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Regierung·vorgestern

Spanische Regierung in der Krise: PSOE-Zentrale durchsucht, Koalitionspartner wanken angesichts wachsenden juristischen Drucks

Beamte der spanischen Guardia Civil betraten am Mittwoch die Madrider Zentrale der PSOE, um einem gerichtlichen Auskunftsersuchen nachzukommen. Dies verschärft eine politische Krise, in der ein ehemaliger Ministerpräsident angeklagt und der Parteimanager beschuldigt wurde, während die Koalitionspartner vor einer Lähmung der Gesetzgebung warnen.

Die Razzia in der Ferraz-Straße

Beamte der Unidad Central Operativa (UCO) der Guardia Civil betraten am Mittwoch die Bundeszentrale der PSOE in der Calle Ferraz in Madrid, um ein gerichtliches Auskunftsersuchen auszuführen, das mehr als 12 Stunden dauerte. Die Operation, die der inoffizielle PSOE-Sprecher Minister Óscar Puente als Auskunftsersuchen und nicht als Durchsuchung bezeichnete, ist Teil des sogenannten SEPI-Falls, in dem die Parteimanagerin Ana Fuentes zusammen mit der mutmaßlichen Drahtzieherin Leire Díez angeklagt wurde. Mehr als 100 Journalisten versammelten sich draußen, während Beamte der Nationalpolizei den Gehweg vor dem Haupteingang des Gebäudes räumten, was laut einem Bericht ein live übertragenes Bild des Zusammenbruchs ergab.

Es war ein Auskunftsersuchen und keine Durchsuchung.

Eine Partei im Schockzustand

Die Razzia ist die jüngste in einer Kaskade von gerichtlichen Maßnahmen gegen die Regierungspartei. Nur wenige Tage zuvor war der ehemalige Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero wegen mutmaßlichen Einflusshandels und damit zusammenhängender Straftaten angeklagt worden. Parteiquellen räumten ein, dass die Basis schockiert sei, wobei ein Beamter von Sumar die PSOE als „im Schockzustand“ und „gelähmt“ beschrieb. Die Häufung von Fällen – darunter das Schwurgerichtsverfahren gegen Begoña Gómez, der Prozess gegen David Sánchez und das ausstehende Urteil im Masken-Fall – hat führende PSOE-Figuren dazu veranlasst, von einer koordinierten Kampagne zu sprechen.

Alles ist perfekt geplant, nichts ist zufällig, und es gibt unbestreitbare Beweise: Viele sehr mächtige Leute wollen diese Regierung zu Fall bringen.

Führendes PSOE-Vorstandsmitglied

Koalitionspartner fordern Handeln

Sumar, der kleinere Koalitionspartner, zeigte sich resigniert und zunehmend frustriert über die Lähmung der Gesetzgebung. Beamte beschrieben einen „Dialog der Tauben“ mit der PSOE und warnten, dass „auf der anderen Seite niemand sei“. Während Sumars Strategie darin besteht, in der Regierung zu bleiben, drängen sie darauf, die gesetzgeberische Agenda wiederzubeleben, darunter ein blockiertes Lobbygesetz und vor einem Jahr vereinbarte Anti-Korruptionsmaßnahmen. Compromís, dessen Unterstützung für das Überleben der Regierung entscheidend ist, bekräftigte, dass seine rote Linie für den Bruch mit der Exekutive die Existenz illegaler Finanzierung sei.

Die rote Linie für den Bruch mit der Regierung Spaniens ist, dass es illegale Finanzierung gegeben hat.

Opposition fordert Neuwahlen

Der PP-Vorsitzende Alberto Núñez Feijóo bezeichnete die Lage als „äußerst ernst“ und „qualvoll“ und wiederholte seine Forderung nach vorgezogenen Neuwahlen. Während die PP Optionen wie ein Misstrauensvotum prüft, wollten Parteibeamte ihre Strategie nicht öffentlich preisgeben. Auch die PNV und Junts forderten Neuwahlen, während Yolanda Díaz und Pablo Bustinduy dafür plädieren, die Legislaturperiode zu beenden. Innerhalb von Sumar gibt es Stimmen, die vorschlagen, den Haushalt sofort vorzulegen und Neuwahlen auszurufen, falls er abgelehnt wird.

Die Lage, die wir erleben, ist von äußerster Schwere, ja sogar qualvoll.

Regionale Stille und Wahlängste

In der Valencianischen Gemeinschaft hielten die PSPV und Compromís einen ungeschriebenen Stillhaltepakt ein und gaben nur vorab geplante Erklärungen zu anderen Themen ab. Unter den sozialistischen Bürgermeistern herrscht Panik, dass Ministerpräsident Pedro Sánchez versuchen könnte, durchzuhalten und einen „Super-Sonntag“ der Wahlen auszurufen. Parteinterne bestehen darauf, dass die Wahlen umso besser seien, je weiter sie auseinanderlägen, obwohl Optimisten glauben, dass die Krise die Basis einen könnte, um ein Wahldebakel zu vermeiden. Sie halten auch daran fest, dass die Umstände in der Valencianischen Gemeinschaft eine Analyse der Lage unmöglich machen, die mit dem restlichen Spanien vergleichbar wäre.

Zeitleiste der gerichtlichen Maßnahmen gegen die PSOE
  1. Ex-Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero wegen mutmaßlichen Einflusshandels und damit zusammenhängender Straftaten angeklagt.
  2. UCO-Beamte betreten PSOE-Zentrale in der Calle Ferraz; Parteimanagerin Ana Fuentes im SEPI-Fall angeklagt.
  3. PP-Chef Alberto Núñez Feijóo nennt die Lage 'qualvoll' und fordert vorgezogene Neuwahlen.
  4. Sumar warnt vor Lähmung der Gesetzgebung und beschreibt die PSOE als 'im Schockzustand' und 'gelähmt'.
Madrid · Valencia

5 Quellen

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