
Trump schaltet in 'Rache-Modus' um, während Iran damit droht, US-Soldaten zu töten, und Netanyahu nach Washington reist
Grenzüberschreitende Angriffe halten an, während der US-Präsident eine Hinwendung zu militärischer Gewalt signalisiert, Teheran mit direkter Vergeltung droht und Israels Premierminister sich auf Gespräche im Weißen Haus vorbereitet.
Trumps Geduld schwindet
Fast fünf Monate nach Beginn eines Konflikts, den er in Wochen zu lösen gehofft hatte, verliert US-Präsident Donald Trump die Geduld mit dem Iran. Bei einem Treffen im Oval Office ließ er Verwaltungsquellen zufolge eine Schimpftirade voller Kraftausdrücke gegen die iranische Führung vom Stapel und nannte sie „Bastarde" und „verrückt". Der Präsident hat nach Angaben von Beratern den sogenannten „Rache-Modus" eingeschaltet und ist zunehmend davon überzeugt, dass nur militärische Gewalt Teheran an den Verhandlungstisch bringen kann. Am 24. Juli sagte er Reportern, der Iran sei „noch nicht bereit, eine Einigung zu erzielen" und er habe noch nicht entschieden, ob er einen großangelegten Angriff starten werde. „Wir können weitermachen wie bisher, Stück für Stück zerstören. Oder wir können einen Deal machen: Wir reden, aber sie sind noch nicht bereit", sagte Trump.
Der Iran ist noch nicht bereit, eine Einigung zu erzielen. Ich habe es nicht eilig. Ich habe noch nicht entschieden, ob ich einen großangelegten Angriff starten werde. Wir können weitermachen wie bisher, Stück für Stück zerstören. Oder wir können einen Deal machen: Wir reden, aber sie sind noch nicht bereit.
Irans militärische Drohungen und Atomambitionen
Iranische Kommandeure reagierten mit direkten Drohungen. Ali Abdollahi, Chef des Khatam-al-Anbiya-Krisenstabs, warnte, dass für jeden getöteten iranischen Bürger ein US-Soldat „in die Hölle geschickt" werde. Er fügte hinzu: „Wir haben direkte Tickets zur Hölle für euch vorbereitet." Teheran drohte auch mit einem Angriff auf Tel Aviv. Die New York Times berichtete, dass die US-Geheimdienste einschätzen, Mojtaba Khamenei, der Sohn des Obersten Führers Ali Khamenei, sei eher bereit als sein Vater, eine Atomwaffe zu erwerben, was dem Konflikt eine nukleare Dimension verleiht.
Für den Tod jedes iranischen Bürgers wird ein US-Soldat in die Hölle geschickt. Wir haben direkte Tickets zur Hölle für euch vorbereitet.
Wirtschaftliche und politische Kosten
Der Krieg fordert im Inland seinen Tribut. Mindestens 18 US-Soldaten wurden getötet, vier davon in den letzten Tagen. Steigende Benzinpreise lassen Trumps Zustimmungswerte sinken, und seine Berater befürchten, dass der Konflikt die Chancen der Republikaner bei den Midterm-Wahlen im November gefährden könnte. Trump selbst scheint sich jedoch weniger um die Wahlfolgen zu sorgen als seine Berater und die Republikaner im Kongress. Bei einem Treffen im Weißen Haus zu den Treibstoffkosten drängte er auf Druck auf Ölkonzerne und Einzelhändler, die Preise zu senken, bevor die Wähler zu den Urnen gehen.
Diplomatisches Manöver und Netanyahus Besuch
Trotz der kämpferischen Rhetorik betont Trump, dass die diplomatischen Kanäle offen blieben. Er verteidigte auch China und Russland und sagte, Präsident Xi Jinping und Präsident Wladimir Putin hätten ihm persönlich versichert, dass sie den Iran nicht bewaffneten. „Wenn sie es täten, wären die Konsequenzen schwerwiegend, das wäre nicht in ihrem Interesse", sagte er und widersprach damit US-Geheimdienstberichten, die auf ein gewisses Maß an Unterstützung hindeuten. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu wird am Montag, dem 27. Juli, in Washington eintreffen. Sein Büro bestätigte, dass er sich am Dienstag mit Trump im Weißen Haus treffen und an der Beerdigung von Senator Lindsey Graham teilnehmen wird.
Vermögensbeschlagnahme und rechtlicher Widerstand
Trump kündigte an, dass Schäden an Schiffen durch iranische Angriffe aus iranischen Geldern kompensiert würden, die unter US-Kontrolle stehen. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi verurteilte den Plan und nannte ihn „die Veruntreuung von Vermögenswerten einer anderen Nation für künftige, nicht zusammenhängende Forderungen" und warnte, dass dies „einen explosiven Präzedenzfall" schaffe. Dieser Austausch verdeutlicht die finanziellen und rechtlichen Dimensionen eines Konflikts, der kein Ende zu nehmen scheint.
Die Veruntreuung von Vermögenswerten einer anderen Nation für künftige, nicht zusammenhängende Forderungen schafft einen explosiven Präzedenzfall.


