Wirtschaft · Moskau, Genf und Sachalin

Putin stellt russische Vermögenswerte von Japan Tobacco International unter vorübergehende Kontrolle

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag, 5. November, ein Dekret unterzeichnet, das das Russlandgeschäft von Japan Tobacco International unter die vorübergehende Kontrolle eines russischen Unternehmens stellt. JTI betreibt nach eigenen Angaben vier Werke in Russland und beschäftigt dort mehr als 4.000 Menschen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von SWI swissinfo.ch, newsORF.at, Handelsblatt und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Moskau, Genf, Sachalin · Russland, Schweiz
Wie es dazu kam
  1. September 2026Putin schließt eine Verstaatlichung der Russland-Vermögenswerte westlicher Firmen nicht aus, sagt aber, sie sei nicht geplant
  2. Mitte Oktober 2026Ein japanischer Journalist der Hokkaido Shimbun wird auf der Insel Sachalin festgenommen
  3. 5.11.Putin unterzeichnet ein Dekret, das JTIs russische Vermögenswerte unter vorübergehende Kontrolle stellt

Das Dekret

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag, 5. November, eine Anordnung unterzeichnet, die das Russlandgeschäft von Japan Tobacco International (JTI) unter die vorübergehende Kontrolle eines russischen Unternehmens stellt. Die Vermögenswerte gehen an die Promyschlennye Aktivy AG, eine im Dekret genannte Aktiengesellschaft. Die Nachrichtenagentur Interfax, zitiert von Jiji Press, bezeichnete es als den ersten Fall, in dem Vermögenswerte eines globalen Tabakkonzerns unter die Kontrolle eines russischen Unternehmens gestellt werden. Das Tabakgeschäft der japanischen Gruppe läuft in Russland seit 1999 über die Tochtergesellschaft JT International, die 2007 den größten Marktanteil auf dem russischen Tabakmarkt erreichte.

Die betroffenen Geschäfte

JTI mit Sitz in Genf betreibt nach eigenen Angaben vier Fabriken in Russland und produziert dort mehrere Zigarettenmarken. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Zahlen mehr als 4.000 Menschen im Land. Russland zählte zu seinen größten Märkten und brachte Umsätze in Milliardenhöhe. Das Unternehmen erklärt, mit Beginn des Kriegs in der Ukraine alle Investitionen in Russland eingestellt zu haben; das Russlandgeschäft gehört zu einem Konzern, zu dem auch Austria Tabak zählt.

Frühere Maßnahmen gegen westliche Unternehmen

Putin hatte bereits die Russlandgeschäfte mehrerer westlicher Unternehmen unter externe Verwaltung gestellt. Darunter sind Tochtergesellschaften des Lebensmittelkonzerns Nestlé sowie der Einzelhändler Metro und Auchan. Mehrere dieser Firmen setzten ihre Arbeit in Russland nach dem umfassenden Einmarsch in die Ukraine fort, anders als viele andere Unternehmen. La Libre nennt in diesem Zusammenhang auch die frühere russische Einheit des französischen Einzelhändlers Leroy Merlin und verweist darauf, dass Russland die Entscheidungen mit der Herkunft der Eigentümer in „unfreundlichen“ Ländern begründet, die die Ukraine unterstützen. Marken, die blieben, sahen sich scharfer Kritik ausgesetzt, auch aus der Ukraine, weil sie den Krieg des russischen Staates mitfinanzieren.

Die Position des Kremls zu westlichen Vermögenswerten

Im September schloss Putin eine Verstaatlichung des Eigentums westlicher Unternehmen nicht aus, sagte aber, sie sei nicht geplant. Russland sei bereit, die Vermögenswerte ihren Eigentümern zurückzugeben, sollte sich die Lage verbessern. Die externe Verwaltung gebe Moskau die Möglichkeit, spiegelbildlich auf die Beschlagnahme russischer Unternehmensvermögen im Westen zu reagieren. Putin nannte solche Beschlagnahmungen russischen Staatseigentums im Westen vollkommen unzulässig und verwies als Beispiel auf die Gazprom Germania GmbH in Deutschland, die nach dem Einmarsch 2022 unter dem Namen Securing Energy for Europe GmbH (Sefe) verstaatlicht wurde.

Spannungen mit Tokio

La Libre ordnet das Dekret vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen zwischen Russland und Japan ein. Beide Länder streiten über eine Inselkette im Pazifik, und die Spannungen bestehen, seit Tokio sich wegen des Kriegs in der Ukraine den Sanktionen gegen Moskau angeschlossen hat. Mitte Oktober wurde ein japanischer Journalist, der für die Regionalzeitung Hokkaido Shimbun arbeitet, auf der Insel Sachalin festgenommen, was die Spannungen weiter verschärfte. Die russische Diplomatie warf Japan vor, akkreditierte Journalisten für Spionage einzusetzen; Premierministerin Sanae Takaichi wies den Vorwurf zurück. Das Dekret erging nach diesen jüngsten Spannungen mit Tokio.

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