Wirtschaft · München, Nürnberg und Dingolfing
IG Metall zählt mehr als 413.000 Beschäftigte in erster Warnstreikwelle
IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten; die nächste Runde in Bayern ist für Montag, 9. November, in München angesetzt. Die dritte Runde im Bezirk Nord endete am Freitag, 6. November, ohne Ergebnis.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Handelsblatt, Bayerischer Rundfunk, Wirtschafts Woche und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
IG Metall zufolge beteiligten sich mehr als 413.000 Beschäftigte an über 2.800 Aktionen der ersten Warnstreikwelle – deutlich mehr als in der Tarifrunde 2024.
IG Metall verlangt 5 Prozent mehr Geld für 3,7 Millionen Beschäftigte ab November bei zwölf Monaten Laufzeit, dazu Regeln zur Beschäftigungssicherung und eine Gewinnbeteiligung für gut zahlende Unternehmen.
Die dritte Runde im Bezirk Nord endete am Freitag, 6. November, ohne Einigung. Die Arbeitgeber dort bieten eine Einmalzahlung von 500 bis 850 Euro im Juli 2027 und 1,3 Prozent mehr ab Juli 2028.
Die dritte Runde in Bayern ist für Montag, 9. November, im IG-Metall-Haus in München angesetzt, am selben Tag finden auch die Gespräche in Nordrhein-Westfalen statt.
- 5.11.IG Metall schlägt in Baden-Württemberg befristete Regelungen zur Sicherung von Investitionen und Standorten vor
- 6.11.Dritte Runde im Bezirk Nord endet ohne Ergebnis; Gewerkschaft meldet 413.000 Teilnehmende an den ersten Warnstreiks
- 9.11.Dritte Verhandlungsrunde in Bayern im Münchner Gewerkschaftshaus, am selben Tag Gespräche in Nordrhein-Westfalen
Rekordbeteiligung in der ersten Warnstreikwelle
IG Metall zählte mehr als 413.000 Beschäftigte, die sich an über 2.800 Aktionen in der ersten Warnstreikwelle der Metall- und Elektroindustrie beteiligten – eine Bilanz, die die Gewerkschaft am Freitag, 6. November 2026, vorlegte. Die Aktionen reichten von kurzen Arbeitsniederlegungen bis zu Kundgebungen, und die Beteiligung habe jene der Tarifrunde 2024 deutlich übertroffen, erklärte die Gewerkschaft. Von den Ausständen betroffen waren unter anderem die Autobauer Mercedes, Audi und BMW, die Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck und MAN, der Windanlagenbauer Siemens Gamesa und der Flugzeugbauer Airbus. In Bayern rief IG Metall Zehntausende Beschäftigte zum Ausstand auf, allein im Raum Nürnberg waren rund 30 Betriebe betroffen, darunter ZF, Siemens, MAN und Schaeffler. Vor dem Werkstor von Bosch in Nürnberg fand eine Kundgebung statt. Am Freitag, 6. November, waren Ausstände in 105 Betrieben geplant, darunter das BMW-Werk in Dingolfing.
Forderungen und Arbeitgeberangebote
IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld für die 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche in ganz Deutschland, beginnend im November, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zudem verlangt sie Regeln zur Sicherung von Arbeitsplätzen und will hochprofitable Unternehmen zu einer Gewinnbeteiligung verpflichten. Im Bezirk Nord, der von Bremen bis zur Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns reicht, trafen sich Arbeitgeber und Gewerkschaft am Freitag, 6. November, zur dritten Runde und trennten sich ohne Ergebnis. Die Arbeitgeber dort haben eine Einmalzahlung im Juli 2027 zwischen 500 und 850 Euro je nach Einkommen angeboten, die bei Unternehmen in der Krise gestrichen werden könnte, sowie 1,3 Prozent mehr Geld ab Juli 2028. In Bayern bieten die Arbeitgeber für das kommende Jahr eine Einmalzahlung von 1 Prozent des Jahresbruttolohns und 1,3 Prozent mehr für 2028 – unter Verweis auf die schwache wirtschaftliche Lage vieler Firmen. Am Donnerstag, 5. November, schlug IG Metall in Baden-Württemberg Lösungen zur Sicherung von Investitionen und Standorten vor und erklärte, befristete Regelungen akzeptieren zu können, bei denen Beiträge der Beschäftigten gegen verbindliche Beschäftigungsgarantien getauscht werden.
- Lohnforderung der IG Metall
- 5 %
- Arbeitgeberangebot: Lohnerhöhung ab 2028
- 1.3 %
- Arbeitgeberangebot: Einmalzahlung in Bayern (% des Jahresbruttolohns)
- 1 %
Daten aus dem Artikeltext
Gespräche gehen am Montag, 9. November, weiter
Die dritte Runde in Bayern ist laut Gewerkschaft für Montag, 9. November, im IG-Metall-Haus in München angesetzt. Auch die Gespräche in Nordrhein-Westfalen sind für diesen Tag geplant. Horst Ott, IG-Metall-Bezirksleiter in Bayern und Verhandlungsführer, forderte die Arbeitgeber auf, die Signale nicht zu ignorieren, und verlangte ein besseres Angebot. Der bayerische Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie vbm will dagegen, dass sich die Gewerkschaft auf ein Angebot unterhalb der Inflationsrate zubewegt. Dessen Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt formulierte die Position der Arbeitgeber so:
„Wir erwarten von der IG Metall weniger Klassenkampfrhetorik, weniger Streiks und stattdessen mehr Bereitschaft, eine Lösung zu finden.“
Eskalationsdrohungen und die Sicht der Gewerkschaft
Daniel Friedrich, IG-Metall-Verhandlungsführer im Bezirk Nord, sagte, die Tarifkommission der Gewerkschaft werde über die nächsten Schritte beraten. Er warnte, die Gewerkschaft sei für eine härtere Auseinandersetzung bereit, sollten die Arbeitgeber darauf setzen.
„Wenn die Arbeitgeber Eskalation wollen, sind wir vorbereitet.“
IG-Metall-Chefin Christiane Benner sagte, die Beschäftigten hätten mit ihrer Beteiligung gezeigt, was sie vom Angebot der Arbeitgeber hielten.
„Sie haben gezeigt, dass sie von dem Minusangebot der Arbeitgeber nichts, aber auch gar nichts halten.“
Für Montag, 9. November, wurden weitere Warnstreiks angekündigt.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- HandelsblattTarifstreit: IG Metall zählt mehr als 400.000 Teilnehmer an Warnstreiks
- Bayerischer RundfunkBR24 Thema des Tages: Warnstreiks bei der IG Metall
- Wirtschafts WocheMetall- und Elektroindustrie: IG Metall zählt mehr als 400.000 Teilnehmer an Warnstreiks
- Süddeutsche Zeitung120.000 Beschäftigte beteiligen sich an Warnstreiks
- Christiane Benner
- IG-Metall-Chefin, die sagte, die Beteiligung zeige die Ablehnung des Arbeitgeberangebots
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen