Sicherheit · Wuppertal und Remscheid

Remscheider Waffenhändler wegen Arsenals mit 300 Schusswaffen zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt

Das Landgericht Wuppertal hat am Freitag, 30. Oktober 2026, den 60 Jahre alten Hauptangeklagten in einem Verfahren um rund 300 scharfe Schusswaffen, die unter einer Autowerkstatt in Remscheid gefunden wurden, verurteilt und die Einziehung von 74.000 Euro angeordnet.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, Süddeutsche Zeitung, stern.de und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Wuppertal, Remscheid · Deutschland

Das Urteil

Am Freitag, 30. Oktober 2026, verurteilte das Landgericht Wuppertal den 60 Jahre alten Hauptangeklagten wegen Waffenhandels zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten. Zudem ordnete das Gericht die Einziehung von 74.000 Euro an, die nach Auffassung des Gerichts aus seinen Waffengeschäften stammten. Das Urteil liegt innerhalb einer zuvor zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung vereinbarten Verständigung, die im Gegenzug für ein Geständnis sechs bis sieben Jahre vorsah. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Mann befindet sich seit einem Jahr in Untersuchungshaft; das Gericht hielt den Haftbefehl wegen hoher Fluchtgefahr aufrecht. Nach Angaben des Gerichts könnte er nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe entlassen werden.

Geforderte und angeordnete EinziehungEUR
Forderung der Staatsanwaltschaft
68000 EUR
Anordnung des Gerichts
74000 EUR

Daten aus dem Artikeltext

Die Positionen im Prozess

Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre und zehn Monate Haft sowie die Einziehung von 68.000 Euro gefordert. Die Verteidigung beantragte sechs Jahre, die Untergrenze des vereinbarten Rahmens, und erklärte, die Familie leide seit der Festnahme unter erheblicher finanzieller Not. Die Staatsanwaltschaft glaubte dem Angeklagten nicht, dass er beim Kauf einer Privatsammlung zufällig an scharfe Waffen gelangt sei, handele es sich doch um Waffen, die kriminelle Gruppen für Raubüberfälle und Auseinandersetzungen zwischen Banden suchten. Die Verteidigung erklärte, die Berichterstattung vor Prozessbeginn habe seine Lage verschlimmert, und die Vermutungen über Bandenmitgliedschaft oder organisierte Kriminalität hätten sich nicht bestätigt. Der Angeklagte bezeichnete das Sammeln von Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg als sein Hobby.

Was die Ermittler fanden

Die Ermittler waren mehr als ein Jahr lang aktiv, bevor am 26. Oktober 2025 zahlreiche Beamte die Werkstatt und das Wohnhaus des Eigentümers durchsuchten. Im Keller fanden sie eine Ausstellung wie in einem Museum mit Relikten aus dem Zweiten Weltkrieg, Hakenkreuzfahnen und SS-Uniformen. In den folgenden Tagen stießen sie auf weitere versteckte Räume, einige hinter einem Tresor oder einer Vitrine, die mithilfe eines Gebäudeplans gefunden wurden. Insgesamt wurden über mehrere Wochen vier Kammern geräumt, wobei mehr als 200 Einsatzkräfte arbeiteten und die Wohnungen in dem Gebäude geräumt werden mussten. Das Gebäude liegt in einem Wohngebiet neben einer Schule. Die Beamten stellten rund 300 scharfe Schusswaffen sicher: 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen und Präzisionsgewehre sowie 11 Revolver. Zudem beschlagnahmten sie 13 Panzerabwehrwaffen, 38 Handgranaten und fast 100.000 Schuss Munition. Die Anklage vertrat die Auffassung, dass 87 der Waffen sofort funktionsfähig waren; einige der Waffen waren unbrauchbar.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal betonte die Gefahr, die von dem Arsenal ausging.

„Mit den sichergestellten Handgranaten und Sprengstoffen hätten zahlreiche Menschen getötet oder verletzt werden können.“

Staatsanwaltschaft Wuppertal
In der Remscheider Werkstatt sichergestellte SchusswaffenWaffen
Maschinengewehre
125 Waffen
Maschinenpistolen
67 Waffen
Pistolen
51 Waffen
Langwaffen und Präzisionsgewehre
32 Waffen
Revolver
11 Waffen

Daten aus dem Artikeltext

Vorwürfe und Mitangeklagte

Die Anklage umfasste acht Fälle nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz und dem Waffengesetz; das Gericht befand ihn für schuldig, vorsätzlich die tatsächliche Gewalt über Kriegswaffen erlangt zu haben. Er gab zu, 70 kompakte Maschinenpistolen vom Typ Skorpion in Polen gekauft zu haben. Das Gericht wertete sein Geständnis strafmildernd. Zwei Mitangeklagte wurden getrennt verhandelt; im September verurteilte das Gericht sie wegen Waffenhandels zu drei Jahren und sechs Monaten sowie zwei Jahren und sechs Monaten Haft. Diese Urteile sind rechtskräftig. Einer von ihnen, ein 38 Jahre alter Mann, kaufte sechs Maschinenpistolen und Munition von dem 60-Jährigen und verkaufte sie teilweise mit Hilfe eines 35 Jahre alten Mannes an verdeckte Ermittler weiter. Das Urteil gegen den 60-Jährigen ist noch nicht rechtskräftig.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen