Makroökonomie · New York, San Francisco und Frankfurt
Tech-Ausverkauf nach Wahlsieg der Demokraten vernichtet Billionen; Anthropic-Börsengang in Gefahr
Der Nasdaq 100 verlor am Donnerstag, 5. November, mehr als sechs Prozent, Nvidia fiel um über neun Prozent. Anleger zweifeln nun, dass Anthropic seine geplante Notierung im November wie erwartet platzieren kann.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Handelsblatt, 20 Minuten, Wirtschafts Woche und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Am Donnerstag, 5. November, gab der Nasdaq 100 alle Gewinne seit April ab, Nvidia verlor mehr als neun Prozent.
Die Demokraten gewannen am Dienstag, 3. November, die Zwischenwahlen, und Anleger preisen nun strengere KI-Regulierung und einen langsameren Ausbau der Rechenzentren ein.
Am Freitag, 6. November, fiel der Dax eine Viertelstunde nach Xetra-Eröffnung um 1,46 Prozent auf 25.940 Punkte, nach einem Rekordhoch von 26.692 Punkten am Donnerstag.
Vier mit der Sache vertraute Personen sagten Reuters, die Anleger wollten eine Bewertung unter den im Gespräch befindlichen 1,5 Billionen Dollar; als Notierungsfenster werden der 16. bis 20. November genannt.
- 3.11.Die Demokraten gewinnen die US-Zwischenwahlen
- 4.11.Tech-Aktien fallen nach der Wahl selektiv
- 5.11.Nasdaq 100 fällt um mehr als sechs Prozent
- 6.11.Dax fällt eine Viertelstunde nach Xetra-Eröffnung auf 25.940 Punkte
Tech-Ausverkauf an der Wall Street
Der Nasdaq 100 fiel am Donnerstag, 5. November, um mehr als sechs Prozent und löschte damit alle Gewinne aus, die er seit April erzielt hatte. Nvidia verlor mehr als neun Prozent. Die Schätzungen zum vernichteten Wert unterscheiden sich vor allem, weil sie unterschiedliche Größenordnungen erfassen: Eine Zahl beziffert den Verlust für den Tech-Index auf 2,3 Billionen Dollar, eine andere den Tagesverlust aller US-Aktien auf fast 3 Billionen Dollar. Es war der schärfste Tageseinbruch des Nasdaq seit dem Corona-Crash. Anleger hatten Amazon, Alphabet und Meta nach deren Quartalszahlen bereits abgestraft, und gehebelte Wetten auf KI- und Chipaktien wurden abgebaut.
Zwischenwahlen und KI-Regeln
Die Demokraten gewannen am Dienstag, 3. November, die US-Zwischenwahlen. Anleger rechnen nun mit strengeren Regeln für Technologie und künstliche Intelligenz sowie mit einer Verlangsamung des Rechenzentrumsbaus, nachdem Initiativen zur Einschränkung von Rechenzentren in mehreren US-Bundesstaaten erfolgreich waren. Yassamin Ansari, demokratische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus, schrieb auf X, oberste Priorität ihrer Partei müsse ein Verbot künstlicher Superintelligenz sein, und argumentierte, der rasante Ausbau der KI müsse zumindest vorübergehend gestoppt werden. Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer bei Raiffeisen Schweiz, sagte, seit Ende Juni hätten Halbleiteraktien, Südkoreas technologiegetriebener Markt und viele KI-Aktien zwischen 30 und 60 Prozent verloren. Er bezeichnete die KI-Blase als mindestens teilweise geplatzt.
„Wir sehen eine Korrektur an den Märkten.“
Europa und Asien folgen
Die Märkte in Europa und Asien folgten der Wall Street. Am Freitag, 6. November, fiel der Dax eine Viertelstunde nach Xetra-Eröffnung um 1,46 Prozent auf 25.940 Punkte, nachdem er am Donnerstag kurzzeitig ein Rekordhoch von 26.692 Punkten erreicht hatte, bevor der US-Ausverkauf ihn ins Minus drückte. Der MDax rutschte um 1,07 Prozent auf 30.560 Punkte, der EuroStoxx 50 verlor 1,2 Prozent. In Asien fielen der Nikkei 225 und der Kospi deutlich, während der CSI 300 1,4 Prozent und der Hang Seng 1,3 Prozent verloren. Jochen Stanzl von der Consorsbank sagte, die Vorsicht nehme zu, weil der Dax gerade erst ein ideales Umfeld eingepreist habe.
„Die Angst vor einem Stopp des KI-Ausbaus durch die Demokraten trübt die Stimmung.“
- Dax (Viertelstunde nach Xetra-Eröffnung)
- -1.46 %
- MDax
- -1.07 %
- EuroStoxx 50
- -1.2 %
- CSI 300
- -1.4 %
- Hang Seng
- -1.3 %
Daten aus dem Artikeltext
Anthropic-Notierung fraglich
Anthropic, das Unternehmen hinter dem KI-Modell Claude, soll im November an die Börse gehen, ein Zeitfenster wird zwischen dem 16. und 20. November berichtet. Vier mit dem Verfahren vertraute Personen sagten Reuters, die für die kommende Woche geplante Investoren-Tour sei fraglich, und die Anleger wollten eine Bewertung unter den 1,5 Billionen Dollar, die im Gespräch gewesen seien. Anthropic müsse möglicherweise einen größeren Abschlag gewähren, um Zusagen zu sichern, heißt es unter Verweis auf laufende Quartalsverluste und hohe finanzielle Verpflichtungen für den KI-Ausbau. Anthropic lehnte eine Stellungnahme ab. Anleger warten zudem auf Oktober-Umsatzzahlen, die das Unternehmen in seinem aktualisierten Prospekt offengelassen hat. Die Emission soll rund 100 Milliarden Dollar einbringen, eine offizielle Bewertung oder Preisspanne wurde bislang nicht veröffentlicht, dennoch werben mehrere Broker, darunter Trade Republic, bereits damit, dass deutsche Anleger zeichnen können. Ein Prognosemarkt, Kalshi, bezifferte die Chance auf eine Notierung im November vor den Zwischenwahlen auf nahezu 90 Prozent und danach auf unter 60 Prozent.
Ausblick
Geissbühler erwartet eine kurzfristige Erholung, weil der Markt überverkauft sei, sieht aber noch keine klassischen Anzeichen einer Kapitulation und rechnet mittelfristig mit einer Fortsetzung der Korrektur. Schweizer Aktien seien weniger exponiert, weil Technologie dort eine geringe Rolle spiele, und der SMI profitiere von der Umschichtung in Gesundheits- und Basiskonsumwerte.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- HandelsblattBörsengang: Zweifel an Bewertung - IPO von Anthropic könnte sich verzögern
- 20 MinutenBörsenbeben in den USA: Sind 3 Billionen Dollar an Wert durch die KI-Blase verloren?
- Wirtschafts WocheMSCI World & Co.: Warum der Tech-Abverkauf ETF-Depots trifft
- Spiegel OnlineGlobaler Tech-Ausverkauf setzt Börsenkurse unter Druck
- Yassamin Ansari
- Demokratische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus, die auf X ein Verbot künstlicher Superintelligenz forderte
- Orte
- New York City
- Organisationen
- Reuters
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