Makroökonomie · Lissabon

Portugals Finanzrat hält Haushalt 2027 für plausibel, prognostiziert aber 0,1 % Defizit

Der Bericht des CFP veranschlagt den Saldo 2026 auf einen Überschuss von 0,1 % und den Saldo 2027 auf ein Defizit von 0,1 % – die Regierung rechnet dagegen mit einem ausgeglichenen Haushalt von 0,0 % und einem Überschuss von 0,1 %.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Observador, Jornal Expresso, Notícias ao Minuto und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Lissabon · Portugal
Wie es dazu kam
  1. 31.08.Die Regierung übergibt dem Parlament ihre Tabelle mit unveränderten Politiken – die Referenz, mit der der CFP später den Haushalt vergleicht
  2. 8.10.Die Regierung übermittelt dem Parlament den Haushaltsentwurf OE2027
  3. 26.10.Der CFP veröffentlicht seine Bewertung des Haushaltsentwurfs

Revidierte Prognosen

Der Portugiesische Finanzrat (Conselho das Finanças Públicas, CFP) veröffentlichte am Montag, 26. Oktober 2026, seine Bewertung des Haushaltsentwurfs für 2027 (OE2027), den die Regierung am 8. Oktober dem Parlament vorgelegt hatte. Der Rat rechnet nun für 2026 mit einem Überschuss von 0,1 % des BIP – mehr als die 0,0 % der Regierung, aber weniger als die 0,2 %, die er im September prognostiziert hatte. Für 2027 erwartet er ein Defizit von 0,1 % des BIP, während die Regierung einen Überschuss von 0,1 % veranschlagt, eine Lücke von 0,2 Prozentpunkten. Der CFP hält den Kurs der Regierung beim Haushaltssaldo weiterhin für plausibel, warnt jedoch, dass mehrere Faktoren dessen Verlauf beeinflussen könnten.

Haushaltssaldo, Regierung vs. CFP% des BIP
Regierung 2026
0 % des BIP
CFP 2026
0.1 % des BIP
Regierung 2027
0.1 % des BIP
CFP 2027
-0.1 % des BIP

Daten aus dem Artikeltext

Was der CFP nicht berücksichtigt

Die Lücke ergibt sich aus Maßnahmen, die der CFP nicht eingerechnet hat, weil das Finanzministerium sie nicht klar genug spezifiziert hatte. Dazu zählen eine verschärfte Bekämpfung des Mehrwertsteuerbetrugs im Kraftstoffsektor, die das Ministerium auf 300 Millionen Euro beziffert, die restlichen Einnahmen aus Immobilienverkäufen sowie die Auswirkungen einer außerordentlichen Kürzung der Lohnsteuervorauszahlungen im November 2026 auf die IRS-Veranlagung. Wären diese berücksichtigt worden, so der CFP, käme seine Prognose dem Überschuss im Haushaltsentwurf nahe. Der Rat ging zudem von keiner Erhöhung der Verteidigungsausgaben aus. Seine Zahlen für 2027 enthalten die 2026 beschlossene zusätzliche Senkung des IRS-Satzes, eine Aufstockung des Solidaritätszuschlags für ältere Menschen (CSI) und eine Anpassung der Mindestexistenzschwelle, teilweise ausgeglichen durch die Investitionssteuerregelung RFAI und einen Teil der Erlöse aus Immobilienverkäufen.

Zusammensetzung des Überschusses

Der Überschuss der öffentlichen Verwaltung insgesamt stützt sich auf die Sozialversicherung. Der CFP prognostiziert ein Defizit der Zentralverwaltung von 2,8 % des BIP – das höchste seit 2017 mit Ausnahme der Pandemiejahre –, während die Sozialversicherung einen Überschuss von 2,6 % und die regionale und lokale Verwaltung von 0,2 % erzielt. Der Rat beschreibt diese Struktur in aller Deutlichkeit:

„Die Abhängigkeit des Gesamtergebnisses vom Teilsektor der Sozialversicherung, der besonders konjunkturanfällig ist, besteht daher fort.“

Conselho das Finanças Públicas

Der CFP dringt auf eine effizientere Verwaltung in der Zentralverwaltung, was nach seiner Einschätzung den Spielraum für neue öffentliche Investitionsbedarfe vergrößern würde. Der Haushalt stützt sich auf die Wachstumsprognosen der Regierung von 2,3 % für 2026 und 2,1 % für 2027.

Zinslast und Ausgaben

Das Finanzministerium rechnet für 2027 mit einem Anstieg der Zinszahlungen um 1,5 Milliarden Euro – fast doppelt so hoch wie der Anstieg in der Tabelle mit unveränderten Politiken, die die Regierung dem Parlament am 31. August vorlegte, und höher als die eigene Prognose des CFP. Der Rat vermutet, dass diese Zahl zu hoch angesetzt ist, was Haushaltsspielraum freisetzen könnte, falls die Annahmen des Ministeriums nicht zutreffen. Ohne den Basiseffekt des Aufbau- und Resilienzplans (PRR) dürften die öffentlichen Ausgaben 2027 um 0,4 Prozentpunkte auf 42 % des BIP steigen, vor allem wegen der Zinslast.

Der CFP bezeichnet zudem die außerordentlichen Anpassungen der Vorauszahlungen im November als überzogen und argumentiert, sie könnten die Erstattungen verringern und die Steuervereinnahmung 2027 erhöhen.

Risiken in beide Richtungen

Der CFP sieht Abwärtsrisiken, darunter ein schwaches Lohnwachstum, das die Einnahmen aus IRS und Sozialbeiträgen untergraben könnte, sowie neue wirtschaftspolitische Maßnahmen, die die Haushaltsziele gefährden könnten. Nach oben verweist er auf besser als erwartete Preise oder Wirtschaftstätigkeit, niedrigere Zinslasten und eine restriktivere Nutzung der für die Haushaltskonsolidierung zurückgelegten Ausgabenermächtigungen. Das Urteil des Rates hängt somit davon ab, wie sich diese Faktoren ausgleichen, wobei die Zahl für 2027 weiterhin von den drei nicht berücksichtigten Maßnahmen abhängt.

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