Wirtschaft · Berlin und Paris

Deutschland kauft 50 Prozent des Panzerherstellers KNDS von den Wegmann-Familien

Die Bundesregierung und die Familienaktionäre von KNDS haben sich darauf verständigt, dass Berlin 50 Prozent übernimmt und damit ebenso viel hält wie Frankreich. Der genannte Preis liegt unter den 7,2 Milliarden Euro, die im Juni für 40 Prozent genehmigt worden waren.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Süddeutsche Zeitung, LaVanguardia, Financial Times News und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Berlin, Paris · Deutschland, Frankreich
Wie es dazu kam
  1. September 2026Der Börsengang wird Berichten zufolge abgesagt
  2. November 2026Unterzeichnung des Kaufvertrags anvisiert
  3. Dezember 2026Abschluss der Transaktion geplant

Berlin steuert auf die Hälfte zu

Die Bundesregierung und die Familienaktionäre von KNDS haben sich nach Angaben von mit der Sache vertrauten Personen sowie laut einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags darauf verständigt, dass Berlin 50 Prozent an dem deutsch-französischen Hersteller der Panzer Leopard 2 und Leclerc übernimmt. Vor dem Geschäft hielten der französische Staat und die Familien Bode und Braunbehrens über die Wegmann-Holding jeweils die Hälfte des Unternehmens. Nach Abschluss würden Deutschland und Frankreich gleich große Anteile halten. In dem Schreiben des Finanzministeriums heißt es, die Parität verschaffe Deutschland in Gremien wie der Gesellschafterversammlung einen Einfluss, der mit dem Frankreichs vergleichbar sei, sodass der Bund in zentralen Fragen nicht überstimmt werden könne. Die Parteien wollen den Kaufvertrag im November 2026 unterzeichnen, der Vollzug ist für Dezember 2026 geplant.

Geplante Eigentümerstruktur von KNDS nach dem Anteilskauf%
Deutschland
50 %
Frankreich
50 %

Daten aus dem Artikeltext

Der Preis und zusätzliche Zahlungen

Im Juni hatte der Haushaltsausschuss rund 7,2 Milliarden Euro für einen Anteil von 40 Prozent genehmigt. Der Preis für 50 Prozent liegt nach einer Reuters vorliegenden Unterrichtung des Ausschusses unter dieser Summe, doch die genaue Höhe wird in dem Dokument nicht genannt und kann sich bis zur endgültigen Unterschrift noch ändern. Das Schreiben des Finanzministeriums beschreibt einen Preismechanismus auf Basis des Eigenkapitalwerts im aktuellen Bewertungsumfeld, der nach seinen Angaben zu einer deutlich niedrigeren Zahlung für 50 Prozent führt als die im Juni genehmigte Summe. Eine an den Verhandlungen beteiligte Person sagte der Financial Times, die mögliche Einigung bewerte KNDS mit 11,2 Milliarden Euro und die Regierung erwäge eine zusätzliche Aufzahlung von 1 Milliarde Euro an die Familie. Laut dem Dokument würde Berlin zudem einen Aufschlag für umfassende Kontrollrechte sowie einen anteiligen Anteil am Jahresgewinn 2026 von KNDS zahlen, weil es die Dividende für das volle Jahr erhielte, während das Unternehmen fast bis zum Jahresende unter dem Dach der Wegmann-Holding bleibe.

Warum der Börsengang auf Eis gelegt wurde

Der ursprüngliche Plan sah vor, dass die Familien und Frankreich jeweils 10 Prozent ihrer Anteile an die Börse bringen, während der deutsche Staat die verbleibenden 40 Prozent von den Familien übernehmen sollte. Diese Struktur scheiterte, weil der erwartete Erlös für die Familien in einem schwierigen Markt zu niedrig war. Der Börsengang war in Frankfurt und Paris geplant und wäre einer der größten europäischen Marktdebüts seit Jahren gewesen, doch die Anleger scheuten eine Zielbewertung von mehr als 12 Milliarden Euro. Der Börsengang wurde im Sommer zunächst verschoben und im September nach Berichten abgesagt. Der Deutschland-Chef von KNDS, Florian Hohenwarter, weist die Darstellung zurück, die Pläne seien aufgegeben worden, und sagte im Interview mit der WirtschaftsWoche, das Unternehmen habe den Börsengang lediglich verschoben.

„Wegen der schwierigen Marktbedingungen hatten unsere Gesellschafter im Sommer lediglich beschlossen, das Projekt zu verschieben.“

Florian Hohenwarter

Verteidigungspolitische Begründung und nächste Schritte

Das Wirtschaftsministerium erklärte, der Anteil solle Schlüsseltechnologie der Verteidigung im Panzerbau schützen und einen möglichen Verlust von Schlüsseltechnologien verhindern. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte im Sommer klargemacht, dass Deutschland sich unabhängig vom Verlauf des Verkaufs Einfluss auf KNDS sichern werde. KNDS steht im Zentrum des deutsch-französischen MGCS-Programms für einen künftigen Panzer, das nach dem Aus des Kampfflugzeugprogramms FCAS an Priorität gewann; auch Rheinmetall und Thales sind an dem neuen Panzerprogramm beteiligt. Das Handelsblatt beschreibt die Einigung als Beseitigung der größten Hürde auf dem Weg, KNDS in einen staatlich kontrollierten Konzern umzuwandeln, doch der Deal ist erst mit der Unterzeichnung der Verträge endgültig. KNDS wollte sich nicht äußern, ein Sprecher der Wegmann-Holding wollte die Informationen nicht kommentieren, und die Bundesregierung hatte auf eine Anfrage zunächst nicht reagiert. Zwei Personen sagten der Financial Times, ein späterer Börsengang bleibe als weiterer Schritt möglich.

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