fast vier Millionen Vertriebene sind zuletzt dorthin zurückgekehrt, doch sinkende Grundwasserspiegel und Klimaschocks gefährden ihren Wiederaufbau. Überschwemmungen entlang des Euphrat im Mai beschädigten Häuser und vertrieben Tausende Menschen erneut. Der Bericht beschreibt zudem eine Sudanesin, die im Juni 2023 vor den Kämpfen in al-Faschir in das Lager Farchana im Osten des Tschad floh, wo mitunter eine ganze Woche ohne Zugang zu Trinkwasser vergeht. Während die nahe gelegenen Flussbetten austrocknen, laufen die Bewohner immer weitere Wege, um Wasser zu holen.

Hitze, Überschwemmungen und die Finanzierungslücke

Mit Blick auf die Zukunft verweist das UNHCR auf Schätzungen, wonach bis 2050 ein Drittel der Flüchtlingssiedlungen in Subsahara-Afrika mindestens 100 Tage gefährlicher Hitze pro Jahr ausgesetzt sein könnte. Dem Bericht zufolge könnte die gefährliche Hitze in Helaweyn in Äthiopien mehr als 200 Tage im Jahr anhalten. Wetterkatastrophen haben im vergangenen Jahrzehnt mehr als 255 Millionen interne Vertreibungen verursacht, rund 70.000 pro Tag. Überschwemmungen im Zusammenhang mit El Niño könnten bis Ende des Jahres zu weiteren drei Millionen Vertriebenen in Ostafrika führen. Dennoch erhalten die am stärksten gefährdeten Länder nur rund 10 % der globalen Klimafinanzierung, obwohl viele von ihnen Flüchtlinge aufnehmen.

Was das UNHCR von der COP31 erwartet

Die Organisation arbeitet mit Regierungen, Entwicklungspartnern und dem Privatsektor zusammen, um Flüchtlinge und die sie aufnehmenden Gemeinden zu unterstützen. Flüchtlinge und Aufnahmegemeinschaften treiben bereits Innovationen voran, etwa durch den Einsatz erneuerbarer Energien zur Bewältigung klimatischer Herausforderungen. Garcia sagte, der Klimawandel sei für Millionen Menschen längst keine ferne Bedrohung mehr.

„Für Millionen Menschen ist der Klimawandel keine ferne Bedrohung. Er zerstört Unterkünfte, untergräbt Lebensgrundlagen und gefährdet ihre Hoffnung, ihr Leben wieder aufzubauen.“

Anton Leis Garcia

Bei der COP31 hofft das UNHCR, dass die Staaten Flüchtlinge und Vertriebene in ihre nationalen Pläne, Finanzierungspläne und Investitionen einbeziehen.

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