Wirtschaft · Schiphol und Amstelveen
KLM streicht 5.000 Stellen – fast 15 Prozent der Belegschaft – und tauscht geplante Airbus A320 gegen Embraer-Jets
Die niederländische Fluggesellschaft lagert Bodenabfertigung und Gepäckabfertigung am Flughafen Schiphol aus und will eine strukturelle Verbesserung von 1 Milliarde Euro erreichen. Der Plan wurde am Donnerstag, 5. November 2026, zusammen mit den Ergebnissen des dritten Quartals von Air France-KLM vorgestellt.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von vrtnws.be, NOS, De Morgen und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
KLM will rund 5.000 Stellen streichen, fast 15 Prozent der Belegschaft, und zwar über natürliche Fluktuation, freiwillige Abfindungsprogramme und Umsetzungen; betriebsbedingte Kündigungen seien wohl nicht nötig.
Die Bodenabfertigung bei KLM Cityhopper und die Gepäckabfertigung in der Oosthal in Schiphol gehen an andere Unternehmen über, während Embraer E195-E2 die geplanten Airbus A320 ersetzen.
Der Vorstand will eine strukturelle Verbesserung von 1 Milliarde Euro, nachdem frühere Maßnahmen 750 Millionen Euro eingebracht haben; die Marge lag im ersten Halbjahr dieses Jahres bei 1 Prozent, gefordert sind mindestens 8 Prozent bis Ende 2027.
KLM will in Gesprächen mit den Gewerkschaften aller Beschäftigtengruppen für 2028 eine Produktivitätssteigerung von mindestens 8 Prozent und eine sehr moderate Lohnerhöhung durchsetzen.
Der Stellenabbau und wie er umgesetzt werden soll
KLM will rund 5.000 Stellen streichen, was das Unternehmen als fast 15 Prozent seiner Belegschaft beziffert. Die Airline erwartet, den Großteil der personellen Folgen über natürliche Fluktuation, freiwillige Abfindungsprogramme und die Umsetzung von Beschäftigten auffangen zu können. Betriebsbedingte Kündigungen dürften nach Angaben des Unternehmens nicht nötig sein, ausscheidende oder aus dem Arbeitsleben tretende Beschäftigte werden nicht ersetzt. Die Bodenabfertigung bei der Tochtergesellschaft KLM Cityhopper wird an ein anderes Unternehmen vergeben, ebenso die Gepäckabfertigung für KLM in der Oosthal am Flughafen Schiphol. Auch die Digitalisierung soll Passagiere dazu bringen, mehr ihrer Reiseangelegenheiten selbst zu erledigen, während einige Aktivitäten zu Air France verlagert werden.
Änderungen bei Flotte und Streckennetz
KLM gibt den Plan auf, Airbus-A320-Maschinen zu betreiben, und setzt stattdessen auf kleinere Embraer E195-E2 des brasilianischen Herstellers. Die von Air France-KLM bereits bestellten Airbus-Flugzeuge sollen an anderer Stelle innerhalb des Konzerns eingesetzt werden. Die Airline will weiterhin als eigenständige Marke auftreten, mit einem Streckennetz von etwa 160 Zielen ab Schiphol. Das eingesparte Geld soll Investitionen in Digitalisierung, neue Flugzeuge und den Kundenservice finanzieren.
- Frühere Maßnahmen, umgesetzt
- 750 Mio. Euro
- Angestrebte neue strukturelle Verbesserung
- 1000 Mio. Euro
Daten aus dem Artikeltext
Warum KLM spart
KLM erklärt, die Kosten in den Niederlanden seien stark gestiegen, unter anderem wegen höherer Hafengebühren in Schiphol. Innerhalb von Air France-KLM hinkt der Gewinn der niederländischen Airline seit Jahren hinterher. Der Vorstand strebt eine strukturelle Verbesserung von 1 Milliarde Euro an, zusätzlich zu den 750 Millionen Euro, die frühere Maßnahmen eingebracht haben. Das operative Ergebnis im dritten Quartal hat sich verbessert, doch die Marge bleibt unter dem Ziel. KLM erreichte im ersten Halbjahr dieses Jahres nur 1 Prozent, während der Konzern bis Ende 2027 mindestens 8 Prozent des Umsatzes verlangt. Eine frühere Sparrunde Anfang 2025 hatte 250 Stellen in der Zentrale gestrichen, Büros geschlossen und die Catering-Sparte weitgehend verkauft.
Tarifverhandlungen und Produktivität
KLM wird mit den Gewerkschaften der Piloten, des Kabinenpersonals, der Techniker, des Bodenpersonals und der Bürobeschäftigten über neue, sparsame Tarifverträge verhandeln. Das Unternehmen strebt für 2028 eine Produktivitätssteigerung von mindestens 8 Prozent an, was es als härtere und längere Arbeit in Kombination mit einer sehr moderaten Lohnerhöhung beschreibt. Die genauen Auswirkungen in Schiphol und Amstelveen, wo die Zentrale sitzt, sind noch nicht bekannt; KLM will sie mit den Gewerkschaften erörtern. Im Sommer 2020 hatte die Airline mehr als 5.500 Stellen gestrichen und musste anschließend viele Stellen neu besetzen, vor allem unter Piloten und in der Technikabteilung.
Die Botschaft der Konzernchefin
Marjan Rintel, Präsidentin und Direktorin von KLM, schrieb in einer Pressemitteilung, das Überleben der Airline sei keine Selbstverständlichkeit mehr. Sie bezeichnete die Einschnitte als notwendig an einem Wendepunkt für das Unternehmen.
„Die Umstände, unter denen wir arbeiten, werden nur noch komplexer: Unruhen in der Welt, hohe Treibstoffpreise und Druck auf die Luftfahrt.“
Laut Rintel ist nun jeder Bereich und jede Abteilung des Unternehmens aufgefordert, einen Beitrag zu leisten.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- vrtnws.beNiederländische Fluggesellschaft KLM streicht 5000 Stellen, was 15 Prozent der Belegschaft entsprichtNederlandse luchtvaartmaatschappij KLM schrapt 5.000 banen, goed voor 15 procent van personeelsbestand | VRT NWS Nieuws · Original auf Niederländisch
- NOSFluggesellschaft KLM greift hart durch und streicht 5000 StellenLuchtvaartmaatschappij KLM grijpt hard in en schrapt 5000 banen · Original auf Niederländisch
- NOSKLM streicht 5000 Stellen, „das Überleben ist keine Selbstverständlichkeit“KLM schrapt 5000 banen, 'voortbestaan is geen vanzelfsprekendheid' · Original auf Niederländisch
- De MorgenNiederländische Fluggesellschaft KLM greift hart durch und streicht mehr als jeden siebten Arbeitsplatz: 5000 Stellen in GefahrNederlandse luchtvaartmaatschappij KLM grijpt hard in en schrapt ruim een op de zeven jobs: 5.000 banen op de tocht · Original auf Niederländisch
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen