
Ukraine erhebt Anklage gegen 14-Jährige wegen Tötung eines Soldaten im Auftrag des russischen FSB
Die ukrainische Polizei teilt mit, die 14-Jährige aus Rivne habe im Januar einen 27-jährigen Soldaten mit methadonversetztem Alkohol vergiftet und ihn während eines Videoanrufs mit ihrem russischen Kontaktmann, der für den FSB arbeitete, stranguliert.
Die Tötung in Rivne
Die ukrainische Polizei teilte mit, die 14-Jährige, eine Einwohnerin von Rivne, habe zunächst einen 27-jährigen Soldaten mit methadonversetztem Alkohol vergiftet und ihn dann stranguliert. Der Soldat hatte etwa zehn Tage lang über einen Messaging-Dienst Kontakt zu ihr, bevor er in eine gemietete Wohnung kam, wo sie ihm das Getränk servierte. Nach Angaben der Polizei verlor er auf dem Bett das Bewusstsein, und das Mädchen führte dann einen Videoanruf mit ihrem Kontaktmann durch und begann, ihn zu strangulieren. Der Plan war detailliert: Die Wohnung war gemietet und das Methadon ihr im Voraus von einem Kurierunternehmen geliefert worden. Der Soldat starb durch die Strangulation, die Tötung ereignete sich im Januar. In ihrer Erklärung beschrieb die Regionalpolizei von Rivne den Ablauf mit diesen Worten:
Die 14-jährige Einwohnerin von Rivne vergiftete das Opfer in Video-Kontakt mit ihrem Kontaktmann (von russischen Diensten) auf dessen direkten Befehl zunächst mit einer Mischung aus Alkohol und einer Betäubungsmittelsubstanz und strangulierte es dann. Die Angeklagte befindet sich derzeit in Untersuchungshaft.
Anwerbung über Telegram
Die Polizei teilte mit, das Mädchen habe ihren Kontaktmann auf Telegram kennengelernt, einen russischen Staatsangehörigen, der im Auftrag des russischen Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) handelte. Sie sei im Herbst 2025 angeworben worden, und ihre ersten Aufträge hätten einfach gewirkt: ein Gebäude fotografieren und Informationen über Truppenbewegungen weitergeben. Der Kontaktmann habe die Tötung Anfang 2026 angeordnet, so die Darstellung. Er habe versprochen, ihre Ausreise in von Russland kontrolliertes Gebiet zu arrangieren, sobald die Aufgabe erledigt sei. Die ukrainische Polizei beschrieb, wie er ihre Gefühle für ihn ausnutzte:
Da die Minderjährige Gefühle für ihren (russischen) Kontaktmann hatte, versprach er, nach Erfüllung der Aufgabe ihre Ausreise in von Russland kontrolliertes Gebiet zu arrangieren.
Die folgende Zeitleiste listet die wichtigsten im Fall berichteten Daten auf.
- Das Mädchen wird von einem russischen Kontaktmann angeworben und erhält einfache Aufgaben wie das Fotografieren eines Gebäudes
- Das Mädchen setzt in Rivne ein ukrainisches Militärfahrzeug in Brand, versprochene 1.000 Dollar werden nie gezahlt
- Das Mädchen vergiftet und stranguliert einen 27-jährigen Soldaten in einer gemieteten Wohnung in Rivne
- Die Polizei gibt den Fall am Freitag bekannt, und die Anklageschrift wird an das Gericht übermittelt
Brandstiftung und Anklage
Der SBU stellte fest, dass dasselbe Mädchen im November 2025 auf Befehl Russlands in Rivne ein Militärfahrzeug in Brand setzte. Der Kontaktmann hatte ihr für diese Aufgabe 1.000 Dollar versprochen, doch sie erhielt das Geld nie. Sie ist wegen Staatverrats unter Kriegsrecht, Behinderung der rechtmäßigen Tätigkeit der Streitkräfte der Ukraine und vorsätzlicher Zerstörung fremden Eigentums durch Brandstiftung angeklagt. Der Sicherheitsdienst der Ukraine führte die Ermittlungen, und die Anklageschrift in diesem Fall wurde ebenfalls an das Gericht übermittelt. Die ukrainische Polizei teilte mit, das Mädchen befinde sich in Untersuchungshaft und drohe ihr als Minderjähriger eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren.
Ein breiteres Muster
Russische Dienste haben seit Beginn des umfassenden Krieges Jugendliche für ihre Operationen angeworben, und ihre Agenten werden immer jünger, was sie anfälliger für Manipulation macht. Methadon wurde in den vergangenen Jahren wiederholt von Agenten eingesetzt, um ukrainische Soldaten zu töten. Die Droge ist ein starkes Opioid, das Atemdepression, Kreislaufversagen und Herzstillstand verursachen kann, was zum Tod führen kann. Am Freitag gab die Regionalpolizei von Rivne den Fall bekannt, und die Anklageschrift liegt nun dem Gericht vor.


