SRG streicht 202 Vollzeitstellen in Betrieb und Support, 285 bis 289 bis 2027
Der Bereich Betrieb, die grösste Division, verliert 173 Stellen; Kündigungen und Frühpensionierungen sind unvermeidlich, obwohl die natürliche Fluktuation etwa die Hälfte der Personalmassnahmen in diesen Bereichen abdeckt.
Der Bereich Betrieb trägt den grössten Teil der Kürzungen
Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG hat am Donnerstag, 15. Oktober 2026, die Personalreduktionen konkretisiert, die sie für 2027 plant. Rund 202 Vollzeitstellen fallen in den Bereichen Betrieb, Personal, Finanzen, Kommunikation, Public Affairs und Zentralstab weg, was das Unternehmen mit 41 Millionen Franken jährlicher Einsparungen beziffert. Die Angaben zu dieser Summe weichen leicht voneinander ab: SRF News nennt 41,4 Millionen Franken, 20 Minuten 41,7 Millionen. Der Bereich Betrieb, die grösste Division, bündelt Technik und Produktion für alle Sprachregionen und macht 173 dieser Stellen sowie 30,7 Millionen Franken pro Jahr aus. Die übrigen Bereiche bauen 29 Stellen ab und sparen 10,7 Millionen Franken. Konzernweit sollen bis Ende 2027 zwischen 285 und 289 Vollzeitstellen verschwinden.
- Betrieb
- 30.7 Millionen Franken
- Übrige Bereiche
- 10.7 Millionen Franken
Fluktuation, Kündigungen und die regionale Verteilung
Etwa die Hälfte der Personalmassnahmen in diesen Bereichen könne über natürliche Fluktuation und ordentliche Pensionierungen umgesetzt werden, teilte das Unternehmen mit. Von den 173 Stellen im Betrieb sind 79 bereits durch natürliche Personalveränderungen aufgefangen worden, sodass 94 abzubauen bleiben. Von diesen 94 entfallen 56 auf die Deutschschweiz, 27 auf die Westschweiz und 11 auf die italienischsprachige Schweiz. Die SRG erklärte, Kündigungen und Frühpensionierungen liessen sich nicht vermeiden; betroffene Mitarbeitende würden durch den Sozialplan des Unternehmens aufgefangen. Die Einsparungen sollen über eine neue Organisation erreicht werden, die Kompetenzen bündelt, Doppelspurigkeiten beseitigt und die Produktionsmethoden über alle Sprachregionen hinweg vereinheitlicht.
- Deutschschweiz
- 56 Stellen
- Westschweiz
- 27 Stellen
- Italienischsprachige Schweiz
- 11 Stellen
Programme und Senderechte
Die Programmseite der Kürzungen war Teil des früheren Pakets für die Regionaleinheiten, das im September angekündigt wurde. Bei SRF wird der lineare Sendeplatz am Mittwochabend für die Sendung Reporter nicht weitergeführt, und wöchentliche Radiosendungen werden weniger Erstausstrahlungen haben. Der SRG-weite Programmbereich spart weitere 7,4 Millionen Franken und baut 12 Vollzeitstellen ab. Ab der Saison 2027/2028 wird die SRG keine Spiele der UEFA Champions League mehr live übertragen. Die Massnahmen für 2027 seien nun vollständig festgelegt, erklärte das Unternehmen.
Das Sparziel und die früheren regionalen Kürzungen
Das Gesamtziel sind 80 Millionen Franken jährlicher Einsparungen bis 2027, und diese Massnahmen machen einen grossen Teil davon aus. Sie sind Teil des Projekts Enavant, mit dem die SRG bis 2029 rund 270 Millionen Franken sparen will, vor allem weil die Empfangsgebühr sinkt. Der Bund verpflichtet den Sender, diese Einsparungen bis 2029 zu erreichen. Mitte September 2026 kündigten die Regionaleinheiten ihre eigenen Kürzungen an: RTS spart 8,1 Millionen Franken durch 25 Vollzeitäquivalente, was 30 Stellen entspricht, bei maximal zwölf Kündigungen. SRF wollte 9,7 Millionen Franken sparen und 38 Vollzeitäquivalente abbauen, während RSI acht bis zwölf Stellen für 3,4 Millionen Franken streichen wollte. Die Massnahmen von RTR belaufen sich auf 100'000 Franken Einsparungen.
- Regionale Kürzungen angekündigt, darunter 38 Vollzeitstellen bei SRF und 25 Vollzeitäquivalente bei RTS
- Kürzungen in Betrieb und Support von 202 Vollzeitstellen konkretisiert
- Ziel von 80 Millionen Franken Einsparungen und 285 bis 289 wegfallenden Stellen
- Rund 270 Millionen Franken Einsparungen im Rahmen des Projekts Enavant angestrebt
Wie es weitergeht
Die SRG wird die verbleibenden Einsparungen für 2028 und 2029 Schritt für Schritt in ihren kommenden Finanzplanungsrunden festlegen. Bis dahin beziehen sich die veröffentlichten Zahlen nur auf die Massnahmen für 2027. Die 285 bis 289 Vollzeitstellen, die bis Ende 2027 wegfallen, sind die eigene Zählung des Unternehmens; die endgültige Zahl der Kündigungen wird davon abhängen, wie viele der verbleibenden Stellen über Fluktuation abgebaut werden.