Wirtschaft · Belgrad und Novi Sad
Serbien entzieht der Alta Banka die Lizenz – Tage nach der Wahlniederlage von Vučićs SNS
Die serbische Zentralbank hat der Alta Banka über Nacht die Betriebslizenz entzogen und die Einlagensicherungsagentur zur Insolvenzverwalterin bestellt. Gesicherte Einlagen bis 50.000 Euro pro Kunde sollen ausgezahlt werden, während die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die Bank und ihre Transfers ins Ausland aufnimmt.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Bloomberg Business, ANSA.it, NOS und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die NBS entzog der Alta Banka in der Nacht zum 31. Oktober die Betriebslizenz, und die Einlagensicherungsagentur wurde nach der Entscheidung zur Insolvenzverwalterin bestellt.
Einleger sollen gesicherte Beträge bis 50.000 Euro pro Kunde erhalten, die Auszahlung soll einem Bericht zufolge innerhalb von sieben Tagen nach Eröffnung des Verfahrens durch das Handelsgericht erfolgen, laut DW innerhalb von sieben Werktagen.
Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen zu Altas Aktivitäten, zu Verantwortlichen der Nationalbank und zu Kapitaltransfers ins Ausland auf, nachdem Srđan Milivojević wegen einer geplanten Überweisung von 50 Millionen Euro Strafanzeige erstattet hatte.
Prognosen der Wahlkommission gaben der oppositionellen Studentenliste bei der Abstimmung am 25. Oktober 141 von 250 Sitzen gegenüber 103 für die SNS – sechs Tage vor dem Lizenzentzug.
- Nach Mitternacht, 31. OktoberDie NBS entzieht der Alta Banka die Betriebslizenz und verkündet die Entscheidung
- 31.10.Insolvenzverfahren eröffnet und die Einlagensicherungsagentur als Verwalterin bestellt
- 2.11.Einleger können ab Montag Ansprüche auf gesicherte Einlagen anmelden
Lizenz über Nacht entzogen
Die Nationalbank Serbiens (NBS) entzog der Alta Banka die Betriebslizenz, nachdem ihr Exekutivausschuss festgestellt hatte, dass sich die Finanzen des Instituts erheblich verschlechtert hatten. Die Bank gehört über die Holding Alta Group zu 100 Prozent dem Unternehmer Davor Macura, der als eng mit der Serbischen Fortschrittspartei (SNS) des früheren Präsidenten Aleksandar Vučić verbunden gilt. Die Zentralbank verkündete die Entscheidung zweieinhalb Stunden nach Mitternacht am 31. Oktober. Lokale Medien berichteten von Menschenmengen in Filialen und an Geldautomaten in Serbien und Nordmazedonien, wo Alta eine Tochtergesellschaft hat, weil Sparer ihr Geld abheben wollten. In Serbien waren Barabhebungen nicht mehr möglich, und die Zentralbank erklärte, die Einlagen würden später zurückgezahlt. Altas nordmazedonische Tochter erklärte, ihr Geschäft laufe normal weiter.
In ihrer Erklärung nannte die Zentralbank die geschwächte Position der Bank und das Risiko einer weiteren Verschlechterung:
„Die finanzielle Lage der Bank hat sich in jüngster Zeit erheblich verschlechtert, und es besteht das Risiko einer weiteren Verschlechterung ihrer Finanzlage oder Liquidität.“
Feststellungen der Aufsicht
Die NBS erklärte, dem Schritt sei eine Kontrolle vorausgegangen, und Alta habe die angeordneten Korrekturmaßnahmen zur Erhöhung ihrer Liquidität nicht eingehalten. Vor dem Entzug hatte die Aufsicht befristete Beschränkungen verhängt, und das serbische Medium Danas berichtete, Alta sei vom Instant-Payment-System abgeschnitten worden. Die Zentralbank machte keine Angaben dazu, was die Kontrolle im Einzelnen ergab und über welchen Zeitraum sie lief, und erklärte gegenüber BBC, sie werde die Öffentlichkeit in den kommenden Tagen informieren. Laut NOS ist Alta die neuntgrößte Bank Serbiens, hält laut BFMTV und BBC aber nur rund 3 Prozent des Marktes. Seit Juli 2025 wickelte die Bank die Stromrechnungen für den staatlichen Versorger EPS ab – eine Regelung, die die Studentenbewegung damals anprangerte. EPS kündigte an, Details zum geänderten Zahlungskonto später bekannt zu geben.
Vier Vizegouverneure der NBS haben die Staatsanwaltschaft gebeten, alle Fakten und eine mögliche strafrechtliche Verantwortung der NBS festzustellen. Sie erklärten, sie hätten von Altas tatsächlichem Zustand erst in einer dringenden außerordentlichen Sitzung des Exekutivrats am Abend des Freitag, 30. Oktober, erfahren – ein Bild, das sich deutlich von den Berichten unterschied, die die Bank vorgelegt hatte.
Der Wahlkontext
Der Entzug erfolgte sechs Tage nach den Parlamentswahlen vom 25. Oktober, die die oppositionelle Studentenliste gewann. Prognosen der Wahlkommission gaben der Studentenliste 141 von 250 Sitzen gegenüber 103 für die SNS. AFP beschrieb die Wahl als Ende der 14-jährigen Herrschaft der SNS, NOS nannte einen Zeitraum von zwölf Jahren. Die Studentenbewegung hat versprochen, die weitverbreitete Korruption zu beenden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
- Studentenliste
- 141 Sitze
- SNS
- 103 Sitze
Daten aus dem Artikeltext
Einlagen und Insolvenzverfahren
Ein Insolvenzverfahren wurde eröffnet, und die Einlagensicherungsagentur wurde mit der Verwaltung des Bankvermögens betraut. Gesicherte Einlagen bis 50.000 Euro pro Kunde sollen innerhalb von sieben Tagen nach der förmlichen Eröffnung des Verfahrens durch das Handelsgericht ausgezahlt werden, wobei ein Bericht von DW ein Fenster von sieben Werktagen nennt. Die Zentralbank nannte Poštanska štedionica und OTP als Banken, bei denen Einleger gesicherte Gelder abheben können. NOS berichtete, Ansprüche könnten ab Montag, 2. November, angemeldet werden, und der serbische Bankenverband erklärte, die übrigen Banken arbeiteten normal und stabil. Die Zentralbank teilte zudem mit, das Verfahren entbinde Kreditnehmer nicht von ihren Schulden, und sie könnten klare Anweisungen zur Rückzahlung erwarten.
Ermittlungen und die 50-Millionen-Überweisung
Die für organisierte Kriminalität zuständige Staatsanwaltschaft erklärte in einer Mitteilung, sie habe Ermittlungen zu Altas Aktivitäten, zu Verantwortlichen der Nationalbank und zu Kapitaltransfers ins Ausland aufgenommen. Auslöser war eine Anzeige von Srđan Milivojević, Vorsitzender der oppositionellen Demokratischen Partei (DS), der am Donnerstag, 29. Oktober, erklärte, er habe Strafanzeige erstattet, nachdem er Informationen über eine geplante Überweisung von 50 Millionen Euro von Alta an eine Korrespondenzbank im Ausland erhalten habe. In Nordmazedonien erklärte der SDSM-Politiker Andrej Žernovski am 30. Oktober, mehr als 50 Millionen Euro seien auf dem Konto der Alta-Filiale im Land eingegangen und hätten nach Russland weitergeleitet worden sein können. Der Gouverneur der nordmazedonischen Zentralbank nannte diese Behauptungen unbestätigt, während Alta beteuert, ihre Transaktionen seien rechtmäßig, und die Vorwürfe als organisierte Kampagne gegen sich bezeichnet. Alta hatte Dienstleistungen für Nichtansässige angeboten, weshalb viele Russen nach dem großangelegten Einmarsch Russlands in die Ukraine 2022 dort Konten eröffneten. Die Zahl ihrer aktiven Kunden stieg 2025 von 47.400 auf 66.500, wobei unklar ist, wie viele davon russische Staatsbürger sind. Seit Tagen kursierten Gerüchte, vertraute Gefolgsleute Vučićs hätten große Summen von Alta-Konten nach Russland und Nordmazedonien verschoben, berichtete NOS.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Bloomberg BusinessSerbische Alta Banka verliert Lizenz Tage nach entscheidender WahlSerbian Alta Banka Loses License Days After Pivotal Election · Original auf Englisch
- ANSA.itDie serbische Zentralbank entzieht der privaten Alta Banka die LizenzLa Banca centrale serba revoca la licenza alla privata Alta Banka - Serbia · Original auf Italienisch
- ANSA.itSerbien entzieht Lizenz einer Bank, die mit der abgesetzten Regierungspartei verbunden istSerbia revokes licence of bank tied to ousted ruling party - News · Original auf Englisch
- NOSVučićs Macht schwindet: Hausbank des serbischen Staates bricht zusammenMacht van Vucic neemt af: huisbank van Servische staat valt om · Original auf Niederländisch
- Aleksandar Vučić
- Früherer serbischer Präsident und Vorsitzender der SNS, deren Partei die Parlamentswahlen vom 25. Oktober verlor
- Davor Macura
- Unternehmer und Eigentümer der Alta Banka über die Holding Alta Group, der als SNS-nah gilt
- Srđan Milivojević
- Vorsitzender der oppositionellen Demokratischen Partei (DS), der wegen einer geplanten Überweisung von 50 Millionen Euro Strafanzeige erstattete
- Andrej Žernovski
- SDSM-Politiker in Nordmazedonien, der erklärte, mehr als 50 Millionen Euro seien auf dem Konto der Alta-Filiale im Land eingegangen
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