Konflikte

Ukraine meldet Verdacht auf Staatsverrat gegen Ex-Selensky-Sprecherin Yulia Mendel in Abwesenheit

Der Sicherheitsdienst der Ukraine und die Generalstaatsanwaltschaft teilten am Dienstag, 3. November 2026, mit, dass der im Ausland lebenden Yulia Mendel in Abwesenheit der Verdacht auf Staatsverrat sowie auf Rechtfertigung der russischen Aggression mitgeteilt wurde.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Rzeczpospolita, 20minutes, Digi24 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Wie es dazu kam
  1. Mai 2026Mendel gibt Tucker Carlson ein Interview und sagt, die Ukraine stehe kurz vor dem Verschwinden
  2. 13.09.Selenskys Erlass verhängt Sanktionen gegen Mendel wegen mutmaßlicher Desinformation und russischer Propaganda
  3. 3.11.SBU und Generalstaatsanwaltschaft teilen ihr in Abwesenheit den Verdacht auf Staatsverrat mit

Verdacht in Abwesenheit mitgeteilt

Am Dienstag, 3. November 2026, teilten der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) und die Generalstaatsanwaltschaft mit, dass Yulia Mendel, die von 2019 bis 2021 Sprecherin von Präsident Wolodymyr Selensky war, förmlich in Abwesenheit über den Verdacht unterrichtet wurde. Die Mitteilung umfasst Staatsverrat unter Kriegsrecht sowie die Rechtfertigung der bewaffneten Aggression Russlands gegen die Ukraine – eine Straftat, die auch das Leugnen oder Verherrlichen ihrer Teilnehmer einschließt. Mendel, eine ehemalige Journalistin im Alter von 40 Jahren, lebt außerhalb der Ukraine, weshalb die Mitteilung ohne ihre Anwesenheit zugestellt wurde. Der SBU erklärte, seine Strukturen arbeiteten daran, sie für die mutmaßlichen Taten vor der ukrainischen Justiz zur Verantwortung zu ziehen. In diesem Stadium ist sie Tatverdächtige; zu ihrer Ausreise aus dem Land, die der SBU als Grund für das Verfahren in Abwesenheit nannte, hat sich Mendel nicht geäußert.

Worauf die Ermittler verweisen

Die Staatsanwaltschaft stützt den Verdacht auf öffentliche Äußerungen gegenüber ausländischen Medien und auf ihre Beiträge in sozialen Netzwerken. In einem Interview mit dem amerikanischen Kommentator Tucker Carlson im Mai 2026 sagte sie, die Ukraine stehe kurz vor dem Verschwinden und ihre Nation verfalle. Im selben Interview argumentierte sie, die Ukraine habe keine Demokratie und keine Meinungsfreiheit, und verglich die dortigen Verhältnisse mit denen in der Sowjetunion. Sie beschrieb Selensky als emotional instabil und ohne Empathie und behauptete öffentlich, er konsumiere Kokain, was sie ein offenes Geheimnis nannte. Die Ermittler führen zudem Facebook-Beiträge an, in denen sie Behauptungen aufstellte, einige Leute profitierten von der Verlängerung des Krieges, ebenso wie politische Patronage, Propaganda und die Verfolgung Andersdenkender. Die Generalstaatsanwaltschaft erklärt, diese Aussagen seien von russischen Staatsmedien und kremlfreundlichen Medien aktiv in Propagandamaterial verwendet worden.

Die Begründung der Staatsanwaltschaft

„Nach Expertengutachten wurde festgestellt, dass ihre Aussagen Anzeichen einer Verletzung der Grundlagen der nationalen Sicherheit im Informationsbereich enthalten.“

Generalstaatsanwaltschaft

Die Ermittler sind der Auffassung, das Material sei darauf angelegt gewesen, bei internationalem Publikum die Auffassung zu prägen, die Ukraine verdiene keine weitere Unterstützung und ihre Führung stehe dem Frieden im Weg. Der SBU erklärte, ihre öffentlichen Äußerungen diskreditierten die Ukraine auf internationaler Bühne und rechtfertigten das Kreml-Regime und den von ihm begonnenen umfassenden Krieg. In seiner Erklärung werden ihre Aktivitäten zudem als subversive Informationsarbeit gegen die Ukraine beschrieben.

Mendels Reaktion

Mendel wies die Vorwürfe in Beiträgen in sozialen Netzwerken zurück. Auf Telegram schrieb sie, der Wortlaut der Anschuldigung beweise, dass sie recht habe, und sie deutete das Verfahren als Preis für die Meinungsfreiheit und für ihr Bemühen, die Ukraine unter Selenskys Herrschaft zu retten. Auf Facebook argumentierte sie, der Verdacht rühre von ihren Auftritten in westlichen Medien und ihren Social-Media-Beiträgen her, die ihre Aussagen über Korruption in Selenskys Umfeld, das Fehlen von Meinungsfreiheit und politische Verfolgung belegten. Eine Zusammenarbeit mit Russen bestritt sie mit dem Argument, die Ermittler hätten über eine solche Zusammenarbeit geschrieben, wenn es sie gäbe, und erklärte, es gehe um die Freiheit der Rede. Sie hat sich zudem für eine schnelle Einigung mit Moskau ausgesprochen und erklärt, die Fortsetzung des Krieges bedrohe das Überleben der Ukraine, während sie die russische Invasion und die Angriffe verurteilte.

Sanktionen und Zeitleiste

Selensky unterzeichnete am 13. September 2026 einen Erlass, mit dem ein Beschluss des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats über Sanktionen gegen Mendel in Kraft gesetzt wurde. Das Präsidialamt erklärte, der Schritt reagiere auf ihre Verbreitung von Desinformation und russischer Propaganda sowie auf ihre Unterstützung der aggressiven Politik Russlands gegen die Ukraine. Die Sanktionen beschränken ihre wirtschaftlichen Rechte in der Ukraine. Die Abfolge reicht vom Interview im Mai über die Sanktionen im September bis zur Verdachtsmitteilung im November.

Der SBU erklärte, die Maßnahmen, sie zur Verantwortung zu ziehen, liefen weiter.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen