Wirtschaft · Düsseldorf, Unterlüß und Berlin
Rheinmetall senkt Umsatzprognose für 2026 auf 13,2 Mrd. Euro – Aktie fällt um über 17 Prozent
Der Rüstungskonzern hat sein Umsatzziel für 2026 um rund 1 Mrd. Euro gesenkt, nachdem sich der Arminius-Boxer-Auftrag verzögert – bereits die zweite Kürzung in diesem Jahr. Die Aktie fiel am Donnerstagmorgen, 5. November, im frühen Handel um mehr als 17 Prozent.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Norddeutscher Rundfunk, Wirtschafts Woche, RP Online und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Rheinmetall erwartet für 2026 nun einen Umsatz von etwa 13,2 Mrd. Euro statt 13,7 bis 14,2 Mrd. Euro und senkte die Prognose für die operative Marge von 19 auf 18,5 Prozent.
Das Bundeswehr-Projekt für rund 1.800 Boxer-Fahrzeuge verzögert sich; der Anteil Rheinmetalls an dem Auftrag wurde bislang mit mehr als 12 Mrd. Euro beziffert.
Die Aktie verlor am Donnerstagmorgen, 5. November, im frühen Handel mehr als 17 Prozent; die WirtschaftsWoche meldete einen Rückgang auf 818,70 Euro.
In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 stieg der Umsatz um 38 Prozent auf 8,4 Mrd. Euro, das Betriebsergebnis lag bei rund 1,3 Mrd. Euro.
- August 2026Umsatzprognose um 300 Millionen Euro gesenkt, nachdem Berlin das Fregattenprojekt gestrichen hatte
- 4. November, abendsPflichtmitteilung über gesenkte Umsatz- und Margenprognose für 2026
- 5. November, morgensQuartalszahlen veröffentlicht, Aktie fällt im Vormittagshandel um mehr als 17 Prozent
Zweite Kürzung in diesem Jahr
Rheinmetall erwartet für 2026 nun einen Umsatz von etwa 13,2 Mrd. Euro statt der bisherigen Zielspanne von 13,7 bis 14,2 Mrd. Euro und senkte zugleich die Prognose für die operative Marge von rund 19 auf 18,5 Prozent. Das Unternehmen gab die Änderung am Mittwochabend, 4. November, in einer Pflichtmitteilung bekannt, einen Tag vor dem Quartalsbericht am Donnerstag. Es ist bereits das zweite Mal im Jahr 2026, dass der Düsseldorfer Konzern seine Guidance nach unten korrigiert. Im August hatte er seine Umsatzprognose um 300 Millionen Euro gesenkt, nachdem Berlin ein Fregattenprojekt gestrichen hatte. Handelsblatt und WirtschaftsWoche bezeichnen den jüngsten Schritt als zweite Gewinnwarnung innerhalb von drei Monaten.
Starkes Neunmonatsergebnis
Trotz der Kürzung fielen die ersten neun Monate des Jahres 2026 stark aus. Der Umsatz stieg um 38 Prozent auf 8,4 Mrd. Euro, das Betriebsergebnis erreichte rund 1,3 Mrd. Euro – ein Wert, den das Unternehmen als Rekord bezeichnete. Das Handelsblatt berichtet, der Umsatz habe mehr als 2 Mrd. Euro über dem Vorjahreszeitraum gelegen, während die Marge vor Zinsen und Steuern von 11,2 auf 14,1 Prozent gestiegen sei. Vorstandschef Armin Papperger sagte, der Konzern wachse stark bei hoher Profitabilität.
„Wir haben ein sehr gutes Wachstum mit hoher Profitabilität und sind damit auch im internationalen Branchenvergleich führend.“
Die Verzögerung bei Arminius
Hauptursache ist das Arminius-Projekt, mit dem die Bundeswehr rund 1.800 Boxer-Radpanzer beschaffen will, die Rheinmetall und sein Joint-Venture-Partner liefern sollen. Das Unternehmen hatte damit gerechnet, dass der Auftrag in diesem Jahr erteilt wird, doch laut Financial Times befindet sich das Geschäft noch in der finalen Verhandlungsphase. Nach Angaben von RP Online fehlen nun die geplanten Anzahlungen des Auftraggebers in den Büchern. Der Anteil Rheinmetalls an dem Auftrag wurde bislang mit mehr als 12 Mrd. Euro beziffert, hinzu kommen rund 4 Mrd. Euro für einen Servicevertrag. Mit Optionen auf weitere Fahrzeuglose steigt der maximale potenzielle Wert für Rheinmetall laut FT auf über 38 Mrd. Euro. Der NDR berichtet, das Unternehmen habe zudem Verzögerungen bei der Lieferung von Artilleriemunition und bei Boxer-Lieferungen genannt.
- Früheres Ziel, oberes Ende
- 14.2 Mrd. €
- Früheres Ziel, unteres Ende
- 13.7 Mrd. €
- Neue Prognose
- 13.2 Mrd. €
Daten aus dem Artikeltext
Aktie und Analysten
Laut RP Online und Handelsblatt fiel die Aktie im Vormittagshandel um mehr als 17 Prozent. Die WirtschaftsWoche meldete einen zwischenzeitlichen Rückgang um mehr als 18 Prozent auf 818,70 Euro, womit Rheinmetall der größte Verlierer im Dax war. Citi senkte das Kursziel für die Aktie von 1.408 auf 1.374 Euro, hielt aber an der Kaufempfehlung fest. Der Ausverkauf erfolgte, obwohl sich das Betriebsergebnis deutlich verbesserte; das Unternehmen gehört seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 zu den größten Profiteuren der europäischen Verteidigungsausgaben.
Politisches Profil
Armin Papperger ist seit Beginn des Krieges in der Ukraine ein häufiger Ansprechpartner für Politiker. Die WirtschaftsWoche weist darauf hin, dass der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz 2024 gemeinsam mit ihm den ersten Spatenstich für ein Munitionswerk in Unterlüß setzte. Rheinmetall hat seine Produktionskapazitäten als Reaktion auf die höheren Verteidigungsetats in ganz Europa erheblich ausgebaut. Laut WirtschaftsWoche rechnet Rheinmetall damit, dass der Arminius-Auftrag im kommenden Jahr erteilt wird.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Norddeutscher RundfunkRheinmetall senkt Umsatzziel um eine Milliarde Euro
- Wirtschafts WocheRheinmetall-Aktie: Warum der Rüstungsboom an der Börse kippt
- RP OnlineDüsseldorfer Rüstungskonzern: Rheinmetall senkt Erwartungen deutlich - Aktie stürzt ab
- Süddeutsche ZeitungRheinmetall macht viel mehr Geschäft, senkt aber Prognose
- Armin Papperger
- Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall
- Olaf Scholz
- Früherer Bundeskanzler, der 2024 den ersten Spatenstich für ein Rheinmetall-Munitionswerk in Unterlüß setzte
- Orte
- Düsseldorf, Deutschland, Berlin
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