Diplomatie · Crans-Montana, Bern und Rom

Schweiz verzichtet auf 1,5-Millionen-Franken-Klinikrechnung für verletzte Italiener nach Brand in Crans-Montana

Der Bundesrat hat am Mittwoch, 4. November, entschieden, die rund 1,5 Millionen Schweizer Franken an medizinischen Kosten für zwölf italienische Staatsangehörige, die nach dem Brand im „Le Constellation“ in der Schweiz behandelt wurden, nicht zurückzufordern.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von il Giornale.it, Le Temps, AGI und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Crans-Montana, Bern, Rom · Schweiz, Italien
Wie es dazu kam
  1. April 2026Einige italienische Familien erhalten Kopien der Rechnungen für die Krankenhausaufenthalte ihrer Kinder in der Schweiz
  2. Mai 2026Meloni und Parmelin führen Gespräche über den Streit
  3. 4.11.Der Schweizer Bundesrat verzichtet auf die Rückerstattung von rund 1,5 Millionen Franken

Der Schweizer Entscheid

Am Mittwoch, 4. November, hat der Schweizer Bundesrat beschlossen, ausnahmsweise auf die Rückerstattung der medizinischen Kosten für die beim Brand in der Silvesternacht im „Le Constellation“ in Crans-Montana verletzten Italiener zu verzichten. Die Rechnung, die Quellen mit rund 1,5 Millionen Schweizer Franken beziffern, trägt nun die Schweiz. Le Temps berichtet, dass zwölf Personen italienischer Staatsangehörigkeit nach dem Feuer in Schweizer Spitälern behandelt wurden. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin informierte den italienischen Ministerpräsidenten Giorgia Meloni über den Entscheid, den die Regierung in einer offiziellen Mitteilung bekannt gab. Darin erklärte Parmelin, die Schweizer Regierung sei sich der Not der Opferfamilien und der Menschen, die ihre Verletzungen ein Leben lang tragen werden, zutiefst bewusst. Il Sole 24 ORE berichtet, die Schweizer Gesundheitsbehörden hätten die italienischen Staatsangehörigen zunächst aufgefordert, die 1,5 Millionen Franken zu bezahlen.

Wie sich der Streit entwickelte

Der Streit begann im April, als einige italienische Familien Kopien der Rechnungen für die Krankenhausaufenthalte ihrer Kinder in der Schweiz erhielten. Il Giornale zufolge wurden die Dokumente nur zur Information verschickt, doch sie lösten eine öffentliche Kontroverse aus. Nach den üblichen Regeln der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung hätte das italienische Gesundheitssystem die Kosten übernehmen müssen – eine Position, die Palazzo Chigi entschieden zurückwies. Meloni hatte eine mögliche Rückerstattungsforderung als „ignobile“ bezeichnet und erklärt, Italien werde sie an den Absender zurückschicken. Es folgten Kontakte, darunter Gespräche im Mai zwischen Meloni und Parmelin, bevor die Schweizer Regierung ihren Kurs änderte.

Die wichtigsten Etappen mit den von den Quellen genannten Daten zeigt die folgende Übersicht.

Reaktionen in Rom

Meloni begrüßte die Nachricht in einer Erklärung und erklärte, der Entscheid sei ihr von Parmelin persönlich mitgeteilt worden.

„Ich bin mit dieser Lösung zufrieden: Weder für die Familien noch für Italien entsteht eine Belastung.“

Giorgia Meloni, Italienische Ministerpräsidentin

Sie dankte Parmelin für die gezeigte Sensibilität und erklärte, der Entscheid bestätige die Stärke der Beziehungen zwischen beiden Ländern. Zudem betonte sie, ihre Gedanken blieben bei den Opferfamilien und den verletzten jungen Menschen, und versprach, die Regierung werde ihnen weiter zur Seite stehen.

Außenminister Antonio Tajani, dem sein Schweizer Amtskollege Ignazio Cassis den Entscheid mitgeteilt hatte, nannte ihn in einem Beitrag auf X eine Geste großer Solidarität.

„Es ist eine Geste großer Solidarität und Nähe, die wir als Regierung und als italienisches Volk sehr schätzen.“

Antonio Tajani, Italienischer Außenminister

Tajani dankte zudem Cassis und den Schweizer Behörden und schrieb, die Zusammenarbeit zwischen Ländern gewinne angesichts einer Tragödie, die Leben zerstört habe, noch mehr an Wert.

Die Regeln hinter dem Verzicht

Grundsätzlich verpflichtet das Abkommen über die Freizügigkeit jedes Land, die Kosten für Personen zu tragen, die in seinem System versichert und in einem anderen Land behandelt werden. Le Temps weist darauf hin, dass Ausnahmen von diesem Grundsatz möglich sind, und der Bundesrat hat hier eine solche genutzt. Damit trägt die Schweizer Seite nun Kosten, die eigentlich vom italienischen Gesundheitssystem hätten übernommen werden sollen. Il Giornale beschreibt den Verzicht als Abschluss eines Streits, der die Beziehungen zwischen Rom und Bern monatelang belastet hatte.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

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