Wahlen · Jerusalem, Tel Aviv und Haifa

Netanjahu-Lager bei Auszählung der israelischen Stimmen knapp vorn, aber ohne Knesset-Mehrheit

Nach Auszählung von 85 Prozent der Stimmen am 28. Oktober kam das Lager Netanjahus auf 53 Sitze, das Lager von Gadi Eisenkot auf 48. Die arabischen Parteien kamen je nach Quelle auf 17 bis 19 Sitze.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von NOS, de Volkskrant und Trouw. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: Avi Ohayon / Government Press Office of Israel, CC BY-SA 3.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. 27. Oktober 2026, Abend, PrognosePrognose deutet auf Vorsprung für Eisenkots Lager
  2. 27. Oktober 2026, Abend, LikudLikud versucht, Wahllokale länger geöffnet zu halten
  3. 28. Oktober 2026, MorgenBei 85 Prozent ausgezählter Stimmen führt Netanjahus Lager mit 53 zu 48

Eine Auszählung, die sich nach der Prognose drehte

Die Israelis haben am 27. Oktober 2026 ein neues Parlament gewählt, und mit der Auszählung am Morgen des 28. Oktober verschob sich das Bild. Wochenlang hatten Umfragen auf einen Sieg Eisenkots gedeutet, und die Prognose am Wahlabend schien das zu bestätigen. Nach Auszählung von 85 Prozent der Stimmen lag das Lager Netanjahus jedoch bei 53 Sitzen, das Lager Eisenkots bei 48. Israel hat noch nie eine Partei mit eigener Mehrheit hervorgebracht, und auch diesmal hat keines der beiden Lager eine Mehrheit in der Knesset.

Sitze bei 85 % ausgezählter Stimmen, 28. Oktober 2026Sitze
Lager Netanjahu
53 Sitze
Lager Eisenkot
48 Sitze

Daten aus dem Artikeltext

Netanjahu, der seit 1996 dreimal als Ministerpräsident amtiert hat, führt weiterhin das größte Lager an, doch der Vorsprung lässt ihn ohne Regierungsmehrheit. Analysten und Kommentatoren vor Ort sind sich einig, dass das Ergebnis offen ist und davon abhängt, wer eine Koalition zustande bringt.

Likuds letzter Vorstoß und ein Wahlkampf aus der Opposition

Likud selbst war bis zuletzt unsicher. Am Abend der Wahl versuchte die Partei, Wahllokale länger geöffnet zu halten, machte bis zum letzten Moment Wahlkampf, und nur wenige Anhänger erschienen zu ihrer Wahlparty. Das Lager Eisenkots setzte vor allem auf Opposition gegen Netanjahu statt auf eine klar umrissene Alternative. Sicherheit dominierte den Wahlkampf, die erste landesweite Wahl seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023, und viele Israelis sehen in Netanjahu weiterhin die Sicherheitsfigur – trotz Eisenkots Hintergrund als hochrangiger Offizier und ehemaliger Generalstabschef.

Arabische Parteien als klarste Gewinner

Die arabischen Parteien waren die Gewinner dieser Wahl, obwohl sie weniger Beachtung fanden als das Duell der beiden Lager. Arabische Bürgerinnen und Bürger stellen etwa ein Fünftel der Bevölkerung Israels, und ihre Wahlbeteiligung, historisch niedrig, stieg deutlich. Die Zahlen unterscheiden sich je nach Quelle: NOS nennt 19 Sitze für die arabischen Parteien, mehr als je zuvor, während Trouw vorläufig 17 angibt, nach zehn zuvor. Trouw nennt die Vereinigte Liste und Ra'am als die beiden Parteien, die besser abschnitten als zuvor. Mehrere arabische Parteien haben erklärt, sie seien bereit, in einer Regierung mitzuwirken – eine Aussicht, die manche Börsianer beunruhigt, die eine Eisenkot-Koalition mit ihnen fürchten.

Stimmen aus Tel Aviv und Jerusalem

Am Markt Hatikva im Süden Tel Avivs sagte ein Metzger, der seinen Nachnamen nicht nennen wollte, die Wahl sei die letzte Chance gewesen, Netanjahu abzulösen. Seine Sorge gilt nun einer möglichen Regierung Eisenkots mit einer arabischen Partei. Im Café Chacho's im Zentrum Tel Avivs sagte Rod Eilley (61), der sich dort jeden Morgen mit Freunden trifft, er sei verzweifelt. Zehntausende Auslandsisraelis seien nach Israel geflogen, um gegen Netanjahu zu wählen, und arabische Wähler hätten stundenlang angestanden, dennoch habe die Opposition keine Mehrheit errungen. In Jerusalem wählte Taxifahrer Samuel Cohen (61) Netanjahu, wie zuvor sein Vater und sein Großvater, und sagte, ihm sei mulmig bei einer Regierung Eisenkots mit arabischen Parteien. Der pensionierte Aktivist Louis Frankenthaler, ebenfalls aus Jerusalem, äußerte vorsichtigen Optimismus wegen des starken arabischen Abschneidens, rechnete aber damit, dass Netanjahu an der Macht bleibt.

Wie es weitergeht

Keines der Lager hat eine Mehrheit, das Ergebnis hängt also davon ab, wer eine zustande bringt. Eisenkot hat angekündigt, eine Koalition bilden zu wollen, und die arabischen Parteien haben signalisiert, dass sie bereit sind, einer Regierung beizutreten. Trouw fasste die Unsicherheit so zusammen, dass alles davon abhänge, welche Parteien mit welchen anderen regieren wollen.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Orte
Israel
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