Nepal konzentriert Hochwasserrettung auf drei Wasserkraft-Tunnel, während die Zahl der Todesopfer 1.400 erreicht
Notfallteams in Nepal pumpen Sauerstoff in drei verschüttete Wasserkraft-Tunnel, in denen Dutzende Arbeiter zwei Wochen nach einem Gletscherbruch, der 1.400 Menschen in Nepal und Tibet tötete, weiterhin eingeschlossen sind.
Suchaktionen in den Tunneln
Die Rettungskräfte in Nepal haben ihre Suche auf drei Tunnel von Wasserkraftprojekten konzentriert, in denen Dutzende Arbeiter zwei Wochen nach dem Gletscherhochwasser, das die Grenzregion zu China traf, weiterhin eingeschlossen sind. Mindestens 11 Wasserkraftanlagen wurden am 26. August schwer beschädigt, als ein Gletscher in einen Grenzfluss stürzte und die Eingänge unter dicken Schlamm- und Trümmerschichten begrub. Die Teams konzentrieren ihre Hauptanstrengungen auf das Wasserkraftprojekt Chilime sowie die miteinander verbundenen Tunnelnetze Upper Trishuli 3A und 3B. Techniker leiteten Sauerstoff in die unterirdischen Schächte, während Notfallteams spezielle Bergungsausrüstung transportierten, um blockierte Durchgänge zu räumen. Katastrophenschutzbehörden schätzen, dass etwa 121 der 900 vermissten Arbeiter an den Wasserkraftstandorten in diesen Tunneln eingeschlossen sein könnten.
Unsere Suchaktion konzentriert sich auf das Auffinden von Überlebenden, auch in Tunneln. Unser Hauptaugenmerk liegt auf dem Wasserkraftprojekt Chilime, wo wir glauben, dass Menschen eingeschlossen sind, weil es dort eine Kantine, Unterkünfte und Verpflegungsmöglichkeiten gab.
- Ein Gletscherbruch löst Sturzfluten entlang der nepalesisch-chinesischen Grenze aus und erfasst 11 Wasserkraftprojekte.
- Rettungsteams befreien zwei nepalesische Wasserkraftarbeiter lebend aus einem Tunnel des Projekts Trishuli 3A.
- Rettungskräfte holen einen chinesischen Staatsbürger aus einem Tunnel und eine nepalesische Frau aus einem verschütteten Haus.
- Familien protestieren in Kathmandu und fordern schwere Ausrüstung, um 121 vermutlich in Tunneln eingeschlossene Arbeiter zu erreichen.
- Katastrophenschutzbehörden melden insgesamt 1.400 Todesfälle in Nepal und Tibet, während die Sauerstoffzufuhr in den Tunneln fortgesetzt wird.
Opferzahlen und Bergungsarbeiten
Die Gesamtzahl der Todesopfer in Nepal und China erreichte 1.400, während die Bergungsarbeiten am 14. Tag fortgesetzt wurden. Nepals Katastrophenschutzbehörde meldete bis zum 8. September 1.357 bestätigte Todesfälle und 5.326 vermisste Personen. Im benachbarten Tibet bestätigten chinesische Staatsmedien 43 Todesfälle und 519 vermisste Einwohner. Die Leichenhallen in den betroffenen Flusstälern waren überlastet, sodass die Polizei Hunderte von Opfern in Massengräbern bestattete, nachdem DNA-Proben für eine spätere Identifizierung entnommen worden waren. Suchteams bargen zwischen dem 4. und 5. September vier Überlebende, darunter zwei nepalesische Wasserkraftarbeiter aus Trishuli 3A, einen chinesischen Staatsbürger und eine Frau, die aus einem eingestürzten Wohnhaus geborgen wurde.
Proteste von Angehörigen und Verzögerungen bei der Ausrüstung
Verzögerungen beim Einsatz schwerer Bergungsmaschinen führten zu Protesten in Kathmandu, wo sich am 7. September Angehörige versammelten, um schnellere Rettungsaktionen an den verschütteten Anlagen zu fordern. Die Familien kritisierten die Behörden, dass sie erst am sechsten oder siebten Tag nach der Katastrophe einen kleinen Bagger per Helikopter zum Standort Trishuli 3B transportierten. Etwa 140 Familien bildeten eine koordinierte Koalition, um Informationen zu verfolgen, Vermisstenanzeigen zu stellen und die Regierung zu drängen, Schwerlasthelikopter aus China oder Indien einzusetzen. Die Demonstranten stellten die Zuteilung von Personal und Ausrüstung durch das Militär zwischen verschiedenen Katastrophenorten in Frage, während die Tunnelzugänge weiterhin durch verdichtetes Sediment blockiert waren.
Wir kennen unsere Verantwortung und ihre Sensibilität. Wir setzen den humanitären Geist des nepalesischen Volkes durch die Such- und Rettungsaktion in die Tat um.
Internationale Hilfe und Schäden an Wasserkraftwerken
Spezialisierte Suchkräfte aus China, Indien und Südkorea schlossen sich nepalesischen Armeeeinheiten entlang der beschädigten Flusstäler an. Internationale Hilfsorganisationen berichteten von großen Schwierigkeiten, abgelegene Berggemeinden zu erreichen, da zerstörte Brücken und weggeschwemmte Straßen den Landweg abschnitten. Die Flut riss auch ausländische Reisende mit sich, darunter die 34-jährige ukrainische Fotografin Iryna Kripak, die am Morgen der Katastrophe nahe der Grenze unterwegs war. Nepal hatte seine installierte Wasserkraftkapazität im letzten Jahrzehnt vervierfacht und mehr als 210 Projekte an schneegespeisten Flusssystemen gebaut, um seine Wirtschaft mit Strom zu versorgen. Nepalesische Behörden stellten fest, dass der landesweite Wiederaufbau nach der Gletscherkatastrophe Milliarden von Dollar kosten wird.
Jede Verzögerung bedeutet, dass Familien länger auf die dringend benötigte Unterstützung warten müssen.
- Nepal
- 1357 Personen
- China (Tibet)
- 43 Personen


