Wahlen · Los Angeles

Berufungsgericht zweifelt an Antrag des Justizministeriums zu kalifornischen Briefwahlzetteln

Ein dreiköpfiges Bundesberufungsgericht hat am Sonntag, 25. Oktober, bezweifelt, ob das Justizministerium Kalifornien dazu zwingen kann, vor den Midterms am 3. November rund 20.000 Briefwahlzettel beiseitezulegen. Eine Entscheidung des Gremiums steht noch aus.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Al Jazeera Online, watson.ch/, The New York Times und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Los Angeles · Vereinigte Staaten
Wie es dazu kam
  1. 15.10.Das Justizministerium reicht eine Klage ein, mit der es Briefwahlzettel beiseitelegen lassen will, die nach seiner Darstellung an wahrscheinliche Nichtstaatsangehörige verschickt wurden
  2. 25.10.Ein dreiköpfiges Berufungsgericht verhandelt in einer seltenen Sitzung am Wochenende
  3. 3.11.Die Midterm-Wahlen entscheiden über die Kontrolle des Kongresses und über wichtige Ämter auf Bundesstaats- und lokaler Ebene

Eine seltene Anhörung am Wochenende

Ein dreiköpfiges Gremium eines Bundesberufungsgerichts verhandelte am Sonntag, 25. Oktober, in einer seltenen Sitzung am Wochenende über eine Klage, die das Justizministerium gegen Kalifornien eingereicht hat. Das Ministerium verlangt von dem Gericht, den Bundesstaat anzuweisen, rund 20.000 Briefwahlzettel beiseitezulegen, die nach seiner Darstellung an wahrscheinliche Nichtstaatsangehörige verschickt wurden. Die Regierung wandte sich an das Berufungsgericht, bevor das Bundesgericht in Kalifornien den Fall entschieden hatte, und die Richter stellten diese Reihenfolge infrage. Der Bundesrichter Mark Bennett sagte, das Gremium werde seine Entscheidung so schnell wie möglich treffen. Zwei der drei Richter gaben zu erkennen, dass ihnen der von der Regierung beantragte Eingriff unangenehm ist.

Bennett, ein von Trump ernannter Richter, legte dem Anwalt des Justizministeriums, Matthew Donnelly, das Kernproblem dar. Er verwies auf die Wahlklausel der US-Verfassung, die die Durchführung von Wahlen den Bundesstaaten und nicht der Bundesregierung überlässt. Bennett argumentierte, der Antrag widerspreche dem Recht des Bundesstaates, und fragte, wie das Gericht ihm stattgeben könne.

„Mir scheint, Sie wollen, dass wir eine einstweilige Verfügung erlassen, die dem Gesetz, das die kalifornische Legislative nach der Wahlklausel erlassen hat, völlig widerspricht.“

Mark Bennett, Bundesrichter am dreiköpfigen Berufungsgremium

Die Beweise der Regierung

Donnelly erklärte dem Gericht, die Regierung habe eine Liste kalifornischer Wähler von einem nicht genannten Dritten erhalten, der sie vom Bundesstaat gekauft habe. Anschließend habe die Regierung mit Software Dritter einen strengen Abgleich vorgenommen und diese Wählerdaten mit ihren eigenen Staatsangehörigkeitsdaten verglichen. Donnelly konnte nur schwer erklären, wie die Regierung zu dem Schluss gelangt war, dass die markierten Personen sowohl Nichtstaatsangehörige seien als auch einen Stimmzettel erhalten hätten. Die Behörden des Bundesstaates Kalifornien, die den Vorwürfen nachgehen, haben Zweifel an der Annahme geäußert, Tausende Stimmzettel seien versehentlich an nicht wahlberechtigte Personen verschickt worden, und bezeichnen die Daten als veraltet. Das Justizministerium erklärt, es plane nicht, die Stimmzettel zu verwerfen, sondern sie nur getrennt zu halten, bis feststeht, ob sie rechtmäßig abgegeben wurden.

Bennett hakte bei der Regierung zur Verlässlichkeit ihrer Darstellung nach und verwies auf eine eidesstattliche Erklärung eines Wahlsoftware-Mitarbeiters in Los Angeles, der davor warnte, das Herausfiltern der markierten Stimmzettel werde eine "katastrophale Auswirkung" auf die Wahl haben. Er fragte:

„Sie verlangen von uns, Ihre Darstellung als Tatsache zu nehmen und nicht die des IT-Mitarbeiters, und das ohne Tatsachenfeststellung durch das erstinstanzliche Gericht?“

Mark Bennett, Bundesrichter am dreiköpfigen Berufungsgremium

Los Angeles County hat bei der Auszählung bereits mehr als 300.000 Briefwahlzettel verarbeitet.

Kontext der Midterms und nächste Schritte

Die Klage wurde am 15. Oktober eingereicht, weniger als drei Wochen vor den Midterm-Wahlen am 3. November. Der Klage zufolge übergab die Bundesregierung den Behörden Kaliforniens eine Liste mit 20.000 Personen, die sie aus Staatsangehörigkeitsgründen als nicht wahlberechtigt einstuft. Trump hat wiederholt die als widerlegt geltende Behauptung verbreitet, die Demokraten profitierten von einer weitverbreiteten Stimmabgabe durch Nichtstaatsangehörige. Nachdem rechte Kandidaten – darunter der Hoffnungsträger für das Bürgermeisteramt von Los Angeles, Spencer Pratt – bei den Vorwahlen des Bundesstaates 2026 hinter seinen Erwartungen zurückgeblieben waren, griff Trump diese Vorwahlen an und erklärte anschließend, der Bundesstaat werde von der Staatsanwaltschaft der Vereinigten Staaten untersucht.

Kritiker werfen der Regierung vor, sie habe zudem versucht, die Stimmenauszählung in mehreren Bundesstaaten zu verzögern, und sich in das Senatsrennen in Alaska eingeschaltet, was sie als Teil eines breiteren Bemühens sehen, die Ergebnisse der Midterms zu beeinflussen. Eine Entscheidung des Gremiums steht noch aus; die Midterms am 3. November entscheiden darüber, welche Partei den Kongress kontrolliert, sowie über wichtige Ämter auf Bundesstaats- und lokaler Ebene.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen