Regierung · Warschau

Nawrocki wirft Tusk illegalen Machtergriff vor – Streit um Verfassungsgericht spitzt sich zu

Acht von der regierenden Mehrheit gewählte Richter beriefen am Dienstag, 3. November, das Verfassungsgericht ein, während Präsident Karol Nawrocki bei einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats Ministerpräsident Donald Tusk illegales Verhalten vorwarf.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von EL PAÍS, Le Monde.fr, POLITICO und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: W2k2, CC BY 4.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. 30.10.Richter suspendieren den Gerichtspräsidenten und seinen Stellvertreter für einen Monat, während Bereitschaftspolizei das Verfassungsgericht umstellt
  2. 3.11.Acht Richter berufen das Gericht ein, während Nawrocki bei einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats Vorwürfe gegen Tusk erhebt
  3. 11.11.Unabhängigkeitstag – der Termin, bis zu dem Nawrocki von Tusk einen Kurswechsel verlangt

Die Suspendierung vom Freitag und das Patt am Gericht

Am Freitag, 30. Oktober, gaben Richter am Verfassungsgericht bekannt, dass Gerichtspräsident Bogdan Święczkowski und sein Stellvertreter für einen Monat suspendiert seien. Anna Korwin-Piotrowska, die dienstälteste der neu gewählten Richter, verkündete dies aus dem Gebäudeinneren, erklärte sich selbst zur geschäftsführenden Leiterin und ließ beide Männer nicht in das Gebäude, während Bereitschaftspolizei es umstellte. Święczkowski, der unter der Regierung von Recht und Gerechtigkeit (PiS) ernannt worden war, wies die Suspendierung zurück, nannte sie einen „Staatsstreich“ und versuchte, den Zaun zu durchbrechen, bevor die Polizei ihn aufhielt. Seit Freitag versammeln sich jeden Tag Demonstranten vor dem Gericht.

Präsident Karol Nawrocki, der sich auf einer Reise in Senegal befand, ließ sein Flugzeug wenden und kehrte nach Warschau zurück. Die Welt berichtet, die Polizei habe ihn in das Gebäude gelassen, wo er Korwin-Piotrowska beiseitegeschoben und ihr gesagt habe, sie sei keine Richterin.

Die Sitzung am Dienstag und der Zusammenstoß im Sicherheitsrat

Am Dienstag, 3. November, traten acht von der derzeitigen Regierungsmehrheit gewählte Richter zusammen und erklärten, sie hätten genügend Mitglieder, um die seit Langem blockierte Arbeit des Gerichts wieder aufzunehmen. Le Monde berichtet, das Gericht habe am Nachmittag einen Haushalt für 2027 verabschiedet, was die Krise aber kaum beenden dürfte. ABC berichtet, nur acht der 15 Richter seien anwesend gewesen, und sie hätten das für gültige Entscheidungen nötige Quorum gesenkt.

Am selben Tag nutzte Nawrocki eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats, die ursprünglich einem dauerhaften US-Militärstützpunkt gelten sollte, um Tusk eines illegalen Versuchs zu beschuldigen, die Kontrolle über das Gericht zu übernehmen. Tusk konnte nicht antworten, solange die Kameras liefen, und die fünfstündige Sitzung wurde vom Streit um das Verfassungsgericht dominiert.

Die Positionen der beiden Lager

Tusk sagte, die Verteidigung des Gerichts und seiner Richter sei Pflicht der Exekutive, und niemand in der Regierung habe das Recht, das Verfassungsgericht zu stürmen, wie Nawrocki es getan habe. Er warf Moskau zudem vor, Polens Turbulenzen auszunutzen, und mahnte Politiker, nicht zu „nützlichen Idioten“ zu werden.

„Der Präsident hat die Chance, und ich hoffe, er nutzt sie, aufzuhören, rechtmäßig gewählte Richter des Verfassungsgerichts anzugreifen, und ihnen ihre Arbeit zu ermöglichen.“

Donald Tusk, Ministerpräsident Polens und Kopf

Nawrocki warf der Regierung vor, sich das Gericht illegal anzueignen und dabei seine Abwesenheit und den Allerheiligen-Feiertag auszunutzen, und sagte, wer sich als Richter ausgebe, sei nach dem Gesetz kein Richter. Er werde „das nicht durchgehen lassen“ und alle seine Vorrechte nutzen.

„Ich erwarte [vom Ministerpräsidenten], dass er die Ambitionen seiner Regierung zügelt und den illegalen Handlungen seiner Vertreter im Verfassungsgericht ein Ende setzt.“

Karol Nawrocki, Präsident Polens

Nawrocki setzte Tusk eine Frist bis zum Unabhängigkeitstag am 11. November, um den Kurs zu ändern. Tusk sagte, er und Nawrocki hätten vereinbart, sich persönlich zu treffen, um die Krise zu lösen.

Hintergrund und die Tragweite

Das Gericht hat 15 Richter: Sieben wurden zwischen 2015 und 2023 unter der PiS ernannt und acht, nachdem Tusks Koalition im Dezember 2023 die Regierung übernommen hatte, so Die Welt. Nawrocki weigert sich, fünf vom Parlament gewählte Richter zu vereidigen, was die Richter aus der PiS-Ära in der Minderheit ließe. Im Dezember 2025 entschied der Gerichtshof der Europäischen Union, dass das Verfassungsgericht wegen der Art der Ernennung seiner Richter weder unabhängig noch unparteiisch sei. Fast 1.000 Verfahren sind anhängig, und die PiS strebt bei den Wahlen im nächsten Jahr die Rückkehr an die Macht an.

Richter des Verfassungsgerichts nach ErnennungszeitraumRichter
Unter der PiS ernannt, 2015–2023
7 Richter
Nach Dezember 2023 ernannt
8 Richter

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Warschau · Polen

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