Sicherheit · Ankara und Mekka

Türkisches Parlament ratifiziert Verteidigungspakt von Mekka mit Saudi-Arabien und Pakistan

Das Parlament verabschiedete das 16 Artikel umfassende Abkommen am Donnerstag, 5. November, mit 279 zu 119 Stimmen, nachdem es am Vortag den ersten Artikel angenommen hatte. Jede Entsendung türkischer Truppen ins Ausland würde weiterhin eine gesonderte Abstimmung im Parlament erfordern.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von ANSA.it, Notícias ao Minuto, Deutsche Welle und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Ankara, Mekka · Türkei, Saudi-Arabien
Wie es dazu kam
  1. 7.08.Gemeinsames Verteidigungsabkommen von Mekka von der Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan unterzeichnet
  2. 20.10.Gesetzentwurf zur Ratifizierung ins türkische Parlament eingebracht
  3. 4.11.Parlament nimmt den ersten Artikel des Gesetzentwurfs an
  4. 5.11.Parlament verabschiedet den Gesetzentwurf mit 279 zu 119 Stimmen

Ratifizierung in Ankara

Das türkische Parlament hat das Gemeinsame Verteidigungsabkommen von Mekka ratifiziert, jenen Pakt, den die Türkei im August mit Saudi-Arabien und Pakistan unterzeichnet hatte. Die Abgeordneten nahmen am Mittwoch, 4. November, den ersten Artikel an und vertagten sich anschließend; die vollständige Vorlage wurde verabschiedet, als die Sitzung am Donnerstag, 5. November, wieder aufgenommen wurde. Das Ergebnis: 279 Ja-Stimmen und 119 Nein-Stimmen, 398 der 592 Abgeordneten nahmen an der Abstimmung teil.

Abstimmung im türkischen Parlament über den Gesetzentwurf zum Mekka-PaktStimmen
Dafür
279 Stimmen
Dagegen
119 Stimmen

Daten aus dem Artikeltext

Die regierende AKP und die nationalistische MHP unterstützten den Gesetzentwurf. Auch die CHP stimmte nach Angaben der Deutschen Welle zu, während die meisten Oppositionsparteien den Text nicht unterstützten. Die Yeni Parti, die DEM und die İYİ-Partei stimmten dagegen.

Wozu sich die Mitglieder verpflichten

Das Abkommen wurde in Mekka von Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman, Präsident Recep Tayyip Erdogan und Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif unterzeichnet. Seine Kernklausel behandelt einen bewaffneten Angriff auf eines der drei Länder als Angriff auf alle. Die Parteien müssen dem angegriffenen Staat dann Beistand leisten und dabei die gesamte Bandbreite der ihnen zur Verfügung stehenden gegenseitigen Hilfe einsetzen. Weitere Artikel betreffen den Austausch von Geheimdiensterkenntnissen, gemeinsame Abschreckung und eine vertiefte Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie. Die Klausel entspricht Artikel 5 des NATO-Vertrags. Da die Türkei beiden Bündnissen angehört, fragen Kritiker, ob sie in einen Interessenkonflikt geraten könnte – eine Sorge, die türkische Vertreter zurückweisen.

Jemen und die Truppenfrage

Türkische Vertreter bezeichnen das Bündnis als rein defensiv und erklärten, es würden keine türkischen Truppen entsandt, um im Jemen zu kämpfen oder die Huthis anzugreifen. Ankara hat erklärt, militärische Hilfe für Saudi-Arabien zu erwägen, doch jede Entsendung ins Ausland bräuchte eine gesonderte Abstimmung im Parlament. Riad befindet sich im benachbarten Jemen in einem aktiven Konflikt mit den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen und sieht sich weiterhin deren Angriffen ausgesetzt. Fuat Oktay, Vorsitzender des Außenausschusses des Parlaments, sagte, die Türkei werde nicht gegen ihren Willen in einen unkontrollierten Prozess hineingezogen. Die Staaten der Region bleiben besorgt über eine neue Eskalation im Krieg zwischen den USA und dem Iran, die auf die Nachbarländer übergreifen könnte. In früheren Runden der Kämpfe ging der Iran gegen mit den USA verbündete Golfstaaten vor, Saudi-Arabien eingeschlossen.

Einwände der Opposition und der Zeitplan

Oppositionsabgeordnete argumentierten, der Pakt könne die Türkei in regionale Kriege verwickeln und Soldaten in Gefahr bringen. Murat Emir, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der oppositionellen Yeni Parti, sagte:

„Sie haben dieses Abkommen vorgelegt, um türkische Soldaten in die Wüsten des Jemen zu schicken.“

Murat Emir, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender

Süreyya Öneş Derici, Abgeordnete der Yeni Parti für Muğla, wies darauf hin, dass Saudi-Arabien im Jemen bereits aktiv kämpft. Selçuk Türkoğlu von der İYİ-Partei, Abgeordneter für Bursa, kritisierte nach Angaben der Deutschen Welle die Lücke zwischen Unterzeichnung und Ratifizierung. Er nannte eine Ausschusssitzung in Istanbul am 31. August und eine zweite Sitzung in Riad am 5. Oktober und fragte, auf welcher Grundlage die Strukturen des Bündnisses ihre Arbeit aufgenommen hätten, bevor das Parlament entschieden habe.

Der Weg zur Anwendung

Der Gesetzentwurf wurde am 20. Oktober ins Parlament eingebracht, und der Außenausschuss billigte ihn Ende Oktober. Bereits Anfang Oktober hatten die Unterzeichner den Pakt für gültig erklärt, obwohl er noch nicht in Kraft war, weil die Türkei ihn nicht ratifiziert hatte. Das Abkommen tritt in Kraft, sobald jede Partei ihre innerstaatlichen Genehmigungsdokumente beim zuständigen Ausschuss einreicht. Für die Entsendung von Truppen ins Ausland ist eine weitere Abstimmung im türkischen Parlament erforderlich.

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