
Brandon McNulty gewinnt WM-Titel im Straßenrennen in Montreal nach 33-Kilometer-Soloangriff
Der amerikanische Fahrer Brandon McNulty setzte sich gegen eine Verfolgergruppe durch und gewann das 273,4 Kilometer lange WM-Straßenrennen in Montreal, mit 13 Sekunden Vorsprung auf Michael Matthews.
Der entscheidende Angriff in Montreal
Brandon McNulty hat am Sonntag das Straßenrennen der Männer bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montreal gewonnen. Der 28-jährige Amerikaner startete rund 33 Kilometer vor dem Ziel auf der Avenue du Parc einen Soloangriff. Sein Angriff folgte auf eine Beschleunigung des Mexikaners Isaac Del Toro, der eine vierköpfige Ausreißergruppe mit Mathieu van der Poel gestellt hatte. Während die Favoriten zögerten, fuhr McNulty schnell einen Vorsprung von mehr als einer Minute auf das Verfolgerfeld heraus.
Der erschöpfte Sieger zeigte sich nach seinem Soloangriff im Ziel ungläubig:
Ich weiß nicht einmal, was los ist.
Verfolgung auf dem Mont-Royal-Kurs
Der 273,4 Kilometer lange Kurs erforderte 13 Runden auf einem Rundkurs um den Mont Royal, mit insgesamt 3.800 Höhenmetern. Jede Runde beinhaltete 269 Höhenmeter, dominiert vom 1,7 Kilometer langen Anstieg auf den Berg. ZDF-Experte Simon Geschke, der während seiner Profikarriere sechsmal den Grand Prix de Montréal absolviert hatte, beschrieb die körperliche Herausforderung dieses Anstiegs:
Er hat eine unangenehme Distanz. Er ist zu kurz, um sich einzupendeln, aber zu lang, um ihn in einem Zug hochzufahren.
Hinter McNulty zerfiel die Verfolgung, als die Fahrer immer wieder angriffen, ohne ihre Bemühungen zu koordinieren. Der Brite Tom Pidcock und der Ire Ben Healy starteten aggressive Angriffe, während der Belgier Remco Evenepoel und der Franzose Paul Seixas versuchten, die Lücke zu schließen. Neun Kilometer vor dem Ziel schloss eine Verfolgergruppe mit Del Toro und Seixas den Rückstand auf zehn Sekunden. Dann blockierten sich die Verfolger gegenseitig, sodass McNulty sich wieder absetzen konnte.
- Eine 16-köpfige Ausreißergruppe mit Felix Engelhardt erarbeitet sich einen Vorsprung von fast neun Minuten
- Stefan Küng verliert den Kontakt zur Spitzengruppe, als das Renntempo steigt
- Brandon McNulty startet nach einer Beschleunigung von Isaac Del Toro einen Soloangriff
- Mauro Schmid und Remco Evenepoel schließen zur Verfolgergruppe auf
- Eine Verfolgergruppe mit Del Toro und Paul Seixas verkürzt McNultys Vorsprung auf zehn Sekunden
- McNulty gewinnt mit 13 Sekunden Vorsprung vor Michael Matthews und Mathieu van der Poel
Podiumsplatzierungen und Verfolgergruppen
McNulty überquerte die Ziellinie auf der Avenue du Parc mit einem Vorsprung von 13 Sekunden. Der Australier Michael Matthews gewann den Sprint um die Silbermedaille vor dem Niederländer Mathieu van der Poel auf dem dritten Platz. Pidcock wurde Siebter, der Schweizer Mauro Schmid belegte den 11. Platz, nachdem er 17 Kilometer vor dem Ziel gemeinsam mit Evenepoel zur Verfolgergruppe aufgeschlossen hatte.
Der Schweizer Stefan Küng wurde 14., nachdem er 50 Kilometer vor dem Ziel bei einer Tempoverschärfung den Kontakt zur Spitzengruppe verloren hatte. Seine Teamkollegen Fabio Christen, Stefan Bissegger und Jan Christen gaben das Rennen früher auf, während Marc Hirschi den Anschluss verlor.
- Brandon McNulty
- 1
- Michael Matthews
- 2
- Mathieu van der Poel
- 3
- Tom Pidcock
- 7
- Mauro Schmid
- 11
- Stefan Küng
- 14
Nachfolge von Pogacar und nationale Ergebnisse
McNulty ist der erste Amerikaner seit 33 Jahren, der den WM-Titel im Straßenrennen gewinnt, und tritt die Nachfolge von Lance Armstrong an, der 1993 in Oslo gewann. Der Sieg hält das Regenbogentrikot im Team UAE Emirates-XRG. Der Titelverteidiger Tadej Pogacar verpasste das Rennen nach einem schweren Sturz einen Monat zuvor. Der Slowene markierte den Übergang einen Tag vor dem Rennen in den sozialen Medien:
Der erste Tag zurück, der letzte Tag mit dem Regenbogen.
Für den Bund Deutscher Radfahrer beendete Florian Lipowitz das Rennen nach einer längeren Verletzungspause. Der deutsche Meister Felix Engelhardt war früher am Tag Teil einer 16-köpfigen Ausreißergruppe, die einen Vorsprung von fast neun Minuten herausfuhr, bevor sie auf dem Rundkurs gestellt wurde. Der BDR beendet die WM in Montreal mit einer Medaille, Bronze gewonnen von Franziska Koch im Einzelzeitfahren.


