Regierung · Paris

Französische Regierung erwog während der Proteste Sperren von sozialen Medien und mobilem Internet

Premierminister Sébastien Lecornu forderte Orange, SFR, Free und Bouygues Telecom auf, bereit zu sein, TikTok, Instagram, Snapchat und X abzuschalten. Wegen des Widerstands der Betreiber wurde der Plan nie umgesetzt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Ziare.com, ΣΚΑΪ, NewsIT und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Paris · Frankreich
Wie es dazu kam
  1. 17.10.Proteste werden gewaltsam, Gruppen greifen Geschäfte und öffentliche Gebäude an und geraten mit Sicherheitskräften aneinander
  2. 22.10.Lecornu-Brief fordert Orange, SFR, Free und Bouygues Telecom auf, bereit zu sein, TikTok, Instagram, Snapchat und X zu sperren
  3. 24.10.Landesweite Proteste finden statt; die Polizei setzt in Paris Tränengas und Wasserwerfer ein
  4. 25.10.Innenministerium meldet mehr als 1.300 Festnahmen und 53 verletzte Sicherheitskräfte

Ein Plan, der vor den Protesten am 24. Oktober entstand

In der Woche vor den Protesten am 24. Oktober nahm das französische Innenministerium Kontakt zu Telekommunikationsbetreibern auf, um Möglichkeiten zu prüfen, den Zugang zu sozialen Medien oder sogar das mobile Internet in bestimmten Gebieten zu kappen. Wie Politico unter Berufung auf einen Regierungsvertreter und einen Mitarbeiter eines Telekommunikationsunternehmens berichtete, sollte damit verhindert werden, dass sich Demonstranten koordinieren. Die Idee erreichte die Spitze der Regierung, als Premierminister Sébastien Lecornu in einem am 22. Oktober versandten Schreiben an die Chefs von Orange, SFR, Free und Bouygues Telecom schrieb. In dem Brief, den zuerst das französische Digitalmedium Blast veröffentlichte, wurden die Unternehmen aufgefordert, bereit zu sein, den Zugang zu TikTok, Instagram, Snapchat und X auszusetzen, falls die Sicherheitslage es erfordere. Auf Anfrage bestritten Vertreter des Premierministeramts, des Technologieministeriums und des Innenministeriums weder die Maßnahme noch den Brief.

Die Angst vor einer Wiederholung des 17. Oktober

Die Regierung befürchtete, dass sich die Gewalt des 17. Oktober am folgenden Wochenende wiederholen oder verstärken könnte. Bei den Demonstrationen jenes Tages griffen Gruppen Geschäfte und öffentliche Gebäude an und gerieten mit Sicherheitskräften aneinander. Recherchen von Politico ergaben, dass die Proteste am 24. Oktober deutlich weniger intensiv waren und weniger Zwischenfälle registriert wurden. Die Demonstranten versammelten sich wegen der hohen Lebenshaltungskosten und fehlender Mittel für die Bildung. In Paris setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer ein, nachdem ein zunächst relativ friedlicher Marsch stattgefunden hatte.

Warum die Betreiber Widerstand leisteten

Die Telekomunternehmen erhoben rechtliche und praktische Einwände, und von Blast und RTL zitierte Quellen erklärten, die Betreiber hielten eine auf Mobilverbindungen und bestimmte Gebiete begrenzte Sperre in so kurzer Zeit für nicht umsetzbar. Der Plan sah unter anderem vor, ausgewählte Plattformen über DNS-Filterung einzuschränken – eine Maßnahme, die nach Angaben der Unternehmen eine technische Vorbereitung erforderte, die nicht rechtzeitig abgeschlossen werden konnte. Die Betreiber warnten zudem, die Sperre werde nicht zwangsläufig funktionieren, da Nutzer sie mit VPNs umgehen könnten, während alternative Apps wie Bitchat einige Kommunikationskanäle auch ohne Internetverbindung offenhalten könnten. Ein Mitarbeiter eines Telekommunikationsanbieters sagte anonym, soziale Medien in einem einzelnen Viertel zu blockieren sei technisch unmöglich, und das Kappen des mobilen Internets würde mobile Zahlungen, Überwachungssysteme und Notfallkommunikation stören.

Festnahmen und die mildere Variante

Die Regierung erwog laut einem Vertreter des Premierministeramts auch einen weniger radikalen Schritt: die Deaktivierung von Funktionen zur Standortfreigabe, um etwa Zusammenkünfte von Menschen zu verhindern, die einander nicht kennen. Am Sonntag, dem 25. Oktober, teilte das Innenministerium mit, die Polizei habe während der landesweiten Proteste am Samstag mehr als 1.300 Menschen festgenommen, und 53 Angehörige der Sicherheitskräfte seien verletzt worden. Frühere Berichte hatten die Zahl der Festnahmen mit fast 1.000 angegeben. Das Ministerium schätzte, dass landesweit 410.000 Menschen teilnahmen, darunter 110.000 in Paris, während die Gewerkschaften die Beteiligung im ganzen Land auf fast 800.000 bezifferten.

Teilnehmer an den Protesten am 24. Oktober 2026 nach Angaben des InnenministeriumsPersonen
Landesweit
410000 Personen
Paris
110000 Personen

Daten aus dem Artikeltext

Das parallele Verfahren im Parlament

Unabhängig davon berät das Parlament im Rahmen eines Gesetzentwurfs mit dem Spitznamen „Wer zerstört, zahlt“ über weitere Einschränkungen sozialer Medien. Der Vorschlag würde Menschen, die bewusst an einer Revolte teilgenommen haben, verpflichten, die finanziellen Folgen der Schäden zu tragen. In denselben parlamentarischen Debatten werden weitere Maßnahmen zur Einschränkung des Zugangs zu sozialen Medien erörtert. Der Sperrplan selbst wurde nicht umgesetzt.

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