
Düsseldorfer Staatsanwaltschaft fordert bis zu 13 Jahre Haft im Drogenprozess gegen die „Rich Kids“
Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat für sechs Angeklagte aus wohlhabenden Verhältnissen im Rheinland, denen der Betrieb eines Drogenrings mit einem Umsatz von elf Millionen Euro vorgeworfen wird, Haftstrafen von bis zu 13 Jahren gefordert.
Staatsanwaltschaft fordert lange Haftstrafen in Düsseldorf
Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat im Prozess gegen einen Drogenring namens „Rich Kids“ Haftstrafen von bis zu 13 Jahren für sechs Angeklagte gefordert. Staatsanwalt Fabian Pollex trug die Strafanträge für die Männer im Alter von 34 bis 58 Jahren vor. Der Staat beantragte Freiheitsstrafen von 13 Jahren und 12,5 Jahren für die beiden Hauptangeklagten, die als Drahtzieher des Rings agierten. Für einen 45-jährigen Mitangeklagten mit Wohnsitz in Bad Honnef, der nach Erkenntnissen der Ermittler im Laufe der Zeit in den inneren Führungskreis aufstieg, forderte die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von elf Jahren. Für die drei weiteren in dem Verfahren angeklagten Männer verlangte die Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafen von sechs Jahren, achteinhalb Jahren und neun Jahren. Das Verfahren erhielt den Beinamen „Rich Kids“, weil mehrere der Beschuldigten aus wohlhabenden, prominenten Familien im Rheinland stammen.
- Hauptangeklagter 1
- 13 Jahre
- Hauptangeklagter 2
- 12.5 Jahre
- Angeklagter aus Bad Honnef
- 11 Jahre
- Mitangeklagter 1
- 9 Jahre
- Mitangeklagter 2
- 8.5 Jahre
- Mitangeklagter 3
- 6 Jahre
Ausmaß des Drogennetzwerks im Millionenbereich
Das kriminelle Unternehmen entstand 2022, als die beiden Hauptbeschuldigten die Organisation gründeten, um Drogengeschäfte in großem Stil zu organisieren. Die Ermittler errechneten, dass der Ring aus seinen illegalen Drogengeschäften rund elf Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete. Die Staatsanwaltschaft führte aus, dass die Gruppe erhebliche Mengen Betäubungsmittel verschiedener Kategorien umsetzte, darunter mehrere hundert Kilogramm Kokain und vier Tonnen Marihuana. Der Ring handelte zudem mit flüssigen Chemikalien und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und setzte rund 20 Liter Amphetaminöl sowie etwa 5.000 Oxycodon-Tabletten um. Darüber hinaus verteilten die Angeklagten über ihre etablierten Vertriebswege rund 1.000 Ecstasy-Tabletten.
Grenzüberschreitende Razzien in fünf europäischen Ländern
Die Strafverfolgungsaktion gegen den Ring begann, als Ermittler in Bonn im Rahmen eines anderen, unabhängigen Strafverfahrens erste Hinweise auf die Gruppe entdeckten. Polizei und Justizbehörden unternahmen anschließend eine monatelange Analysearbeit, die sich auf entschlüsselte Chatprotokolle, digitale Nachrichten und kaufmännische Buchhaltungsunterlagen der Bande konzentrierte. Die umfassende Auswertung der Buchhaltungsbücher ermöglichte es den Behörden, Logistik, Bestände und Finanzerträge der kriminellen Organisation nachzuvollziehen. Ende März 2025 starteten die Strafverfolgungsbehörden eine koordinierte internationale Aktion mit zeitgleichen Durchsuchungen von Wohn- und Geschäftsräumen. Polizeikräfte vollstreckten Durchsuchungsbeschlüsse und nahmen die Verdächtigen in fünf europäischen Ländern fest: Deutschland, Spanien, Belgien, Polen und den Niederlanden.
- Zwei Hauptangeklagte gründen die kriminelle Drogenhandelsorganisation
- Razzien und Festnahmen in fünf europäischen Ländern nach Chat-Analysen
- Die Staatsanwaltschaft hält ihr Schlussplädoyer und fordert Haftstrafen von bis zu 13 Jahren
- Schlussplädoyers der Verteidiger in Düsseldorf angesetzt
- Urteilsverkündung des Gerichts in Düsseldorf angesetzt
Geständnisse und Terminplan für das Urteil
Im Verfahren in Düsseldorf räumten alle sechs Angeklagten ihre Beteiligung ein und legten umfassende Geständnisse zu den Drogengeschäften ab. Staatsanwalt Fabian Pollex hob hervor, dass einer der Angeklagten erhebliche Hilfe leistete, die den Ermittlern half, das Netzwerk aufzuklären und die Strukturen des Rings zu klären. Nach dem Ende der Schlussplädoyers der Staatsanwaltschaft sollen die Verteidiger am kommenden Freitag ihre formellen Schlussplädoyers halten. Die vorsitzenden Richter am Amtsgericht Düsseldorf haben angekündigt, dass das Urteil in dem Strafverfahren eine Woche nach dem Ende der Plädoyers der Verteidigung verkündet werden soll.


