Regierung · Aleksandrów Kujawski, Bydgoszcz und Warschau

Staatsanwaltschaft beschlagnahmte Handy des Klinikdirektors, um Quelle von Journalisten im Fall Lenz zu ermitteln

Die Staatsanwaltschaft Bydgoszcz hat das Handy des Direktors eines Krankenhauses in Aleksandrów Kujawski sichergestellt, der Kontakt zu einem Reporter von Wirtualna Polska hatte. Justizminister Waldemar Żurek erklärt, er habe von diesem Schritt aus den Medien erfahren, und er und der Generalstaatsanwalt hätten Maßnahmen ergriffen, um ihn zu prüfen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von NIEZALEZNA.PL, polsatnews.pl, Rzeczpospolita und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Aleksandrów Kujawski, Bydgoszcz, Warschau · Polen
Wie es dazu kam
  1. AprilLenza erklärt, er habe bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige wegen möglicher Offenlegung personenbezogener Daten erstattet
  2. JuniDie Staatsanwaltschaft kann Berichten zufolge die Redaktion nicht zur Offenlegung ihrer Quellen bewegen
  3. SeptemberKlinikdirektor Mariusz Trojanowski wird als Zeuge geladen und erhält eine Entscheidung zur Herausgabe seines Handys

Handy des Klinikdirektors beschlagnahmt

Staatsanwälte der Bezirksstaatsanwaltschaft Bydgoszcz haben nach Angaben von Wirtualna Polska (WP) das Handy von Mariusz Trojanowski sichergestellt, dem Direktor des Kreiskrankenhauses in Aleksandrów Kujawski. Er sei im September als Zeuge geladen worden, und nach der Vernehmung sei ihm eine Entscheidung ausgehändigt worden, die ihn zur Herausgabe des Geräts verpflichtete; die Beamten hätten nach Berichten damit gedroht, es zu durchsuchen und mit Gewalt zu beschlagnahmen. Die Entscheidung habe auch Daten zu Michał Janczura aufgeführt, dem WP-Reporter, der über den Fall geschrieben hatte. WP geht davon aus, dass die Staatsanwaltschaft zuvor die Verbindungsdaten des Handys ausgewertet hatte, aus denen hervorging, dass der Direktor Kontakt zu dem Journalisten hatte. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Agnieszka Adamska-Okońska, sagte gegenüber WP, das Handy könne zur Weitergabe von Informationen genutzt worden sein, ohne jedoch zu sagen, wonach die Ermittler suchten. Sie fügte hinzu, die Verbindungsdaten des Journalisten selbst seien nicht überprüft worden.

Hintergrund der Operation

Der Fall begann mit einem Besuch am 15. März im Kreiskrankenhaus in Aleksandrów Kujawski, zu dem der Senator Tomasz Lenza von der Bürgerkoalition (KO) mit einem Angehörigen kam. Statt zur Aufnahme zu gehen, begaben sie sich direkt auf die chirurgische Station, wo der Angehörige von den diensthabenden Ärzten operiert wurde. Lenza erklärte später, der Angehörige sei sein Sohn. WP veröffentlichte seinen Bericht am 7. April. Der Nationale Gesundheitsfonds (NFZ) stellte bei einer Prüfung fest, dass der Eingriff nicht zu den öffentlich finanzierten Vertragsleistungen gehörte, und verhängte gegen das Krankenhaus eine Geldbuße von 134.000 Zloty. Im April erklärte Lenza, er habe bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige wegen eines möglichen Vergehens der Offenlegung personenbezogener Daten erstattet. WP beschreibt zwei getrennte Stränge: den Verdacht auf Unregelmäßigkeiten bei dem Eingriff und die Frage, wer Informationen an die Medien weitergegeben hat. Die Staatsanwaltschaft habe im Juni Berichten zufolge versucht, die Redaktion zur Offenlegung ihrer Quellen zu zwingen, und sich, als dies scheiterte, an das Krankenhaus gewandt.

Minister Żurek: Aus den Medien erfahren

Justizminister und Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek schrieb auf X, er habe von den Schritten der Staatsanwaltschaft aus den Medien erfahren.

„Von den Maßnahmen der Staatsanwaltschaft in der Sache der Weitergabe von Informationen über die Operation am Sohn des Senators Tomasz Lenza habe ich aus den Medien erfahren.“

Waldemar Żurek, Justizminister und Generalstaatsanwalt

In einem Gespräch mit einem WP-Reporter sagte Żurek, er habe keine entsprechenden Informationen gehabt, und sprach sich für eine Trennung der Ämter von Justizminister und Generalstaatsanwalt aus. Er erklärte, der Generalstaatsanwalt werde nicht über jedes Verfahren informiert, und die Staatsanwälte entschieden über Beweisschritte eigenständig. Gemeinsam mit dem Nationalen Staatsanwalt Dariusz Korneluk habe er, so sagte er, Maßnahmen ergriffen, um zu prüfen, ob die Rechte und Freiheiten der Bürger verletzt worden seien. Er fügte hinzu, das Redaktionsgeheimnis müsse respektiert werden, er müsse aber dennoch prüfen, wie es in diesem Fall zur Anwendung komme.

Politische und publizistische Reaktionen

Politiker forderten Aufklärung, und Kommentatoren deuteten den Fall als Bedrohung der Pressefreiheit. Dagmara Pawełczyk-Woicka, ehemalige Vorsitzende des Landesjustizrats, sagte, Journalisten deckten Missstände auf, während Staatsanwälte Verbindungsdaten durchgingen, um einen Informanten zu finden.

„Wir bewegen uns auf einen Polizeistaat zu.“

Dagmara Pawełczyk-Woicka

Michał Rachoń, Programmdirektor von TV Republika, nannte den Fall einen „absoluten Skandal“ und sagte, solche Praktiken gehörten zu autoritären Staaten und Diktaturen. Konrad Siemaszko, Koordinator des Programms für Meinungsfreiheit bei der Helsinki-Stiftung für Menschenrechte (HFPC), sagte gegenüber WP, der Schritt berühre das Redaktionsgeheimnis und unterliege daher besonderen Garantien. WP argumentiert zudem, die Staatsanwaltschaft benötige die Zustimmung eines Gerichts, um das Redaktionsgeheimnis aufzuheben, wenn sie vermute, dass ein Gerät geschütztes Material enthalte, und die Nachrichten könnten Inhalte enthalten, die nichts mit dem Fall zu tun hätten, aber für die Regierungspartei nützlich seien.

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