Sicherheit · Crans-Montana
Anwalt der Brandopfer von Crans-Montana verlangt Teilverwaltung der Gemeinde
Ein Anwalt von 24 Opfern des Brandes in der Bar Constellation will einen Teil der Exekutive von Crans-Montana unter Verwaltung stellen lassen. Er argumentiert, die Gemeinde könne ihre mögliche zivilrechtliche Haftung nicht tragen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von La Libre.be, SWI swissinfo.ch, 7sur7 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Im Namen von 24 Opfern hat Sébastien Fanti den Walliser Staatsrat gebeten, einen Teil der Exekutive von Crans-Montana unter Verwaltung zu stellen – beschränkt auf die finanziellen und rechtlichen Folgen des Brandes, bei dem 41 Menschen starben.
Pascal Pichonnaz, Professor für Privatrecht an der Universität Freiburg, beziffert die Gesamtkosten des Brandes auf 780 Millionen bis eine Milliarde Franken, während im Budget der Gemeinde 5 Millionen Franken pro Jahr reserviert sind.
Fantis Beschwerde modelliert 95 Millionen Franken im günstigsten Fall und 387,5 Millionen Franken in einem mittleren Szenario für Forderungen gegen die Gemeinde.
Fanti argumentiert, schnelles Handeln sei nötig, weil das Budget 2027 der Gemeinde am 20. Dezember verabschiedet werden muss.
- 1999Leukerbad unter staatliche Aufsicht gestellt, nachdem Schulden von rund 346 Millionen Franken verblieben waren
- 1.11.Le Matin Dimanche und SonntagsZeitung berichten über die Beschwerde des Anwalts auf Teilverwaltung
- 20.12.Das Budget 2027 von Crans-Montana muss verabschiedet werden
Die Beschwerde
Sébastien Fanti, Anwalt von Opfern des Brandes in der Bar Constellation, hat beim Walliser Staatsrat eine Beschwerde eingereicht und verlangt darin die Teilverwaltung der Exekutive von Crans-Montana. Er bestätigte die Beschwerde am Sonntag, 1. November, nachdem Le Matin Dimanche und die SonntagsZeitung darüber berichtet hatten. 24 Opfer stehen hinter dem Antrag; bei dem Brand starben 41 Menschen, 115 wurden verletzt. Der Antrag beschränkt sich auf die finanziellen und rechtlichen Folgen des Feuers. Er verlangt zudem eine amtliche Untersuchung der Gemeindefinanzen, verbunden mit verbindlichen Weisungen. Laut SonntagsZeitung würden bei einer solchen Regelung unabhängige Kommissäre die finanzielle und rechtliche Bewältigung der Katastrophe übernehmen.
Die finanzielle Belastung
Pascal Pichonnaz, Professor für Privatrecht an der Universität Freiburg, schätzt die Gesamtrechnung auf 780 Millionen bis eine Milliarde Franken. Ob die Gemeinde einen Teil dieser Summe tragen müsste, ist nicht entschieden. Fanti sagt, die der Gemeinde tatsächlich zur Verfügung stehenden Mittel seien unbekannt, obwohl er deren Rechnungen geprüft habe. Zudem erklärt er, sein Auskunftsgesuch sei abgelehnt worden. Im Budget der Gemeinde sind 5 Millionen Franken pro Jahr reserviert – für Fanti zu wenig angesichts von Forderungen dieser Grössenordnung.
„Wir sind bei der Analyse von den öffentlichen Rechnungen ausgegangen, und das Ergebnis ist klar: Die Gemeinde hat nicht die Mittel, um ihre mögliche Haftung zu tragen.“
Szenarien und Grenzen
Fantis Beschwerde rechnet mehrere Fälle durch. Im günstigsten Fall sieht er die Gemeinde Forderungen von 95 Millionen Franken ausgesetzt, in einem mittleren Szenario 387,5 Millionen Franken. Beide Beträge liegen deutlich über den jährlich budgetierten 5 Millionen Franken. Sandro Fuchs, Finanzexperte an der ZHAW, bezeichnet zusätzliche 100 Millionen Franken Schulden als schweren, aber noch bewältigbaren Schock für die Gemeinde. Bei 200 Millionen würden Steuererhöhungen, Immobilienverkäufe und massiv gekürzte Investitionen nötig, und jede höhere Belastung sei nach derzeitiger Beweislage nicht finanzierbar.
- Günstigstes Szenario
- 95 Mio. CHF
- Mittleres Szenario
- 387.5 Mio. CHF
Daten aus dem Artikeltext
Der Präzedenzfall Leukerbad
Die SonntagsZeitung nennt Leukerbad als mögliches Warnbeispiel. Der Walliser Kurort wurde 1999 unter staatliche Aufsicht gestellt, nachdem ein Finanzdebakel rund 346 Millionen Franken Schulden hinterlassen hatte. Zeitweise führten ein externer Verwalter und eine Aufsichtskommission die Gemeinde. Ob der Staatsrat für Crans-Montana so weit gehen würde, bleibt offen.
Wie es weitergeht
Der Kanton bestätigte den Eingang der Unterlagen, betonte aber, er müsse nicht für die Schulden der Gemeinde garantieren. Unterstützungsmöglichkeiten könnten aber noch geprüft werden. Die Gemeinde erklärte gegenüber RTS, sie kenne die Beschwerde nicht und könne sich nicht äussern; die Exekutive wollte gegenüber der SonntagsZeitung keine Stellung nehmen. Fanti argumentiert, es sei Eile geboten, weil das Budget 2027 am 20. Dezember verabschiedet werden müsse.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- La Libre.be„Die Gemeinde hat nicht die Mittel“: ein Anwalt fordert eine Untersuchung der Finanzen von Crans-Montana"La commune n'a pas les moyens" : un avocat réclame une enquête sur les finances de Crans-Montana · Original auf Französisch
- SWI swissinfo.chAnwalt beantragt Teil-Zwangsverwaltung von Crans-Montana
- 7sur7Brand im Constellation: ein Anwalt fordert die Teilverwaltung von Crans-MontanaIncendie du Constellation: un avocat demande la mise sous régie partielle de Crans-Montana · Original auf Französisch
- rts.chCrans-Montana: 24 Opfer fordern VormundschaftCrans-Montana : 24 victimes demandent la mise sous tutelle · Original auf Französisch
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