Regierung · Paris

Französischer Senat verabschiedet erweitertes Casseurs-Payeurs-Gesetz und leitet es an die Nationalversammlung weiter

Der Senat stimmte in der Nacht zum Mittwoch, 28. Oktober, mit 229 zu 105 Stimmen und ergänzte eine Regelung, die es den Behörden erlauben soll, die Löschung von Online-Aufrufen zur Gewalt innerhalb von 24 Stunden zu verlangen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von BFMTV, LesEchos.fr, La Libre.be und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Paris · Frankreich
Wie es dazu kam
  1. 17.10.Proteste enden in Zusammenstößen und Sachschäden – die Szenen, auf die das Gesetz reagiert
  2. 26.10.Regierungsänderungsantrag zur Löschung von Online-Inhalten eingebracht
  3. 28.10.Senat nimmt das Gesetz in der Nacht mit 229 zu 105 Stimmen an und leitet es an die Nationalversammlung weiter
  4. 31.10.Jugend-Intersyndicale ruft zu einer Mobilisierung auf

Senat beschließt erweitertes Gesetz

Der französische Senat hat das Gesetz „casseurs-payeurs“ in der Nacht zum Mittwoch, 28. Oktober, mit 229 zu 105 Stimmen angenommen und an die Nationalversammlung weitergeleitet. Die Regierung präsentiert den Text als Antwort auf Sachschäden und Gewalt am Rande von Protesten wie dem vom 17. Oktober. Der Entwurf war im Sommer nach den Ausschreitungen im Anschluss an den Champions-League-Titel von Paris Saint-Germain ausgearbeitet worden und enthielt ursprünglich fünf Artikel. Der Senat, in dem die Rechte die Mehrheit stellt, ergänzte auf Initiative der Regierung und der Rechten rund zwanzig Bestimmungen. Die Senatoren des Rassemblement national unterstützten das Gesetz, während die Linke argumentiert, mehrere Bestimmungen seien verfassungswidrig.

Senatsabstimmungen über das Gesetz und den Änderungsantrag zu Online-InhaltenStimmen
Gesetz: dafür
229 Stimmen
Gesetz: dagegen
105 Stimmen
Änderungsantrag: dafür
219 Stimmen
Änderungsantrag: dagegen
115 Stimmen

Daten aus dem Artikeltext

Gesamtschuldnerische Haftung und öffentliche Ordnung

Die zentrale Maßnahme des Gesetzes begründet eine gesamtschuldnerische finanzielle Haftung für alle, die „wissentlich teilgenommen“ haben an einer Gruppe, die sich zur Begehung von Schäden gebildet hat, sowie für Personen, die nach zwei Warnungen der Sicherheitskräfte in einer Versammlung geblieben sind, die die öffentliche Ordnung stören könnte. Der ursprüngliche Text konzentrierte sich auf diese Haftung und auf die Beschlagnahme der Familienbeihilfen der Verantwortlichen. Der Senat ergänzte Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, die nach Ansicht der Linken die Versammlungsfreiheit verletzen. Innenminister Laurent Nuñez begrüßte die Abstimmung und erklärte, die Senatoren hätten den Regierungstext „erheblich bereichert“. Er verteidigte das Gesetz als Maßnahme des gesunden Menschenverstands und argumentierte, die Plünderungen und Schäden der vergangenen Tage machten eine gesetzliche Regelung dringend.

Löschung von Online-Inhalten

Ein Regierungsänderungsantrag, der am Montag, 26. Oktober, eingebracht wurde, wurde im Senat mit 219 zu 115 Stimmen angenommen. Er erweitert den Anwendungsbereich des Portals Pharos, über das illegale Inhalte im Internet gemeldet werden, sodass die Verwaltungsbehörde die Löschung von Inhalten verlangen kann, die „geeignet sind, eine schwere Störung der öffentlichen Ordnung zu verursachen“. Das betrifft Material, das zu Schäden, Gewalt oder Aufstand aufruft. Nach dem Änderungsantrag hätten die Plattformen 24 Stunden Zeit, solche Inhalte zu entfernen, andernfalls drohten „Sperrung“ oder „Dereferenzierung“. Die Exekutive könnte zum dritten Mal in drei Jahren die administrative Sperrung von Websites verlängern. Senatoren der Rechten, die meisten Zentristen und das RN unterstützten die Maßnahme, wenige Senatoren der LR und der Mitte stellten jedoch deren Verhältnismäßigkeit infrage. Der LR-Senator Damien Michallet verteidigte sie mit diesen Worten:

„Es geht darum, die Straftäter zu entwaffnen und die Art und Weise, wie sie Netzwerke nutzen.“

Damien Michallet, Senator

Der Ökologe Thomas Dossus bezeichnete die Maßnahme als unverhältnismäßigen Eingriff in die Meinungsfreiheit. Der kommunistische Senator Fabien Gay ging in seiner Kritik am Gesetz noch weiter:

„Das ist eine rechtliche Entrechtung, die bewusst Demonstranten und Randalierer verwechselt.“

Fabien Gay, Kommunistischer Senator

Protestaufrufe und Reaktion der Regierung

Die Regierung hat Antworten auf Forderungen von Schülern und Studenten angekündigt. Die Minister für Bildung und Hochschulbildung erklärten, sie würden Parcoursup ersetzen, die Klassengrößen in der Seconde verringern und einen Plan zur Sanierung von Schulgebäuden auflegen. Die Jugend-Intersyndicale zeigte sich nicht vollständig überzeugt und ruft weiterhin zur Mobilisierung am Samstag, 31. Oktober, auf. In Paris wurden zwei Routen vorgeschlagen, und die Regierung plant einen Polizeieinsatz in der Größenordnung des Einsatzes vom Samstag, 24. Oktober. Die Prüfung des Gesetzes in der Nationalversammlung dürfte neue hitzige Debatten bringen, da in dieser Kammer keine Partei eine Mehrheit hat.

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