
Russland und Nordkorea eröffnen erste Straßenbrücke über den Tumen-Fluss zur Ausweitung der Verkehrsverbindungen
Der russische Premierminister Michail Mischustin und sein nordkoreanischer Amtskollege Pak Thae-song haben den einen Kilometer langen Grenzübergang eröffnet, der täglich bis zu 300 Fahrzeuge abfertigen kann.
Erste direkte Straßenverbindung
Russland und Nordkorea haben am Montag ihren ersten Straßengrenzübergang eröffnet und damit eine direkte Fahrzeugverbindung über den Tumen-Fluss entlang ihrer 20 Kilometer langen gemeinsamen Grenze geschaffen. Die Verbindung verbindet Nordkorea mit der Region Primorje im russischen Fernen Osten, deren Hauptstadt Wladiwostok ist. Der russische Premierminister Michail Mischustin und der nordkoreanische Premierminister Pak Thae-song leiteten die Eröffnungszeremonie per Videokonferenz. Russische Behörden erklärten, die Verbindung solle die Transportkosten senken, das Volumen des bilateralen Handels ausweiten und zuverlässigere Lieferketten zwischen Moskau und Pjöngjang schaffen. Vor der Eröffnung war der grenzüberschreitende Landverkehr zwischen den beiden Ländern auf den Schienenverkehr über die benachbarte Freundschaftseisenbahnbrücke aus dem Jahr 1959 beschränkt.
Kapazität und Grenzanlagen
Die neu errichtete Brücke überspannt etwa einen Kilometer über den Fluss mit zwei Fahrspuren und ist in ein Überführungssystem integriert, das sich auf fast fünf Kilometer Gesamtlänge erstreckt. Auf der russischen Seite der Grenze fertigten Bauarbeiter einen eigenen Fahrzeugkontrollpunkt in der Nähe der Siedlung Chasan fertig. Nach Angaben der russischen Regierung ist der Kontrollpunkt dafür ausgelegt, bei voller Auslastung bis zu 300 Fahrzeuge und mehr als 2.300 Personen täglich abzufertigen. Verkehrsplaner stellten fest, dass die bestehenden Schienen- und direkten Luftverbindungen zwischen Moskau und Pjöngjang nicht mehr ausreichten, um den wachsenden Frachtbedarf zwischen den beiden verbündeten Staaten zu decken.
- Die Freundschaftseisenbahnbrücke wird nach dem Koreakrieg über den Tumen-Fluss eröffnet.
- Wladimir Putin und Kim Jong Un vereinbaren während Gesprächen in Pjöngjang den Bau einer Straßenbrücke.
- Baubeginn der einen Kilometer langen Straßenüberquerung.
- Michail Mischustin und Pak Thae-song eröffnen die Straßenbrücke offiziell per Videoverbindung.
Bilaterale Diplomatie und Bauzeitplan
Der russische Präsident Wladimir Putin und der nordkoreanische Führer Kim Jong Un einigten sich während Putins Besuch in Pjöngjang im Jahr 2024, seinem ersten offiziellen Besuch in Nordkorea seit 25 Jahren, auf das Brückenprojekt. Dieser Gipfel führte zu einem bilateralen Vertrag, der eine gegenseitige Verteidigungsklausel für den Fall eines Angriffs auf eines der beiden Länder enthielt. Die Bauarbeiten an der Tumen-Fluss-Überquerung begannen im April 2025 und dauerten etwas mehr als zwei Jahre von der bilateralen Vereinbarung bis zur Fertigstellung. Die diplomatischen Kontakte wurden Mitte Juli fortgesetzt, als Putin den nordkoreanischen Außenminister Choe Son-hui in Moskau traf – das zweite Treffen innerhalb eines Jahres – und die russische Dankbarkeit für die nordkoreanische Militärhilfe zum Ausdruck brachte.
Militärische Beziehungen und zeremonielle Ehrung
Die Eröffnung der Infrastruktur erfolgt im Zuge einer engeren strategischen und militärischen Zusammenarbeit zwischen Moskau und Pjöngjang nach der russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2022. Nordkorea entsandte 2024 Truppen in die russische Region Kursk, um russische Streitkräfte bei einer ukrainischen grenzüberschreitenden Offensive zu unterstützen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass bis zu 50.000 nordkoreanische Soldaten in Russland eingesetzt werden könnten. Die Brücke wurde nach Jakow Nowitschenko benannt, einem sowjetischen Offizier der Roten Armee und nordkoreanischen Helden der Arbeit, der im März 1946 schwer verwundet wurde, nachdem er sich auf eine Granate geworfen hatte, um Kim Il Sung zu schützen. Das erste Fahrzeug, das die Brücke überquerte, war ein roter Saporoshez, gefahren von Nowitschenkos Enkel Nikolai Schtscherbizki. In seiner Rede bei der Zeremonie sprach Mischustin über die erwarteten wirtschaftlichen und technologischen Auswirkungen der neuen Route.
Ich bin überzeugt, dass der Ausbau der grenzüberschreitenden Verkehrsinfrastruktur einen starken Impuls für die weitere Entwicklung der Handels-, Wirtschafts-, Wissenschafts-, Technologie- und Kulturzusammenarbeit geben wird.


