Kunst & Bücher · Pompeji

Versiegelter Schrank in Pompeji gibt Kosmetik, Münzen und Kinderamulette aus dem Jahr 79 n. Chr. preis

Archäologen haben einen Holzschrank im Haus IX 11, 7 an der Via dell'Abbondanza rekonstruiert, der seit dem Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. verschlossen geblieben war. Zu seinem Inhalt gehören Kosmetikwerkzeuge, Bleigewichte und eine Kette mit Schutzamuletten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von ANSA.it, Rai news, The Independent und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Pompeji · Italien

Ein Schrank, verschlossen seit 79 n. Chr.

Der Parco Archeologico di Pompei hat Bilder eines Holzschranks veröffentlicht, den Archäologen anhand von Grabungsdaten im Haus IX 11, 7 an der Via dell'Abbondanza rekonstruiert haben, einer der belebtesten Straßen der antiken Stadt. Das Haus wird aufgrund von Inschriften, die nicht mehr sichtbar sind, Cornelius Maximus zugeschrieben. Seine Fassade wurde 1912 freigelegt, doch erst jetzt haben Archäologen einige der dahinterliegenden Räume untersucht. Der Schrank war seit dem Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr., der die Stadt unter meterdicken Ascheschichten begrub, nicht geöffnet worden, sodass sein Inhalt einen Haushalt am Vorabend der Katastrophe widerspiegelt. Die Objekte deuten auf ein Haus hin, das wahrscheinlich einer Frau gehörte, doch die Identität der Bewohner bleibt ungewiss.

Kosmetik, Handel und Haushaltsgegenstände

Zu den Funden zählen Pinzetten, ein Werkzeug zum Anrühren kosmetischer Substanzen, ein Glasfläschchen für Salben oder Parfüm sowie ein Räuchergefäß, das das Haus beduftet hätte. Neben Bleigewichten, die wohl in einem Verkaufsgeschäft verwendet wurden und in einer kleinen Holzkiste lagen, von der nur noch Spuren erhalten sind, lag eine Bronzelampe. Bronze-, Glas- und Keramikgefäße sowie Töpfe füllten den Rest des Schranks. Ein feiner Krug, verziert mit Schuppen in Form von Pinienzapfen, könnte persönliche Erinnerungen getragen haben und zugleich einem alltäglichen Zweck gedient haben. Die feinen Wandmalereien im Vierten Stil in dem Raum lassen darauf schließen, dass die Familie komfortabel lebte.

Eine Kette mit Schutzamuletten

Das auffälligste Objekt ist eine Kette mit mindestens 24 Miniaturanhängern aus Fayence, Knochen, Glaspaste und Bergkristall, die jeweils ein Loch zum Aufhängen haben. Die Stücke zeigen die Götter Bes und Merkur sowie Hände, Füße, Pinienzapfen und Weintrauben. Ketten dieser Art, als crepundia bekannt, wurden römischen Kindern als Schutzamulette gegeben, und ihr Klappern beim Bewegen half Erwachsenen, sie im Blick zu behalten. Erwachsene bewahrten sie manchmal ein Leben lang als Erinnerung an die Kindheit auf. In diesem Fall lag die Kette laut Mediafax in einem Stoffbeutel im Schrank.

Münzen und eine überstürzte Flucht

Ein kleiner geflochtener Behälter enthielt 38 Bronzemünzen. Archäologen vermuten, dass die Besitzer keine Zeit hatten, ihr Geld oder ihre Wertsachen vor dem Ausbruch zu holen. Fanpage berichtet, dass die Ausgrabungen auch belegen, dass im Haus zum Zeitpunkt des Ausbruchs Renovierungsarbeiten liefen. Ob die Bewohner beim Ausbruch starben oder fliehen konnten, ist nicht bekannt.

Was der Fund nach Angaben des Stättenleiters zeigt

Der Stättenleiter Gabriel Zuchtriegel räumte die Grenzen der Befunde ein und sagte, die Fragmente brächten den Haushalt dennoch seinem Alltag näher.

„Wir können die Identität derer, die in dem Haus lebten, nicht mit Sicherheit rekonstruieren, aber diese Fragmente bringen uns ihrem Alltag näher.“

Gabriel Zuchtriegel

Er betonte zudem, dass nicht nur große Kunstwerke, sondern auch ganz gewöhnliche Gegenstände die menschliche Seite der Vergangenheit vermitteln.

„Pompeji ist nicht nur ein Ort großer Kunstwerke. Es ist auch ein Ort, an dem die alltäglichsten Gegenstände die menschliche Dimension der Vergangenheit wiederherstellen.“

Gabriel Zuchtriegel

Frühere Funde an der Stätte

Im Jahr 2019 lieferte eine Holzkiste aus dem Haus des Gartens in Pompeji Spiegel, Kettenglieder und Amulette, die der damalige Direktor als Objekte aus der „weiblichen Welt“ der antiken Stadt bezeichnete. Archäologen fanden zudem die Skelette von mindestens zwei jungen Waldmäusen in einer Amphore auf dem Dachboden des Hauses.

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Quellen und Kontext

Organisationen
Reuters

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