
Staatsanwaltschaft befragt Warschauer Klinikarzt Dawid Kacprzyk in Finanzskandal
Die Bezirksstaatsanwaltschaft in Warschau führte am Dienstag stundenlange Verfahrenshandlungen mit Dawid Kacprzyk durch, einem ehemaligen Stadtrat der Bürgerkoalition, der mit Unregelmäßigkeiten am Szpital Południowy in Verbindung gebracht wird.
Befragung bei der Warschauer Bezirksstaatsanwaltschaft
Am Dienstag, dem 6. Oktober 2026, führten Ermittler der Bezirksstaatsanwaltschaft in Warschau langwierige Verfahrenshandlungen mit dem Arzt Dawid Kacprzyk durch. Sprecher Piotr Antoni Skiba bestätigte, dass die Staatsanwälte mehrere Stunden mit Verfahrenshandlungen mit dem ehemaligen Kommunalpolitiker im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Szpital Południowy verbrachten. Skiba erklärte, die Ermittlungsschritte seien intensiv und von zentraler Bedeutung für den Gesamtfall gewesen, und fügte hinzu, die Staatsanwaltschaft werde die konkreten Ergebnisse am Mittwochnachmittag auf einer Pressekonferenz darlegen. Der Investigativjournalist Mariusz Gierszewski von Radio ZET berichtete, Kacprzyk seien während der Vernehmung förmlich Anklagepunkte vorgehalten worden. Die Staatsanwaltschaft wollte zunächst keine Angaben zum genauen rechtlichen Status des Beschuldigten machen und kündigte an, die vollständigen Ergebnisse bei einer für Mittwoch angesetzten Pressekonferenz vorzulegen.
Ich bestätige, dass heute Verfahrenshandlungen stattfanden, die sehr lange dauerten.
Notaufnahme und finanzielle Einkünfte
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf Verwaltungs- und Finanzpraktiken am Szpital Południowy in Warschau, wo Kacprzyk als Koordinator der Notaufnahme tätig war. Im Juni 2026 von Zero.pl veröffentlichte Berichte dokumentierten, dass der Arzt im Laufe des Vorjahres 1,6 Millionen Złoty an Vergütung erhielt, während er sich noch in der Facharztausbildung in Anästhesiologie befand. Untersuchungen von Kanał Zero deuteten darauf hin, dass Politiker der Bürgerkoalition in der Einrichtung bevorzugt behandelt wurden und Aufnahmen, medizinische Untersuchungen und diagnostische Verfahren sofort ohne Wartezeit in den regulären Patientenschlangen erhielten. Das Medium berichtete zudem, dass das Klinikpersonal eine eigene VIP-Lounge für Parteimitglieder unterhielt, und behauptete, Aufsichtsversäumnisse in der von Kacprzyk koordinierten Notaufnahme könnten bei Todesfällen von Patienten eine Rolle gespielt haben.
Politische Führungsrolle und spätere Kliniktätigkeit
Bevor die Finanzenthüllungen ans Licht kamen, war Kacprzyk ein prominenter lokaler Vertreter der Bürgerkoalition und hatte einen Sitz als Bezirksrat im Warschauer Stadtbezirk Ursus inne. Er war zudem Vorsitzender von Nowa Generacja, der Jugendorganisation der von Premierminister Donald Tusk geführten Partei. Nachdem die erste Medienberichterstattung im Sommer 2026 abgeklungen war, fand Kacprzyk eine Anstellung in der Klinik Centrum Medyczne im Ort Jaktorów. Als Journalisten von Niezalezna.pl ihn nach einer beendeten Schicht trafen, wollte er sich zu den laufenden Ermittlungen nicht äußern, während verdeckt von Zero.pl aufgenommenes Material zeigte, wie er die öffentliche Prüfung abtat. Kacprzyk behielt während des gesamten Zeitraums seine Approbation, ohne dass die ärztliche Selbstverwaltung berufliche Suspendierungen oder disziplinarische Sanktionen verhängte.
Chronologie der Ermittlungen zum städtischen Klinikum
Die Bezirksstaatsanwaltschaft leitete die Ermittlungen zum Szpital Południowy kurz nach den Enthüllungen im Juni 2026 ein, doch Kacprzyk war in den ersten Monaten des Verfahrens nicht von den Strafverfolgungsbehörden befragt worden. Die langwierige Verfahrenssitzung am 6. Oktober markierte die erste direkte Vernehmung des ehemaligen Stadtrats durch die Staatsanwaltschaft. Die Bezirksstaatsanwaltschaft in Warschau setzte für Mittwoch, den 7. Oktober, um 14:45 Uhr eine offizielle Pressekonferenz an, um die von den Ermittlern gesammelten Ergebnisse vorzustellen.
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