Regierung · Warschau
Polens Tusk und Nawrocki streiten über das Verfassungsgericht, während der Präsident eine Frist von sechs Tagen setzt
Karol Nawrocki gab Donald Tusk sechs Tage, um das zu beenden, was er eine illegale Übernahme des Verfassungsgerichts nennt – eine Frist ohne rechtliche Wirkung. Die Polizei bewacht das Gericht weiterhin, vor dem sich Tag und Nacht Demonstranten versammeln.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Le Soir, Berliner Zeitung, adevarul.ro und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die Richterin Anna Korwin-Piotrowska setzte am Freitag, 30. Oktober, den Präsidenten des Gerichts Bogdan Swieczkowski und dessen Stellvertreter Bartlomiej Sochanski ab; Polizei wurde zum Gericht entsandt.
In einer Fernsehansprache am Dienstag, 3. November, gab Karol Nawrocki Donald Tusk sechs Tage, um eine illegale Übernahme des Gerichts zu beenden – eine Frist ohne rechtliche Wirkung.
Ein konstruktives Misstrauensvotum benötigt mindestens 231 der 460 Abgeordneten im Sejm, da der Präsident keine Befugnis hat, den Ministerpräsidenten zu entlassen.
Jarosław Kaczyński und Grzegorz Braun posierten bei dem Protest vor dem Gericht für ein Selfie, ebenso wie Mateusz Morawiecki und Sławomir Mentzen.

- 30.10.Die Richterin Anna Korwin-Piotrowska setzt den Präsidenten des Gerichts Bogdan Swieczkowski und dessen Stellvertreter Bartlomiej Sochanski ab; Polizei wird eingesetzt
- 3.11.Acht von der Regierungskoalition unterstützte Richter beraten über den Haushalt des Gerichts und Disziplinarverfahren; Nawrocki setzt in einer Fernsehansprache eine Frist von sechs Tagen
Wie der Standoff begann
Am Freitag, 30. Oktober, setzte die Richterin Anna Korwin-Piotrowska, eine von fünf Richtern, deren Ernennung die Regierungskoalition unterstützt, den Präsidenten des Gerichts Bogdan Swieczkowski und dessen Stellvertreter Bartlomiej Sochanski ab – beide werden von der Opposition unterstützt. Bereitschaftspolizei wurde eingesetzt, und das Gebäude ist seither abgeriegelt. Obwohl sich die Lage beruhigt hat, versammeln sich weiterhin einige hundert Anhänger der Opposition Tag und Nacht vor den Toren. El País berichtet, Nawrocki, der auf dem Weg in den Senegal war, habe umgedreht, sei in Warschau gelandet und habe sich Zutritt zum Gericht verschafft, während Bereitschaftspolizei das Gebäude bewachte. Der Streit reicht auf Jahre der Herrschaft der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) über das Gericht zurück, und Nawrocki gehört dieser Partei an.
Die Argumente der Regierung und Tusks Reaktion
Die Regierung Tusk vertritt die Auffassung, das Gericht müsse reformiert werden, um die Rechtsstaatlichkeit wiederherzustellen und die EU-Standards zur Unparteilichkeit zu erfüllen, und sie will die von der PiS vorgenommenen Änderungen an der Institution rückgängig machen. Anhänger Nawrockis werfen Tusk vor, einen Putsch zu unterstützen. Tusk wies die Vorwürfe zurück und bot ein vertrauliches Gespräch unter vier Augen an, um die Spannungen zu entschärfen; laut Berliner Zeitung war ein solches Treffen bis Donnerstag, 5. November, jedoch nicht angekündigt worden. Die Irish Times merkt an, dass die Regierung Tusk wiederholt auf Vetos zweier aufeinanderfolgender, mit der Opposition verbündeter Präsidenten gestoßen ist. Am Dienstag, 3. November, trafen sich die acht von Tusks Koalition unterstützten Richter, um den Haushalt des Gerichts zu billigen und die Einleitung von Disziplinarverfahren gegen Swieczkowski und Sochanski zu erörtern, so Adevarul.
Sechs Tage, keine rechtliche Wirkung
Am selben Dienstag wandte sich Nawrocki zur Eröffnung einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats im Fernsehen an die Nation; die Beratungen waren für die Öffentlichkeit geschlossen. Er gab Tusk sechs Tage, um das zu beenden, was er eine illegale Übernahme des höchsten Gerichts des Landes nannte, forderte aber nicht den Rücktritt des Ministerpräsidenten. Er sagte, er werde alle seine verfassungsmäßigen Befugnisse nutzen, um das zu verhindern, was er als Versuch beschrieb, die verfassungsmäßige Ordnung zu untergraben, ohne zu sagen, welche Mittel er meinte. Die Frist bindet niemanden. Polens Verfassung gibt dem Präsidenten keine Befugnis, einen Ministerpräsidenten zu entlassen. Das kann nur der Sejm, durch ein konstruktives Misstrauensvotum, das mindestens 231 seiner 460 Abgeordneten benötigt. Die Berliner Zeitung argumentiert, der Schritt verschaffe Nawrocki am Unabhängigkeitstag einen politischen Sammelpunkt, gut ein Jahr vor einer Parlamentswahl, die spätestens im November 2027 stattfinden muss. Forscher, die am 2. November – vor der Ankündigung der Frist – mit EUobserver sprachen, sagten, die Rechte nutze die Krise, um Wähler mit einem Narrativ existenziellen Konflikts zu mobilisieren.
Oppositionskundgebungen und das Rennen 2027
Bei dem Protest vor dem Gericht waren der PiS-Mitbegründer Jarosław Kaczyński und Grzegorz Braun anwesend und posierten für ein Selfie, obwohl Kaczyński zuvor eine gemeinsame Regierung mit Braun ausgeschlossen hatte, so Adevarul. Auch der frühere Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und der Libertäre Sławomir Mentzen nahmen teil. Die Vizepräsidentin der Konföderation, Anna Bryłka, sagte gegenüber POLITICO, die Programme der Parteien unterschieden sich in vielerlei Hinsicht, doch die Beendigung der Regierung Tusk sei ihr gemeinsames Hauptziel. Tusks Bürgerkoalition führt den Umfrageaggregator von POLITICO an, doch ihre kleineren Partner könnten den Einzug ins nächste Parlament verfehlen. Das würde einen Weg für die PiS und andere rechte Parteien öffnen – vorausgesetzt, ihre Führungen arbeiten zusammen.
Was für Europa auf dem Spiel steht
Der Umgang der PiS-Ära mit dem Gericht zog Kritik des Europäischen Gerichtshofs an der Unabhängigkeit der Richter nach sich, und in der Folge wurden Milliarden Euro an EU-Mitteln für Polen eingefroren, so die Irish Times. Im Jahr 2021 stellte das Gericht den Vorrang des EU-Rechts infrage und lieferte damit die verfassungsrechtliche Deckung für die umstrittenen Reformen der PiS. Der Reform wohlgesinnte Kritiker warnen, Tusks hartes Vorgehen könne künftige Regierungen ermutigen, es ihm gleichzutun. Die Irish Times erwartet, dass Tusk ungeachtet dessen vorprescht, da im kommenden Jahr eine Parlamentswahl ansteht.
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- 06.11Nawrocki setzt Tusk eine sechstägige Frist bezüglich des Tribunals, ohne rechtliche Bindung
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Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Le SoirIn Polen ein Versuch, die politische Krise zu entschärfenEn Pologne, une tentative de désamorçage de la crise politique · Original auf Französisch
- Berliner ZeitungStreit um Verfassungsgericht in Polen eskaliert: Nawrocki setzt Tusk unter Druck
- adevarul.roDie Krise des polnischen Verfassungsgerichts zieht die Fronten vor den Wahlen 2027. Was in Warschau passiert und warum es für Europa wichtig istCriza Curții Constituționale din Polonia trasează liniile de luptă înaintea alegerilor din 2027. Ce se întâmplă la Varșovia și de ce contează pentru Europa · Original auf Rumänisch
- Bloomberg BusinessMachtkampf in Polen beunruhigt InvestorenPoland's Power Feud Rattles Investors · Original auf Englisch
- Donald Tusk
- Polnischer Ministerpräsident, der die Bemühungen der Regierung zur Reform des Verfassungsgerichts anführt
- Karol Nawrocki
- Polnischer Präsident, von der Partei Recht und Gerechtigkeit unterstützt, der die Sechs-Tage-Frist für Tusk setzte
- Anna Korwin-Piotrowska
- Richterin, die am 30. Oktober den Präsidenten und den Stellvertreter des Gerichts absetzte
- Bogdan Swieczkowski
- Präsident des Verfassungsgerichts, am 30. Oktober abgesetzt
- Bartlomiej Sochanski
- Vizepräsident des Verfassungsgerichts, am 30. Oktober abgesetzt
- Jarosław Kaczyński
- PiS-Mitbegründer, der an dem Protest vor dem Gericht teilnahm
- Grzegorz Braun
- Rechtsextremer Politiker, der beim Gerichtsprotest für ein Selfie mit Kaczyński posierte
- Mateusz Morawiecki
- Ehemaliger polnischer Ministerpräsident, der am Gerichtsprotest teilnahm
- Sławomir Mentzen
- Libertärer Vorsitzender der Partei Konföderation, der am Gerichtsprotest teilnahm
- Anna Bryłka
- Vizepräsidentin der Partei Konföderation, die gegenüber POLITICO über die Beendigung der Regierung Tusk sprach
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