Entdeckungen · Bournemouth und Rom

Studie: Der eisenzeitliche Herrscher Verica, zentral für Roms Invasion Britanniens, war eine Frau

Miles Russell, Leiter der Forschung an der Bournemouth University, erklärt, die Herrscherin der Atrebaten sei eine Frau gewesen – dafür sprächen der Name, der lateinische Titel „rex“ und die Darstellungen auf den Münzen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von eldiario.es, The Telegraph, der Standard und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Bournemouth, Rom · Vereinigtes Königreich, Italien
Wie es dazu kam
  1. Um 40 n. Chr.Verica wird vertrieben und flieht nach Rom, wo Kaiser Claudius ihr Zuflucht gewährt
  2. 43 n. Chr.Römische Invasion Britanniens, die Cassius Dio mit Vericas Überredung des Claudius verbindet
  3. 60 n. Chr.Boudica führt einen Aufstand gegen die Römer an

Eine Herrscherin, die lange für einen Mann gehalten wurde

Archäologen der Bournemouth University unter der Leitung von Miles Russell vertreten die These, dass Verica, der eisenzeitliche Herrscher der Atrebaten, eine Frau war. Verica herrschte über ein Gebiet, das weite Teile des heutigen Hampshire und West Sussex umfasste, und spielte eine zentrale Rolle bei der römischen Invasion Britanniens im Jahr 43 n. Chr. Die Argumentation wird in dem Buch Caratacus: Great King of Britain aus dem Bloomsbury-Verlag sowie in der neuesten Ausgabe von Current Archaeology dargelegt. Um das Jahr 40 n. Chr. wurde Verica gestürzt und floh nach Rom, wo Kaiser Claudius ihr Zuflucht gewährte. Laut Russell beruht die Annahme, Verica sei männlich gewesen, auf dem patriarchalischen Weltbild klassischer Historiker des 19. Jahrhunderts.

„Verica war nicht nur entscheidend für die besondere Beziehung zwischen Britannien und Rom im frühen ersten Jahrhundert n. Chr., sondern zweifelsfrei weiblich.“

Miles Russell, Archäologe

Drei Hinweise in Name und Münzen

Der erste Hinweis ist der Name, der auf „a“ endet – ein Muster, das laut Russell bei Frauennamen der damaligen Zeit verbreitet war. Er verweist auf Cartimandua von den Briganten in Yorkshire und Boudica von den Iceni in Norfolk, die beide in derselben Epoche lebten. Boudica ist weitaus bekannter dafür, im Jahr 60 n. Chr. einen Aufstand gegen die Römer angeführt zu haben, doch Russell argumentiert, Verica sei tatsächlich die mächtigere und einflussreichere Herrscherin gewesen.

Ein zweiter Hinweis liegt in dem lateinischen Wort „rex“ auf den Münzen, das üblicherweise als Bezeichnung für einen männlichen König gelesen wird. Russell zufolge ist rex ein geschlechtsneutraler Titel, und er weist darauf hin, dass Rom sowohl männliche als auch weibliche Herrscher anerkannte – bekanntestes Beispiel ist Kleopatra von Ägypten.

„Die Verwendung des lateinischen Titels rex auf Münzen zeigt, dass Verica mit voller Autorisation des Kaisers herrschte.“

Miles Russell, Archäologe

Der dritte Hinweis ist das Bild auf den Münzen. Das Team um Russell erklärt, andere britische eisenzeitliche Anführer, die Münzen prägten, seien als eindeutig männliche Krieger dargestellt, während Verica als schlanke, feminine, barbusige Figur zu Pferd erscheine. Die Forscher werten diese Darstellung als Stärkung der These, dass es sich bei der Herrscherin um eine Frau handelte.

Die römische Invasion in neuem Licht

Die Studie verändert auch das Bild von Claudius. Römische Autoren zeichneten den Kaiser als schwach und wirkungslos, seine Entscheidungen angeblich von Frauen und Freigelassenen diktiert. Cassius Dio, ein römischer Historiker, schrieb die Invasion Britanniens dem Umstand zu, dass Verica Claudius zum Überschreiten des Kanals überredet habe. Russell argumentiert, die Geschichte eines Kaisers, der nur handelt, weil eine Frau ihn drängt, passe zum Bild des unterwürfigen und unter dem Pantoffel stehenden Claudius. Zudem vertritt er die Auffassung, Vericas Rolle bei der Britannien-Expedition sei deutlich zentraler gewesen, als die klassischen Berichte zulassen.

Schlüsseldaten in der Berichterstattung

Die folgende Zeitleiste führt die Daten auf, die die Berichterstattung um die Herrscherin herum nennt: den Sturz, die Invasion und den Aufstand der Boudica. Der Sturz erfolgte um das Jahr 40 n. Chr., als Verica vertrieben wurde und zu Claudius nach Rom floh. Die römische Invasion Britanniens folgte im Jahr 43 n. Chr. – ein Ereignis, das Cassius Dio mit Vericas Überredung des Kaisers verband. Der von Boudica von den Iceni angeführte Aufstand folgte im Jahr 60 n. Chr. und ist der Vergleichspunkt, den Russell für Vericas Rang heranzieht.

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