Regierung · Berlin
Berlins Grüne und SPD lehnen Sondierungsgespräche mit der CDU ab – Klingbeil fordert Linke zu Ausschlüssen auf
Grüne und SPD haben die von der Berliner CDU angebotenen Sondierungsgespräche abgelehnt, während die Koalitionsverhandlungen mit der Linken bis in den Januar laufen. SPD-Chef Lars Klingbeil forderte zudem, Linke-Politiker mit antisemitischen Ansichten oder Clan-Kontakten aus den Parteistrukturen zu entfernen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Der Tagesspiegel, Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Am Dienstag, 3. November, lud die Berliner CDU Grüne und SPD mündlich und schriftlich zu Sondierungsgesprächen ein. Beide Parteien lehnten ab und verwiesen auf die bereits laufenden Koalitionsverhandlungen mit der Linken.
Beim SPD-Wirtschaftsforum forderte SPD-Chef Lars Klingbeil die Berliner Linke auf, antisemitische Kräfte und Menschen mit Clan-Verbindungen aus ihren Strukturen zu entfernen. Er verglich den Fall mit Sachsen-Anhalt, wo Ulrich Siegmund im Dezember zum Ministerpräsidenten gewählt werden könnte.
Die Neuköllner Abgeordnete Vanessa Emde steht wegen ihrer Aussagen zu Israel und Palästina in der Kritik. Der Vorstand der Linke-Fraktion befasste sich am Dienstag mit ihr, ohne Entscheidung; der Pakt der Parteien erlaubt Sanktionen bis zum Ausschluss aus der Fraktion.
Linke, Grüne und SPD setzten die Gespräche am Mittwoch, 4. November, fort. SPD-Landeschefin Bettina König will den Koalitionsvertrag Anfang des Jahres vorlegen, die Mitgliederentscheide sollen in der zweiten Januarhälfte folgen.
- 3.11.Grüne und SPD lehnen die Einladung der CDU zu Sondierungsgesprächen ab
- 4.11.Klingbeil fordert die Berliner Linke auf, antisemitische Politiker und Mitglieder mit Clan-Verbindungen zu entfernen
- Januar 2027Koalitionsvertrag Anfang des Jahres angestrebt; Mitgliederentscheide in der zweiten Januarhälfte
Grüne und SPD lehnen Gespräche mit der CDU ab
Am Dienstagabend, 3. November, bot die Berliner CDU den Grünen und der SPD Sondierungsgespräche an – beide Parteien lehnten ab. CDU-Generalsekretär Lukas Krieger bezeichnete das mehr als zweistündige Treffen insgesamt als gut. Die Grünen-Landesvorsitzende Nina Stahr sagte, die Parteien hätten der CDU bereits mitgeteilt, dass keine Gespräche stattfinden würden, da die Koalitionsverhandlungen mit der Linken liefen. Der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Steffen Krach ergänzte, die Parteitage von Grünen und Linken sowie der SPD-Landesvorstand hätten diese Verhandlungen gebilligt. Thema waren auch der Haushalt und ein CDU-Vorschlag für eine Klausel gegen extremistische Mitarbeiter in Fraktionen. Krieger sagte, die CDU sei entschlossen, mit Grünen und SPD etwas zustande zu bringen, obwohl diese nach eigenen Angaben die Linke einbinden wollen. Krieger beschrieb die Einladungen mit diesen Worten:
„Wir haben sie mündlich und schriftlich zu Sondierungsgesprächen eingeladen.“
Klingbeil fordert Ausschlüsse bei der Linken
SPD-Chef Lars Klingbeil nutzte das SPD-Wirtschaftsforum, um zu verlangen, dass die Berliner Linke Politikerinnen und Politiker mit antisemitischen Ansichten oder Clan-Kontakten aus ihren Strukturen entfernt. Weder Rechtsextremisten noch Antisemiten noch Menschen mit Verbindungen ins Clan-Milieu dürften in Deutschland Verantwortung tragen, sagte er. Es war sein erster öffentlicher Kommentar zur Berliner Regierungsbildung seit Beginn der Gespräche. Er zog einen direkten Vergleich zu Sachsen-Anhalt, wo der AfD-Kandidat Ulrich Siegmund im Dezember zum Ministerpräsidenten gewählt werden könnte.
„Wir können Sachsen-Anhalt nicht kritisieren, wenn Berlin so regiert wird.“
Auf die Frage, ob SPD-Landeschef Steffen Krach von dieser Haltung wisse, antwortete Klingbeil mit „Klar“ und verwies auf Krachs Äußerungen bei Markus Lanz im ZDF. Krach hatte sich dagegen gewehrt, Berlin mit Sachsen-Anhalt gleichzusetzen, und war bei Lanz nur schwer zu einer klaren Antwort gekommen, ob eine Koalition mit der Linken ausgeschlossen wäre, falls Vanessa Emde in der Fraktion bliebe. Klingbeil verteidigte zudem das geplante bundesweite Investitionsschutzgesetz, das hohe Hürden für Verstaatlichungen aufstellt. Investoren hätten ihm gesagt, sie würden sich zurückziehen, wenn Berlin große private Wohnungsbestände vergesellschaftet, wie es die Linke plant – das nannte er gefährlich.
Vanessa Emde und der Fraktionspakt
Im Zentrum des Streits steht die Neuköllner Abgeordnete Vanessa Emde, die wegen ihrer Aussagen zu Israel und Palästina in der Kritik steht. Der Vorstand der Linke-Fraktion befasste sich am Dienstag mit ihr, ohne zu einer Entscheidung zu kommen. Vor Beginn der Sondierungsgespräche hatten sich Linke, SPD und Grüne darauf verständigt, wie mit antisemitischen Vorfällen in einer Koalition umzugehen ist – mit Sanktionen bis hin zum Ausschluss aus der Fraktion. Bei der Bildung der Linke-Fraktion unterzeichnete jedes Mitglied eine Erklärung, die sich der Bekämpfung des Antisemitismus, dem Schutz jüdischen Lebens und dem Existenzrecht Israels verpflichtete. Dieser Text war weicher gefasst als der Dreiparteienpakt, und Emde unterschrieb ihn, um in die Fraktion aufgenommen zu werden. Später distanzierte sie sich in einem Instagram-Video von dem Papier und erklärte, sie stehe zu ihren Aussagen – darunter, dass Staaten kein Existenzrecht hätten, wohl aber Völker.
Koalitionsfahrplan und Wahlarithmetik
Linke, Grüne und SPD setzen die Koalitionsverhandlungen ab Mittwoch, 4. November, fort, nach einer Pause am Dienstag. Die SPD-Landesvorsitzende Bettina König sagte nach der zweiten Verhandlungsrunde im Berliner Abgeordnetenhaus:
„Wir wollen zum Jahresbeginn so weit sein, dass wir einen Koalitionsvertrag vorlegen können.“
Mitgliederentscheide sind danach geplant. Über das Regierungsprogramm entscheiden die Mitglieder von Linke und SPD, während die Grünen eine digitale Mitgliederbefragung anstreben, bei der der Parteitag das letzte Wort hat. Die Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp, die als erste Regierende Bürgermeisterin ihrer Partei in Berlin kandidieren könnte, sagte, die Gespräche würden auch zwischen Weihnachten und Neujahr weiterlaufen.
- Linke
- 25.7 %
- CDU
- 18.8 %
- AfD
- 16.3 %
- Grüne
- 14.3 %
- SPD
- 12.1 %
Daten aus dem Artikeltext
Bei der Wahl am 20. September kam die Linke auf 25,7 Prozent, vor der CDU (18,8), der AfD (16,3), den Grünen (14,3) und der SPD (12,1); die scheidende Koalition aus CDU und SPD verlor ihre Mehrheit. Rechnerisch hätte ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD eine knappe Mehrheit von zwei Stimmen, doch ist fraglich, ob alle Abgeordneten eine solche sogenannte Kenia-Koalition mittragen würden.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Der TagesspiegelKlingbeil über Rot-Grün-Rot: "Können nicht Sachsen-Anhalt kritisieren, wenn wir in Berlin Sachen durchgehen lassen
- Süddeutsche ZeitungRot-grün-rote Koalitionsverhandlungen bis Januar
- Der TagesspiegelRegierungsbildung: Rot-grün-rote Koalitionsverhandlungen bis Januar
- Spiegel OnlineBerlin: Lars Klingbeil fordert Ausschluss antisemitischer Linken-Politiker
- Lars Klingbeil
- SPD-Chef, der die Berliner Linke aufforderte, antisemitische Politiker und Mitglieder mit Clan-Verbindungen zu entfernen
- Lukas Krieger
- CDU-Generalsekretär in Berlin, der über das Treffen zu den Sondierungsgesprächen berichtete
- Nina Stahr
- Landesvorsitzende der Berliner Grünen, die Gespräche mit der CDU ausschloss
- Steffen Krach
- SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzender in Berlin
- Bettina König
- SPD-Landesvorsitzende in Berlin, die den Januar-Zeitplan für den Koalitionsvertrag vorgab
- Elif Eralp
- Linke-Spitzenkandidatin in Berlin, die Regierende Bürgermeisterin werden könnte
- Ulrich Siegmund
- AfD-Kandidat, der im Dezember zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt gewählt werden könnte
- Orte
- Berlin
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