Sicherheit · Mombasa und Malindi
Gericht in Kenia verurteilt Sektenführer Paul Mackenzie wegen Shakahola-Todesfällen zu 200 Jahren Haft
Das Gericht in Mombasa hatte Mackenzie und 28 Mitangeklagte im Oktober schuldig gesprochen und verurteilte ihn am Freitag, 6. November. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert, die in Kenia seit 1987 nicht mehr vollstreckt wurde.
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Kurz gefasst
Richterin Diana Mochache verurteilte Paul Mackenzie am Freitag, 6. November, zu 100 Jahren für 183 Hungertote und 100 Jahren für acht direkte Tötungen.
Das Gericht sprach Mackenzie und alle Mitangeklagten am 19. Oktober schuldig, nachdem sie auf nicht schuldig plädiert hatten. Mackenzies Anwalt hat Berufung angekündigt.
Die Staatsanwaltschaft verlangte die Todesstrafe, die das kenianische Strafrecht weiterhin zulässt, obwohl seit 1987 keine Hinrichtung mehr vollstreckt wurde.
Der Prozess betraf 191 Todesfälle, darunter 190 Kinder. Berichte nennen mehr als 400 gefundene Leichen, die Nationale Menschenrechtskommission Kenias zählte 448.
- April 2023Die Polizei beginnt, im Shakahola-Wald Leichen zu finden, nachdem Mackenzie festgenommen wurde
- 19.10.Das Gericht spricht Mackenzie und alle Mitangeklagten des Mordes schuldig
- 6.11.Das Gericht verurteilt Mackenzie zu 200 Jahren Haft
Das Urteil und der Schuldspruch
Richterin Diana Mochache vom High Court in Mombasa verurteilte Paul Mackenzie, einen selbsternannten Pastor und früheren Taxifahrer, am Freitag, 6. November, zu 200 Jahren Haft. Das Strafmaß setzt sich zusammen aus 100 Jahren für den Hungertod von 183 Menschen und 100 Jahren für acht Menschen, die direkt getötet wurden. Auch 28 Mitangeklagte erhielten lange Haftstrafen, wobei die BBC die Zahl der Mitangeklagten mit 27 angab. Das Gericht hatte alle Angeklagten am 19. Oktober schuldig gesprochen, nachdem sie auf nicht schuldig plädiert und darauf beharrt hatten, niemand sei zum Sterben gezwungen worden. Mackenzies Anwalt hat Berufung angekündigt.
Die Vorwürfe und die Feststellungen des Gerichts
Die Staatsanwaltschaft erklärte, Mackenzie habe seine Anhänger überzeugt, das Ende der Welt stehe unmittelbar bevor und sie könnten Jesus durch Fasten bis zum Tod erreichen, indem sie auch ihre Kinder verhungern ließen. Den Vorwürfen zufolge wurden die Opfer in eine „strukturierte Hierarchie des Todes“ eingeordnet, in der zuerst die Kinder starben, dann Jugendliche und Frauen und zuletzt die Männer. Die meisten Kinder waren verhungert, andere wurden erstickt, erdrosselt oder mit schweren Schlägen auf den Kopf getötet. Zeugenaussagen zufolge wurde jeder geschlagen, der nach Nahrung suchte. Das Gericht wies die Verteidigungslinie zurück, niemand sei zum Fasten gezwungen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert, die das kenianische Strafrecht weiterhin vorsieht, die aber seit 1987 nicht mehr vollstreckt wurde.
Die Entdeckung und die Ermittlungen 2023
Ermittler fanden im April 2023 erstmals Leichen im Shakahola-Wald nahe der Küstenstadt Malindi, nachdem Menschenrechtsorganisationen die Behörden alarmiert und einige Anhänger aus dem Hungertod gerettet worden waren. Mackenzie, ein früherer Taxifahrer, wurde noch im selben Monat festgenommen. Bei den Suchaktionen wurden Hunderte Leichen in Massengräbern gefunden; einige der 429 in einem Bericht genannten Opfer sind bis heute nicht identifiziert. Mackenzie war zuvor bereits zweimal festgenommen und wieder freigelassen worden, was in Kenia Forderungen nach strengeren Regeln für religiöse Gruppen auslöste.
Die Kirche und ihre Anhänger
Mackenzie leitete die Good News International Church, die laut Deutsche Welle seit 2003 bestand. Die Anhänger lebten auf seiner Farm im Shakahola-Wald, wo Beisetzungen als „Hochzeiten“ bezeichnet wurden und Todesfälle als freudige Ereignisse dargestellt wurden, weil die Verstorbenen symbolisch Jesus heirateten. Die Richterin sagte, die Anhänger hätten geglaubt, Mackenzie sei ein Sprecher Jesu. Das Gericht stellte fest, dass Menschen, die sich seinen Lehren widersetzten, geschlagen und einige getötet wurden.
Die Zahlen und wie es weitergeht
Die Angaben unterscheiden sich je nach Grundlage. Der Prozess betraf 191 Todesfälle, darunter 190 Kinder und ein Erwachsener, während Berichte die Zahl der gefundenen Leichen mit über 400 angeben. Die Nationale Menschenrechtskommission Kenias zählte 448 Leichen in dem Wald.
- Todesfälle im Prozess
- 191
- Kinder unter den Todesfällen im Prozess
- 190
- Von der Nationalen Menschenrechtskommission Kenias gezählte Leichen
- 448
Daten aus dem Artikeltext
Mackenzies Anwalt hat angekündigt, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Für seine Mitangeklagten hatte die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft gefordert. Der Fall löste Forderungen nach einer strengeren Regulierung religiöser Gruppen in Kenia aus.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- stern.deTötung von 191 Menschen: 200 Jahre Haft für Anführer von Hungersekte in Kenia
- newsORF.atÜber 190 Morde: Sektenführer zu 200 Jahren Haft verurteilt
- BBCFall Shakahola: Paul Mackenzie, Guru einer apokalyptischen Sekte, von einem kenianischen Gericht zu 200 Jahren Haft verurteilt.Affaire Shakahola : Paul Mackenzie, gourou d'une secte apocalyptique, condamné par un tribunal kényan à 200 ans de prison. · Original auf Französisch
- HotNews.roDer Anführer der Todessekte in Kenia wurde wegen hunderten Morden zu 200 Jahren Haft verurteiltLiderul cultului morții din Kenya a fost condamnat la 200 de ani de închisoare pentru sute de omoruri · Original auf Rumänisch
- Paul Mackenzie
- Selbsternannter Pastor und Anführer der Good News International Church, zu 200 Jahren Haft verurteilt
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