
Vente Venezuela fordert sofortige Aufhebung von Machados Sperre nach Zwangsaussage einer Ex-Richterin
Vente Venezuela erklärt, die ehemalige Richterin am Obersten Gerichtshof, Bárbara César Siero, sei zur Unterzeichnung der Urteile gezwungen worden, nachdem ihre Angehörigen im Dezember 2023 festgenommen worden waren. Die Partei verlangt die Aufhebung der Disqualifikation und die Einleitung einer dringenden Untersuchung.
Der Bericht einer ehemaligen Richterin
Bárbara César Siero, 51, war von Dezember 2014 bis Februar 2024 Richterin am Obersten Gerichtshof (TSJ). In einem ausführlichen Video erklärt sie, sie sei zur Unterzeichnung der Urteile gezwungen worden, mit denen María Corina Machado disqualifiziert wurde, und ihre Angehörigen seien als Geiseln benutzt worden, um sie unter Druck zu setzen. Nach ihrer Aussage wurden zwei ihrer Brüder und eine Schwägerin, alle beim Militär, im Dezember 2023 vom venezolanischen Geheimdienst (DGCIM) festgenommen und gefoltert, zum Verschwinden gebracht und fälschlich in eine Verschwörung namens „Operación Brazalete Blanco“ verwickelt. Der Druck kam zu einem bestimmten Zeitpunkt, als ihre Kammer über das politische Schicksal der wichtigsten Oppositionskandidaten entscheiden sollte. Sie sagte am Donnerstag gegenüber AFP, es habe am 15. Dezember 2023 begonnen, dem letzten Tag, an dem Kandidaten vor ihrer Kammer Rechtsmittel gegen ihre Zulassung oder Nichtzulassung einlegen konnten.
Alles begann am 15. Dezember 2023.
Machado sei, so erinnerte sie sich, an diesem Tag die letzte gewesen, die mit ihrem Anwalt ein Rechtsmittel einlegte. Noch am selben Nachmittag wurden ihre beiden Brüder und ihre Schwägerin festgenommen.
Neun Urteile ohne Anhörung
Sie sagte gegenüber AFP, in der folgenden Woche seien ihr neun Urteile zur Unterzeichnung vorgelegt worden. Es habe keine Anhörung gegeben und die Parteien seien nicht gehört worden; sie erklärte, das Verfahren sei bereits verletzt gewesen. Im Februar 2024 sei sie zum Rücktritt gezwungen worden. Sie sagte, sie habe gehofft, dass die Unterzeichnung ihre Angehörigen zurückbringen würde.
Am Ende habe ich unterschrieben, und sie behielten sie.
Die Forderung von Vente Venezuela
Am Donnerstag, dem 8. Oktober, veröffentlichte Vente Venezuela eine Erklärung, in der sie die sofortige Aufhebung der Disqualifikation verlangt. Die Partei erklärt, das Geständnis der ehemaligen Richterin entlarve die Sperre, und die Urteile seien unter einem falschen Anschein von Legalität ergangen, um die Oppositionsführung auszuschließen und die Wahlergebnisse zu kontrollieren. In der Erklärung wird die Sperre von Anfang an als illegal bezeichnet und es heißt, sie sei nur bestätigt worden, weil ihre Angehörigen als Geiseln benutzt wurden.
Diese Disqualifikation muss SOFORT aufgehoben werden.
Die Partei fordert zudem eine dringende Untersuchung der Festnahmen und der Urteile. Henrique Capriles, ein ehemaliger Gouverneur, wurde in den Urteilen, die die Richterin nach eigenen Angaben unterzeichnen musste, ebenfalls disqualifiziert.
Hintergrund zur Wahl 2024
Machado gewann 2023 die oppositionelle Vorwahl mit großem Vorsprung, konnte aber bei der Präsidentschaftswahl im Juli 2024 nicht antreten. Sie bestimmte Edmundo González Urrutia, einen damals wenig bekannten Diplomaten, zu ihrer Vertretung. Nicolás Maduro wurde zum Sieger erklärt, ein Ergebnis, das die Opposition als betrügerisch bezeichnet und das ein großer Teil der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannte. Maduro wurde im Januar 2026 von der US-Armee gefangen genommen, in einer Operation, die unter anderem mit dieser umstrittenen Wahl begründet wurde. Machado, die 2025 den Friedensnobelpreis erhielt, führt die Partei Vente Venezuela. Die Partei verweist zudem auf das Barbados-Abkommen vom Oktober 2023, das die Maduro-Regierung und die Opposition unterzeichneten, um Wahlgarantien festzulegen, und erklärt, diese Ereignisse hätten parallel zu den oppositionellen Vorwahlen und nach dieser Unterzeichnung stattgefunden.
- Barbados-Abkommen von der Maduro-Regierung und der Opposition unterzeichnet, um Wahlgarantien festzulegen
- Frist für Rechtsmittel vor der TSJ-Kammer; Angehörige der Richterin am selben Nachmittag festgenommen
- Richterin zum Rücktritt vom Obersten Gerichtshof gezwungen
- Präsidentschaftswahl; Machado kann nicht antreten, Edmundo González Urrutia wird bestimmt
- Maduro von der US-Armee gefangen genommen
- Vente Venezuela fordert sofortige Aufhebung der Disqualifikation


