Evenepoel gewinnt mit über zwei Minuten Vorsprung
Am Sonntag, 18. Oktober, gewann Remco Evenepoel die 44. Chrono des Nations, ein Einzelzeitfahren über 45,43 Kilometer in Les Herbiers in der Vendée in Frankreich. Er absolvierte die Strecke in 49 Minuten und 53 Sekunden und schlug den Australier Jay Vine von UAE Emirates-XRG um 2 Minuten und 11 Sekunden. Der Schweizer Stefan Küng belegte in 52 Minuten und 20 Sekunden den dritten Platz, 2 Minuten und 27 Sekunden hinter dem Sieger. Evenepoel führte an jedem Messpunkt und lag bereits an der ersten Zwischenzeit 26 Sekunden vor Küng sowie an der zweiten 1 Minute und 47 Sekunden vorn. Laut La Libre unterbot er den Streckenrekord um mehr als zwei Minuten; Alec Segaert wurde Achter in 53 Minuten und 30 Sekunden.
- Jay Vine
- 131 Sekunden
- Stefan Küng
- 147 Sekunden
Daten aus dem Artikeltext
Erster Sieg auf dieser Strecke nach knappen Niederlagen
Der Sieg war der erste von Evenepoels Karriere auf dieser Strecke, nach einem fünften Platz bei seinem Debüt 2021 und einem zweiten Platz 2023, als Joshua Tarling ihn schlug. Er ist nun der zweite Belgier, der das Rennen gewinnt, nach Bert Roesems im Jahr 2004. Die Veranstaltung galt einst als inoffizielle Weltmeisterschaft im Zeitfahren. Evenepoel hält zudem vier Weltmeistertitel im Zeitfahren in Folge sowie die olympischen und europäischen Titel in dieser Disziplin. Im Frauenrennen gewann die Französin Maëva Squiban.
Nach dem Ziel erklärte er am Mikrofon der Veranstalter, was der Tag ihm bedeutete.
„Es war eine schöne Gelegenheit, hier endlich zu gewinnen. Ich habe die Chance genutzt, neues Material zu testen.“
Er ergänzte, er habe sich völlig eins mit seinem Rad gefühlt. Evenepoel gab seine Durchschnittsgeschwindigkeit mit 54,5 km/h an, während SRF die Durchschnittsgeschwindigkeit des Rennens mit 54,6 km/h angab.
Eine Saison voller Siege mit einigen Rückschlägen
RTBF und La Libre zählen die Chrono des Nations als seinen 14. Sieg des Jahres 2026, während De Standaard auf 15 Siege kommt, wenn man das Mannschaftszeitfahren auf Mallorca mitzählt. Seine Saison umfasste zwei Etappensiege bei der Tour de France, einen im Zeitfahren und einen in den Bergen, sowie den zweiten Gesamtrang bei der Tour. Er gewann außerdem den Europameistertitel, den Amstel Gold Race und die Clásica San Sebastián. Evenepoel nannte die UAE Tour als seinen schlechtesten Moment des Jahres und sagte, bei der Flandern-Rundfahrt, wo er fünf Sekunden hinter Tadej Pogacar und Mathieu van der Poel lag, habe er am meisten gelitten. Red-Bull-Bora-hansgrohe-Teamchef Ralph Denk bewertete die Saison mit neun von zehn Punkten.
„Hätte man mir im letzten Winter gesagt, dass Remco eine solche Saison fährt, hätte ich sofort unterschrieben.“
Teamleiter Klaas Lodewyck schrieb die Form des Fahrers bei der Tour der detaillierten Vorbereitung zu, einschließlich der genauen Beachtung der Ernährung. Evenepoel bezeichnete die Saison insgesamt als sehr gut und sagte, das Team werde nun das Jahr 2026 abschließen.
Pläne für 2027
Evenepoel sagte, es stehe noch eine Woche Arbeit an, darunter Windkanaltests, gefolgt von zwei Wochen Urlaub und einer Woche Ruhe zu Hause. Die Saison 2027 werde später beginnen als die letzte, was spezifischere Trainingsblöcke ermöglichen solle. Er sagte außerdem, 2026 habe es zu viele Übergänge von einem Rennen zum nächsten gegeben. Das sei normal gewesen, da er in einem neuen Team gewesen sei und so schnell wie möglich habe gewinnen wollen.