Wahlen · Los Angeles

US-Richter weist Antrag des Justizministeriums zurück, 20.000 Briefwahlstimmen in Kalifornien vor den Midterms zu blockieren

Ein Bundesrichter in Kalifornien hat es dem Justizministerium verwehrt, den Bundesstaat zu zwingen, Stimmzettel von rund 20.000 Wählern auszusondern, die es für Nichtstaatsangehörige hält. Das Urteil erging sechs Tage vor den Midterm-Wahlen am 3. November.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Le Monde.fr, europa press, Bloomberg Business und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Los Angeles · Vereinigte Staaten
Wie es dazu kam
  1. 28.10.Der Richter lehnt den Antrag ab, die Stimmzettel auszusondern
  2. Am späten Abend des 28. OktoberDas Justizministerium legt Berufung ein
  3. 3.11.Midterm-Wahlen

Ein Urteil sechs Tage vor der Wahl

Am Mittwoch, dem 28. Oktober, wies der US-Bezirksrichter David O. Carter vom Central District of California einen Antrag des Justizministeriums zurück, Kalifornien daran zu hindern, rund 20.000 Briefwahlstimmen zu bearbeiten. Das Ministerium wollte diese Stimmzettel aussondern lassen, weil es ihre Absender für „wahrscheinlich Nichtstaatsangehörige“ hält; die Midterm-Wahlen sind für den 3. November angesetzt. Die Anordnung erging am Abend des Mittwoch, 28. Oktober, und Carter, ein von Clinton ernannter Richter, entschied, dass kein sofortiges Handeln erforderlich sei. Er warnte, die Forderung nach einem sofortigen Eingreifen würde eine bereits laufende Wahl durcheinanderbringen, Wahlhelfer und Wähler einschüchtern und die Stimmen von Bürgern entwerten. Diese Auffassung hatte er bereits in einer Anhörung am Dienstag, 27. Oktober, angedeutet.

„Wenn die Exekutive Stimmen aberkennen und eine laufende Wahl aufgrund unbewiesener Vorwürfe bedrohen kann, dann ist unsere Demokratie in Gefahr.“

David O. Carter, US-Bezirksrichter des Central District of California

Der Fall hängt mit der Behauptung von Präsident Donald Trump zusammen, in großem Umfang hätten Nichtstaatsangehörige bei US-Wahlen illegal gewählt, obwohl zahlreiche Studien ergeben haben, dass solcher Betrug äußerst selten ist.

Was das Justizministerium verlangte

Das Justizministerium reichte seine Klage am 15. Oktober ein. Es übergab den Behörden im Los Angeles County und dem kalifornischen Secretary of State einen Datenträger mit Daten zu mehr als 20.000 mutmaßlichen Nichtstaatsangehörigen und verlangte, deren Stimmzettel binnen 48 Stunden auszusondern. Die Liste war durch den Abgleich von Einwanderungs- und Sozialversicherungsdatenbanken erstellt worden. Kalifornische Beamte bestreiten ihre Verlässlichkeit, und eine vorläufige Analyse des Los Angeles County ergab, dass viele der darauf genannten Personen keine aktive Wählerregistrierung besitzen. Vertreter des Bundesstaates und der Kommunen argumentieren zudem, Stimmzettel wenige Tage vor dem Wahltag auszusondern, während Briefwahlstimmen bereits bearbeitet werden, sei rechtswidrig, undurchführbar und würde wahlberechtigte Bürger entrechten. Carter stellte die Methode direkt infrage und erinnerte daran, dass das Heimatschutzministerium zunächst fast 16.000 mutmaßliche Nichtstaatsangehörige in Nevada gemeldet habe, eine Zahl, die nach Prüfung auf 185 reduziert wurde – und alle diese 185 erwiesen sich als rechtmäßige US-Bürger.

Ein breiteres Muster bundesrechtlicher Klagen

Carter verwies auf mindestens 31 Klagen, die die Regierung bei Bundesgerichten im ganzen Land eingereicht hat, um vollständige Wählerverzeichnisse der Bundesstaaten zu erhalten, was er als breites, andauerndes Muster des versuchten Eingriffs in Wahlen beschrieb. Die Bilanz der Verfahren fasste er in der Entscheidung unverblümt zusammen:

„Von den sechsundzwanzig Fällen, die entschieden wurden, hat das Justizministerium in genau null obsiegt.“

David O. Carter, US-Bezirksrichter des Central District of California

Das Ministerium setzte auch andere Mittel ein. Am Montag, dem 26. Oktober, baten Bundesstaatsanwälte die Wahlbehörden des Bundesstaates Washington, eine Liste von 400 registrierten Wählern zu prüfen, die nach Auffassung des Ministeriums wahrscheinlich Nichtstaatsangehörige sind. Vertreter des Justizministeriums erklären, Dutzenden Menschen werde vorgeworfen, sich ohne US-Staatsbürgerschaft registriert oder gewählt zu haben. Carter erklärte, die Bundesregierung könne das Problem angehen, indem sie weiterhin Menschen beschuldige, als Nichtstaatsangehörige illegal gewählt zu haben.

Berufung und nächste Schritte

Zum Abschluss seiner Anordnung schrieb Carter:

„Sobald eine Stimme abgesondert wird, ist dauerhafter Schaden entstanden.“

David O. Carter, US-Bezirksrichter des Central District of California

Das Justizministerium legte am späten Mittwoch, 28. Oktober, kurz nach der Entscheidung, Berufung ein.

Die Midterm-Wahlen sind für den 3. November angesetzt, und die Bearbeitung der Briefwahlstimmen in Kalifornien läuft bereits.

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