Regierung · Brüssel
Justizministerin Verlinden weist Vorwürfe zu i-Police-Kontakten mit der Staatsanwaltschaft zurück
Belgiens Justizministerin Annelies Verlinden hat am 4. November 2026 vor Abgeordneten erklärt, sie habe im gescheiterten i-Police-Projekt nichts zu verbergen – während ihre Sprecherin unter dem Verdacht steht, das Berufsgeheimnis verletzt zu haben.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von De Standaard, La Libre.be, Le Soir und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Annelies Verlinden erklärte am 4. November 2026 im Justizausschuss der Abgeordnetenkammer, es habe nur einen Kontakt zwischen ihrer Sprecherin und der Sprecherin der Brüsseler Staatsanwaltschaft gegeben, am 4. Februar, um einen falschen Bericht von De Standaard zu überprüfen.
Beide Sprecherinnen wurden unter den Verdacht gestellt, das Berufsgeheimnis verletzt zu haben; die Brüsseler Staatsanwaltschaft prüft, ob vertrauliche i-Police-Informationen weitergegeben wurden.
Der Rechnungshof bezifferte die Kosten des i-Police-Projekts auf 139,4 Millionen Euro statt der ursprünglich genannten 75,8 Millionen Euro.
Der Vooruit-Abgeordnete Brent Meuleman und der N-VA-Abgeordnete Maaike De Vreese schlossen sich der Opposition an und stellten den Umgang mit dem Projekt sowie den Schaden für die politische Glaubwürdigkeit infrage.
La Libre berichtet, Verlinden habe im April 2019 als Anwältin für Sopra Steria gearbeitet, bevor sie Ministerin wurde, und zuvor bei DLA Piper, das die Beratungsfirma verteidigt.
- 4. FebruarVerlindens Sprecherin kontaktiert die Sprecherin der Brüsseler Staatsanwaltschaft nach einem falschen Bericht von De Standaard
- Ende Oktober 2026Beide Sprecherinnen werden unter den Verdacht gestellt, das Berufsgeheimnis verletzt zu haben
Eine Verteidigungsrede vor den Abgeordneten
Justizministerin Annelies Verlinden (CD&V) sah sich am 4. November 2026 im Justizausschuss der Abgeordnetenkammer einem Trommelfeuer von Fragen zum digitalen Polizeiprojekt i-Police gegenüber. Sie sagte den Abgeordneten, sie habe nichts zu verbergen, und sie halte an ihrem Amt fest. Le Soir berichtet, sie habe fast 25 Minuten gesprochen – ihr erster Auftritt vor Abgeordneten seit einer Reihe von Enthüllungen in den vergangenen zwei Wochen. Die Oppositionsparteien führten die Angriffe an, doch auch Kritiker innerhalb der Regierungsmehrheit bedrängten sie mit Fragen zum Umgang mit dem Projekt.
Nur ein Kontakt, sagt die Ministerin
Verlinden erklärte, ihre Sprecherin habe die Sprecherin der Brüsseler Staatsanwaltschaft nur einmal kontaktiert, am 4. Februar. Dem Anruf vorausgegangen war ein Instagram-Video von De Standaard, das fälschlich meldete, es sei ein Ermittlungsverfahren gegen die Ministerin eröffnet worden; die falsche Behauptung blieb etwa eine Stunde online. Die Sprecherin habe die Behauptung überprüfen wollen, bevor sie darauf reagiere.
„Das ist der einzige Kontakt, zu dem meine Sprecherin befragt worden ist.“
Nach Informationen von De Standaard selbst umfassten die Kontakte zwischen den beiden Sprecherinnen mehr als einen Austausch und gingen über i-Police hinaus.
Verdacht und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft
Ende Oktober 2026 wurde bekannt, dass beide Sprecherinnen unter den Verdacht gestellt wurden, das Berufsgeheimnis verletzt zu haben. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft prüft, ob die Sprecherin der Staatsanwaltschaft vertrauliche Informationen aus den i-Police-Ermittlungen an Verlindens Sprecherin weitergegeben hat. Verlinden räumte ein, dass ihre Sprecherin seine Amtskollegin bei der Staatsanwaltschaft kontaktiert habe, und sie stellte diesen Schritt als Versuch dar, einen Fehler zu überprüfen. Die Opposition argumentierte, der Vorgang gehe über einen einzelnen Telefonanruf hinaus; die folgende Zeitleiste führt die bislang berichteten Daten auf.
Kritik von Opposition und Mehrheit
Der Groen-Abgeordnete Matti Vandemaele ging die Ministerin in der Sitzung direkt an.
„Glauben Sie, wir sind dumm?“
Kosten und der Rechnungshof
Der Rechnungshof bezifferte die Kosten des Projekts mit 139,4 Millionen Euro statt der ursprünglich genannten 75,8 Millionen Euro. Die französische Beratungsfirma Sopra Steria erhielt 2021 die Projektsteuerung, und das Projekt wurde 2025 mangels zufriedenstellender Ergebnisse aufgegeben. Laut La Libre beendete Innenminister Bernard Quintin (MR) den Vertrag mit Sopra Steria Ende 2025 einseitig. Verlinden argumentierte, die ausgegebenen Summen seien nicht vollständig verloren, und verwies auf ein vom belgischen Staat angestrengtes Schadensersatzverfahren sowie auf weiterhin genutzte Werkzeuge wie die interne GPI-Plattform. Sie sagte den Abgeordneten, die Beträge dürften erst als endgültig verlorenes Steuergeld gelten, wenn das juristische Verfahren abgeschlossen sei.
- Ursprünglich angekündigt
- 75.8 Millionen Euro
- Angabe des Rechnungshofs
- 139.4 Millionen Euro
Daten aus dem Artikeltext
Ihre frühere Tätigkeit und das Schuldzuweisen
Medienberichte heben hervor, dass Verlinden im April 2019 als Anwältin für Sopra Steria arbeitete, bevor sie Ministerin wurde. Zuvor war sie zudem bei DLA Piper tätig, der Kanzlei, die Sopra Steria in dem Streit vertritt, und La Libre berichtet, ihr Ehepartner sei eine führende Figur derselben Kanzlei. Verlinden verwies auf ihren Vorgänger als Innenminister, Jan Jambon, und auf die früheren Vivaldi-Parteien PS, Anders und Ecolo-Groen, die sich ihrer Verantwortung entzögen und die Schuld bei ihr suchten. Zudem kritisierte sie die Presse für sensationsorientierte Kommunikation und forderte eine klare Trennung zwischen Fakten und Spekulation.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- De StandaardMinisterin Verlinden spielt umstrittene Kontakte zur Brüsseler Staatsanwaltschaft herunterMinister Verlinden minimaliseert omstreden contacten met Brussels parket · Original auf Niederländisch
- La Libre.beI-Police: Annelies Verlinden weist Interessenkonflikt-Vorwürfe zurück und greift die Pressearbeit anI-Police : Annelies Verlinden balaye les soupçons de conflits d'intérêts et attaque le travail de la presse · Original auf Französisch
- Le SoirI-Police: Verlinden, auf glühenden Kohlen, sieht sich als Opfer eines „Gesinnungsprozesses“I-Police : Verlinden, sur les charbons ardents, se pose en victime d'un " procès d'intention " · Original auf Französisch
- vrtnws.beMinisterin Verlinden wehrt sich in der Kammerdebatte über i-Police: „Ich sitze heute mit aufrechtem Rücken hier“Minister Verlinden bijt van zich af in Kamerdebat over i-Police: "Ik zit hier vandaag met rechte rug" | VRT NWS Nieuws · Original auf Niederländisch
- Annelies Verlinden
- Belgische Justizministerin (CD&V), früher Innenministerin, im Zentrum des i-Police-Streits
- Ridouane Chahid
- PS-Abgeordneter, der sagte, die Ministerin hätte sich über einen Anwalt an die Staatsanwaltschaft wenden müssen
- Katja Gabriëls
- Anders-Abgeordnete, die der Ministerin vorwarf, sich erneut als Opfer darzustellen
- Maaike De Vreese
- N-VA-Abgeordnete, die sagte, die Affäre schade der politischen Glaubwürdigkeit und der der Polizei
- Brent Meuleman
- Vooruit-Abgeordneter, der die Ausgaben als schlicht inakzeptabel bezeichnete
- Franky Demon
- CD&V-Abgeordneter, der die Ministerin verteidigte und persönliche Anschuldigungen gegen sie angriff
- Bernard Quintin
- Innenminister (MR), der den Vertrag mit Sopra Steria Ende 2025 beendete
- Jan Jambon
- Verlindens Vorgänger als Innenminister, den sie in der Debatte nannte
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