
Schweizer Telekommunikationsanbieter Sunrise plant Streichung von bis zu 450 Stellen im Rahmen einer operativen Neuausrichtung
Der Schweizer Telekommunikationsanbieter Sunrise prüft die Streichung von bis zu 450 Vollzeitstellen, was rund 16 % seiner Belegschaft entspricht, im Rahmen einer operativen Umstrukturierung, die für die Gewerkschaftskonsultation Ende 2026 geplant ist.
Operative Neuausrichtung und Stellenabbau
Der Schweizer Telekommunikationsbetreiber Sunrise gab am Montag bekannt, dass er eine operative Neuausrichtung prüft, die zur Streichung von bis zu 450 Vollzeitstellen führen könnte. Das Unternehmen, der zweitgrößte Telekommunikationsanbieter der Schweiz, beschäftigt rund 2.900 Vollzeitkräfte (laut einigen Quellen 2.850 Mitarbeiter). Der vorgeschlagene Abbau entspricht knapp 16 % der gesamten Belegschaft. Das Management erklärte, die Umstellung ziele darauf ab, Ressourcen auf Kundenerfahrung, Netzqualität und Servicezuverlässigkeit zu konzentrieren, gleichzeitig Innovationen zu beschleunigen und sich an veränderte Verbrauchergewohnheiten anzupassen. Neben dem Personalabbau beabsichtigt Sunrise eine systematische Überprüfung seiner Lieferantenverträge, um mittelfristig erhebliche strukturelle Kostensenkungen zu erzielen. Mitarbeiter in Filialen, Vertriebskanälen und Kundendienstabteilungen sollen weitgehend von den Entlassungen verschont bleiben, und Auszubildende sind vollständig ausgenommen.
- Februar 2026
- 147 Stellen
- Vorschlag September 2026
- 450 Stellen
Gewerkschaftskonsultationen und frühere Kürzungen
Das Unternehmen wird das gesetzliche Konsultationsverfahren mit Arbeitnehmervertretern und der Gewerkschaft Syndicom im vierten Quartal 2026 durchführen; die Gespräche sollen im Oktober beginnen. Sunrise erklärte, weitere Einzelheiten zum mehrjährigen Transformationsprogramm würden nach Abschluss dieser internen Evaluierung veröffentlicht. Die vorgeschlagenen Maßnahmen folgen auf eine frühere Umstrukturierungsrunde vom Februar 2026, bei der der Betreiber 147 Stellenstreichungen ankündigte, die im Sommer abgeschlossen wurden. Sollten die neuen Vorschläge vollständig umgesetzt werden, würde der gesamte Personalabbau des Unternehmens im Jahr 2026 bis zu 600 Stellen betragen. Im August teilte Finanzvorstand Jany Fruytier der Nachrichtenagentur AWP mit, dass die 147 zuvor im Jahr vorgenommenen Kürzungen die Personalkosten voraussichtlich um rund 5 % senken würden.
Sunrise erwägt eine tiefgreifende Neuausrichtung seines Betriebsmodells, um aufkommende Markt- und Technologieentwicklungen vorwegzunehmen und seine Umsetzungskapazität im operativen Geschäft sowie seine Marktposition nachhaltig zu stärken.
Unternehmenshintergrund und Marktbewertung
Sunrise wurde 1997 als erster kommerzieller Konkurrent des Telekommunikationszweigs des ehemaligen Staatsmonopols PTT gegründet, aus dem später Swisscom hervorging. Der Betreiber durchlief mehrere Eigentümerwechsel, die im November 2020 in der Fusion mit dem Kabelnetzbetreiber UPC gipfelten. Nach der Übernahme durch den multinationalen Konzern Liberty Global wurde das Unternehmen 2021 von der Börse genommen, bevor es im November 2024 wieder an die öffentliche Börse zurückkehrte. Sunrise hat seinen Sitz in Opfikon bei Glattbrugg im Kanton Zürich und erzielte 2025 einen Umsatz von 2,3 Milliarden Schweizer Franken. Nach der Umstrukturierungsankündigung am Montag stiegen die Sunrise-Aktien an der Schweizer Börse um 2 % und übertrafen damit den breiteren Markt, der um 1 % zulegte. Die Aktie hat seit Jahresbeginn 4 % an Wert verloren und liegt auf Jahressicht um 14 % im Minus.
- Sunrise nimmt den Betrieb als erster kommerzieller Konkurrent des staatlichen Betreibers PTT auf.
- Sunrise schließt die Fusion mit dem Kabelnetzbetreiber UPC ab.
- Liberty Global übernimmt Sunrise und nimmt das Unternehmen von der Börse.
- Sunrise kehrt an die öffentliche Börse zurück.
- Sunrise kündigt 147 Stellenstreichungen an, die im Sommer abgeschlossen werden.
- Sunrise kündigt Umstrukturierungspläne an, die bis zu 450 Stellenstreichungen vorsehen.
- Das gesetzliche Konsultationsverfahren mit der Gewerkschaft Syndicom beginnt im vierten Quartal.


