Film & Medien

Bruno Meyerfeld gewinnt den 88. Albert-Londres-Preis für seine Reportagen aus dem Amazonasgebiet Brasiliens

Drei französischsprachige Journalisten wurden am Dienstag, 27. Oktober, mit Albert-Londres-Preisen ausgezeichnet: Bruno Meyerfeld in der Sparte Presse, Brice Lambert für eine Dokumentation über Frauen in den Vereinigten Staaten und Arthur Sarradin für ein Buch über die Gefängnisse Syriens.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von rts.ch, BFMTV, RTBF und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Wie es dazu kam
  1. 1933Erste Verleihung des Albert-Londres-Preises an Émile Condroyer von Le Journal
  2. 1985Schaffung des Preises für audiovisuelle Reportagen
  3. 27.10.Verleihung des 88. Pressepreises, des 42. Audiopreises und des 10. Buchpreises

Pressepreis für Reportagen über die indigenen Völker Brasiliens

Die Jury des Albert-Londres-Preises kürte Bruno Meyerfeld, 35, zum Gewinner der 88. Ausgabe in der Sparte Presse, wie am Dienstag, 27. Oktober, bekannt gegeben wurde. Der freie Reporter erhielt die Auszeichnung für Artikel, die in Le Monde über die indigenen Völker Brasiliens erschienen. Die Jury erklärte, seine Texte trügen den Geist Albert Londres' in sich und blickten nicht weg von der Gewalt, die die Indigenen im abgelegenen Amazonasgebiet erlitten hätten. Meyerfeld hat in vielen Ländern gearbeitet, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Umweltfragen.

„In diesen Schilderungen steckt Albert Londres. Mit Poesie weicht Bruno Meyerfeld der Gewalt nicht aus, die Indigene in den entlegensten Gebieten des Amazonas erleiden.“

Jury des Albert-Londres-Preises

Bei der Zeremonie widmete Meyerfeld den Preis den Menschen, die ihn während seiner Recherchen aufgenommen hatten. Im Dezember 2025 hatte er für Le Monde aus dem brasilianischen Amazonasgebiet berichtet und seine Begegnung mit Rita beschrieben, einer etwa sechzigjährigen Frau und dem letzten bekannten Mitglied des Volkes der Piripkura, das den Beinamen „Schmetterlingsvolk“ trägt. Auf der Bühne sagte er:

„Ich denke vor allem an die indigenen Völker, die mich aufgenommen haben und die derzeit an allen Fronten gegen Gewalt kämpfen. Ihnen widme ich diesen Preis.“

Bruno Meyerfeld

Audiopreis für einen Film über Gewalt gegen Frauen in den Vereinigten Staaten

Brice Lambert, 40, erhielt den 42. Audiopreis für die Dokumentation Sexe faible, l'Amérique en guerre contre ses femmes, die mit Arte und Studio fact presse entstand. Der Film, verfügbar auf Play RTS, beleuchtet Regionen der Vereinigten Staaten, in denen Frauen für Straftaten ihrer Partner ins Gefängnis kommen und in denen minderjährige Mädchen gezwungen werden, ihre Vergewaltiger zu heiraten. Laut dem Film ist eine Ehe vor dem 18. Lebensjahr noch in 32 Bundesstaaten erlaubt, und seit dem Jahr 2000 wurden 300.000 solcher Ehen registriert. Die Jury erklärte, der Film reiche über die Vereinigten Staaten hinaus und beschrieb die Behandlung von Frauen teilweise als talibanartig; solche Zustände seien nicht auf Afghanistan beschränkt.

Lambert, der für Libération, France Télévisions, Slate, LCP, Canal+ und Society berichtet hat, verknüpfte die Dokumentation mit der Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Dieser Sektor stehe unter Druck und müsse verteidigt werden:

„Diese Dokumentation würde ohne den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht existieren. Heute durchlebt er eine schwere Krise, aber wir müssen ihn verteidigen, weil er unsere Demokratie garantiert.“

Brice Lambert

Seine Recherchen haben ihn in die Ukraine, in die Vereinigten Staaten, nach Israel, Simbabwe, Laos, Kenia und Burma geführt.

Buchpreis für einen Bericht über die Gefängnisse Syriens

Arthur Sarradin, 26, gewann den 10. Buchpreis für Le Nom des ombres. Sortir de l'enfer concentrationnaire syrien, erschienen bei Éditions du Seuil. Er war einer der ersten Journalisten, die die Öffnung der syrischen Gefängnisse nach dem Sturz von Bachar al-Assad im Dezember 2024 miterlebten. Das Buch stützt sich auf erschütternde Zeugenaussagen ehemaliger Häftlinge und rangniedrigerer Mitglieder des Regimes. Die Jury hob seine beeindruckende Reife und sein Gespür für Sprache und Erzählung hervor.

Der Preis und seine Geschichte

Der Preis ist nach Albert Londres (1884–1932) benannt, der in der Berichterstattung als Vater der modernen großen Reportage beschrieben wird. Die erste Auszeichnung ging 1933 an Émile Condroyer für Reportagen in der Tageszeitung Le Journal. Der Preis für audiovisuelle Reportagen wurde 1985 geschaffen, der Buchpreis wird separat vergeben und in dieser Runde zum 10. Mal ausgelobt. Die Jury besteht aus früheren Preisträgern; die drei Gewinner wurden bei der Zeremonie am 27. Oktober 2026 geehrt. Die folgende Zeitleiste markiert zentrale Meilensteine der Preisgeschichte und die diesjährigen Auszeichnungen.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen