Diplomatie · Moskau und Bratislava
Slowakeis Blanár trifft Lawrow in Moskau und belebt Kommission wieder – trotz Kritik der Opposition
Juraj Blanár traf Sergei Lawrow am Montag, 26. Oktober, in Moskau zur ersten Sitzung ihrer zwischenstaatlichen Kommission seit 2021. Lawrow nannte Blanárs Vorschlag vorbereitender Gespräche auf niedrigerer Ebene in Bratislava akzeptabel, während slowakische Oppositionsparteien die Reise verurteilten.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Deutsche Welle, Mediafax.ro, ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Die 22. Sitzung der zwischenstaatlichen Kommission fand am Montag, 26. Oktober, in Moskau statt, mit Juraj Blanár und Sergei Lawrow an der Spitze ihrer Delegationen. Die vorige Sitzung wurde 2021 abgehalten.
Die Slowakei muss ihre russischen Gasimporte bis Ende 2027 im Rahmen eines EU-Plans beenden. Ein Gasvertrag mit Russland läuft bis 2034 und könnte das Land Forderungen von über 10 Milliarden Euro aussetzen.
Lawrow nannte Blanárs Vorschlag vorbereitender Gespräche auf niedrigerer Ebene in Bratislava akzeptabel. Laut ABC wurde Bratislava zudem als Gastgeber der bevorstehenden Friedensgespräche zur Ukraine angeboten.
Ivan Korčok nannte Blanár den Totengräber der slowakischen Außenpolitik und sagte, die Oppositionsparteien würden in der Woche des 26. Oktober Unterschriften für einen Abberufungsantrag einreichen. Gábor Grendel nannte die Reise eine internationale Schande.

- 2021Vorherige Sitzung der zwischenstaatlichen Kommission
- 26.10.22. Sitzung in Moskau mit Blanár und Lawrow
- Ende 2027EU-Plan verpflichtet die Slowakei, russische Gasimporte zu beenden
- 2034Russischer Gasliefervertrag mit Take-or-Pay-Klauseln läuft bis 2034
Eine Kommission nach fünf Jahren wiederbelebt
Der slowakische Außenminister Juraj Blanár traf seinen russischen Amtskollegen Sergei Lawrow am Montag, 26. Oktober, in Moskau, wo er die slowakische Delegation bei der 22. Sitzung der bilateralen zwischenstaatlichen Kommission für wirtschaftliche und wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit leitete. Die vorige Sitzung fand 2021 statt, das Gremium war nach dem umfassenden Einmarsch Russlands in die Ukraine ausgesetzt worden. Die russische Seite wurde von Wissenschafts- und Hochschulminister Waleri Falkow geleitet. Blanár reiste mit Vertretern der Wirtschaft an, und Lawrow geleitete ihn bei der Ankunft am Moskauer Flughafen persönlich über einen roten Teppich, wie slowakische und tschechische Medien berichteten.
Der Flug selbst war schwierig. Laut einer von ABC zitierten Flugkarte erlaubte Polen der slowakischen Regierungsmaschine nicht, seinen Luftraum zu durchqueren, sodass sie das polnische Gebiet über Tschechien, Deutschland und die Ostsee umfliegen musste und den russischen Luftraum erst bei St. Petersburg wieder erreichte. Diese Route machte die Reise erheblich länger.
Energie im Zentrum der Gespräche
Die Energieversorgung sei eines der Hauptthemen gewesen, erklärte das slowakische Außenministerium, und Blanár habe Lawrow gesagt, es brauche einen Dialog, um Situationen zu lösen, die sich aus den EU-Beschlüssen zum Ausstieg aus russischer Energie bis Ende 2027 ergäben. Laut dem Ministerium versicherte Lawrow ihm, Russland bleibe bereit, die vereinbarten Verträge zu erfüllen. Die Slowakei importiert weiterhin russisches Öl und Gas, und ein EU-Plan verpflichtet sie, die Gasimporte aus Russland bis Ende 2027 zu beenden. ABC berichtet, ein russischer Gasliefervertrag laufe bis 2034 und enthalte Take-or-Pay-Klauseln, was die Slowakei Forderungen von über 10 Milliarden Euro aussetzen könnte, falls die Lieferungen zwangsweise unterbrochen würden. Blanár sagte, Russland sei für die Stabilität der Energieversorgung schwer zu ersetzen, und verknüpfte dies mit der Krise in der Straße von Hormus.
Ukraine und der Friedensprozess
Die beiden Minister sprachen auch über den Krieg in der Ukraine. Blanár sagte, beide Seiten seien sich einig gewesen, dass die Ursachen des Konflikts verstanden werden müssten und der Dialog mit allen Beteiligten fortgesetzt werden müsse. Lawrow bezeichnete das Treffen laut ABC als konstruktiv und akzeptierte Blanárs Vorschlag vorbereitender Gespräche auf niedrigerer Ebene in Bratislava. ABC berichtet, Bratislava sei zudem als Ort für die bevorstehenden Friedensgespräche zur Ukraine angeboten worden. Das russische Außenministerium erklärte, beide Seiten hätten kulturelle und humanitäre Fragen sowie Projekte zum Gedenken an die Militärgeschichte erörtert.
Wut der Opposition im Inland
Oppositionspolitiker in Bratislava reagierten scharf. Gábor Grendel von der Partei Nova nannte die Reise eine „internationale Schande“ und fragte, was sie den slowakischen Bürgerinnen und Bürgern gebracht habe; sie habe kein billigeres Öl und Gas gebracht, fügte er hinzu. Ivan Korčok, ehemaliger Außenminister von der liberalen Partei Freiheit und Solidarität, nannte Blanár den „Totengräber der slowakischen Außenpolitik“ und behauptete, der Minister plane, russische Erlaubnis für eine Aufstockung des Personals der slowakischen Botschaft in Moskau zu erbitten. Die Opposition argumentiert, eine Ausweitung des russischen diplomatischen Personals in Bratislava würde russischen Agenten die Tür öffnen. Korčok sagte, die Oppositionsparteien würden in der Woche des 26. Oktober Unterschriften für einen Antrag auf Abberufung Blanárs einreichen. Andere warfen ihm Verrat vor.
Die Linie der Regierung
In einer vom Außenministerium veröffentlichten Erklärung begründete Blanár die wiederbelebte Kommission mit wirtschaftlichen Argumenten. Er sagte, die Slowakei werde ihre nationalen staatlichen Interessen verfolgen und die Zusammenarbeit mit Russland in Bereichen ausbauen, die von den EU-Sanktionen nicht betroffen seien, während sie den Krieg als unrechtmäßigen Angriffskrieg verurteile. Blanár gehört zu Smer-SD, der Partei von Ministerpräsident Robert Fico, der wiederholt argumentiert hat, die EU-Sanktionen gegen Gas, Öl und Uran träfen die Slowakei härter als Russland. Die Slowakei ist stärker von russischer Energie abhängig als andere EU-Mitglieder, und Fico hat mehrere Reisen nach Moskau unternommen. ABC berichtet, die Nachbarländer hätten ihr Missfallen mit ihren Mitteln zum Ausdruck gebracht, wobei die Verweigerung des Luftraums durch Polen das deutlichste Beispiel sei.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Deutsche WelleSlowakischer Außenminister nach Besuch in Russland: Wir werden die Zusammenarbeit ausbauenГлава МИД Словакии после визита в РФ: Будем развивать сотрудничество · Original auf Russisch
- Mediafax.roSlowakei will Zusammenarbeit mit Russland in Bereichen entwickeln, die nicht von Sanktionen betroffen sindSlovacia vrea să dezvolte cooperarea cu Rusia în domeniile care nu sunt vizate de sancțiuni · Original auf Rumänisch
- ABC TU DIARIO EN ESPAÑOLSlowakei bricht diplomatische EU-Blockade gegen Russland im Austausch für Gas und ÖlEslovaquia rompe el bloqueo diplomático de la UE a Rusia a cambio de gas y petróleo · Original auf Spanisch
- Aktuálně.cz - Víte, co se právě dějeFicos Mann fuhr zu Lawrow, um slowakische Interessen zu schützen. Er öffnet Agenten die Tür, die Opposition tobtFicův muž jel za Lavrovem "chránit slovenské zájmy". Otvírá dveře agentům, zuří opozice · Original auf Tschechisch
- Juraj Blanár
- Slowakischer Außenminister, der die Delegation nach Moskau führte
- Sergei Lavrov
- Russischer Außenminister, der Blanár in Moskau traf
- Valery Falkov
- Russischer Minister für Wissenschaft und Hochschulbildung, der die russische Delegation in der Kommission leitete
- Robert Fico
- Slowakischer Ministerpräsident, dessen Partei Blanár angehört und der mehrere Moskau-Reisen unternommen hat
- Ivan Korčok
- Ehemaliger slowakischer Außenminister und Oppositionskritiker der Reise
- Gábor Grendel
- Oppositionspolitiker der Partei Nova, der die Reise eine internationale Schande nannte
- Orte
- Moskau, Russland, Bratislava, Slowakei, Ukraine
- Organisationen
- Europäische Union, Reuters
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen