- 2023Mackenzie nach einem Polizeihinweis festgenommen; Wochen später werden Leichen in flachen Gräbern gefunden
- 19.10.Gericht in Mombasa spricht Mackenzie wegen 191 Tötungen schuldig
- 6.11.Strafmaßverkündung angesetzt
Das Urteil
Ein Gericht in Mombasa hat Paul Mackenzie am Montag, 19. Oktober 2026, des Mordes an 191 Menschen für schuldig befunden, darunter 190 Kinder und ein Erwachsener. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm 191 Tötungen zur Last gelegt, alle bis auf eine an Kindern. Berichte nennen zwischen 29 und rund 30 Mitangeklagte, die gemeinsam mit ihm schuldig gesprochen wurden; alle hatten die Vorwürfe bestritten. Mackenzie beteuerte, niemanden zum Hungern gezwungen zu haben, doch das Gericht folgte dieser Darstellung nicht. Es ist der erste Schuldspruch gegen ihn wegen der schwersten Mordvorwürfe; weitere Verfahren wegen Terrorismus, Radikalisierung und der Verweigerung von Schulbildung für Kinder laufen noch. Seine Ehefrau gehört zu den Mitangeklagten. Das Strafmaß soll am 6. November 2026 verkündet werden.
- Kinder
- 190 Menschen
- Erwachsener
- 1 Menschen
Daten aus dem Artikeltext
Wie die Kinder starben
Richterin Diana Kavedza Mochache verlas das Urteil über mehr als acht Stunden und beschrieb eine Lehre, die das Fasten zu einem Weg in den Tod machte. Mackenzie wies seine Anhänger an, mit dem Essen aufzuhören, um Jesus zu begegnen; seine Lehre besagte, dass Bildung verboten und moderne Medizin böse sei. Die Richterin sagte, in einigen Fällen seien Kinder isoliert und ihnen das Essen verweigert worden, während ihre Eltern zusahen. Ein Mitangeklagter sagte vor Gericht aus, Mackenzie habe seine Anhänger angewiesen, jeden, der sich dem Fasten widersetzte, mit Tritten und Schlägen gewaltsam in den Himmel zu befördern. Ein Zeuge beschrieb eine Frau, der man die Versorgung ihres Neugeborenen verwehrte, das zwölf Tage später starb.
„Die Beweise weisen ihn als die Hauptquelle der Lehre aus, unter der das Fasten von einem Akt religiöser Andacht zu einem vorgeschriebenen Weg in den Tod umgedeutet wurde.“
Die Richterin fügte hinzu, wo der Hunger nicht tötete, seien die Kinder mit Gewalt getötet worden. Beisetzungen im Wald seien als Hochzeiten bezeichnet worden, und die Todesfälle seien als Vermählung mit Jesus gefeiert worden.
Die Gräber von Shakahola
Die Behörden gaben an, mehr als 400 Leichen in flachen Gräbern im Shakahola-Wald gefunden zu haben, einem abgelegenen Gebiet im Südosten Kenias nahe dem Indischen Ozean. Viele waren so stark verwest, dass nur 26 identifiziert werden konnten; die Ermittlungen zu den übrigen Todesfällen dauern an. Siebzehn Männer wurden aus der nächstgelegenen Stadt angeheuert, um die Gräber auszuheben, einige von ihnen erhielten nur 8 US-Dollar pro Tag. Ein Totengräber, James, sagte der BBC, in jedem Grab hätten mindestens drei Leichen gelegen, und einige der Kinder seien erst wenige Wochen alt gewesen. Er beschrieb zudem ein großes Grab mit zwölf Kindern, die in einer Reihe lagen, die Körper gestapelt wie gefaltete Kleidung.
Frühere Warnungen und die Ermittlungen
Die Polizei hatte Mackenzie seit 2017 im Blick, als seine Räumlichkeiten durchsucht wurden. 2019 schlossen die Behörden seine Kirche, und er zog sich laut Polizei in den Shakahola-Wald zurück. 2023 wurde er nach einem Hinweis an die Polizei festgenommen, und innerhalb weniger Wochen begannen die Ermittler, die Gräber freizulegen. Der frühere Leiter seiner Sicherheitstruppe, Enos Amanya Ngala, wurde zunächst angeklagt, schloss dann aber eine Verständigung und wurde Zeuge der Anklage. Der Fall hat Forderungen nach einer strengeren Aufsicht über Kirchen und andere religiöse Organisationen in Kenia ausgelöst, wo der Glaube im öffentlichen Leben eine prominente Rolle spielt. Präsident William Ruto sagte 2023, staatliche Stellen hätten diese Todesfälle verhindern können müssen.
Familien und wie es weitergeht
Angehörige einiger Opfer versammelten sich am High Court in Mombasa, um das Urteil zu hören. Francis Wanje, 62, verlor acht Angehörige an die Sekte, darunter zwei Enkelkinder. Vor dem Urteil sagte er:
„Es war für uns als Familie wirklich eine schwere Sache.“
Er sagte, er habe auf genau diesen Tag gehofft. Das Strafmaß soll am 6. November 2026 verkündet werden, und die Ermittlungen zu den übrigen Todesfällen dauern an.