Regierung · Berlin

Pistorius schließt sich mehr als 700 SPD-Mitgliedern an, die eine Berliner Koalition mit der Linken ablehnen

Verteidigungsminister Boris Pistorius will einen offenen Brief mitunterzeichnen, den mehr als 700 SPD-Mitglieder gegen eine Koalition mit der Berliner Linken unterstützen – just zu dem Zeitpunkt, an dem am Montag, 2. November, die Gespräche beginnen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Spiegel Online, Deutsche Welle, Der Tagesspiegel und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Berlin · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. Samstag, 31. Oktober 2026Eralp weist auf dem Parteitag der Linken Zweifel an ihrer Eignung zurück
  2. Sonntagmorgen, 1. November 2026WELT zählt 489 Unterzeichner auf der Website der Initiative, Focus zählt 493
  3. Sonntagabend, 1. November 2026Mehr als 700 Unterzeichner nach Angaben von DW und Spiegel
  4. Montag, 2. November 2026SPD, Grüne und Linke beginnen in Berlin die Koalitionsgespräche

Der offene Brief und seine Unterzeichner

Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach und Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey haben „Nicht um jeden Preis“ unterzeichnet – einen offenen Brief, der die Regierungsfähigkeit der Berliner Linken infrage stellt. Die Zahl der Unterzeichner stieg im Laufe des Sonntags. Am frühen Morgen zählte WELT 489 Parteimitglieder auf der Website der Initiative, Focus zählte 493, während DW und Spiegel am Sonntagabend von mehr als 700 berichteten. N-tv nannte die Zahl von rund 300 – eine Angabe, die die anderen Medien nicht bestätigten. Auf der Liste stehen zudem die früheren Bundesministerinnen Christine Lambrecht und Ulla Schmidt, laut WELT zehn Bundestagsabgeordnete sowie Brandenburger Sozialdemokraten wie der frühere Wirtschaftsminister Albrecht Gerber. Die Unterzeichner betonen, das Berliner Wahlergebnis zu respektieren, bezweifeln aber ernsthaft, dass der Landesverband der Linken eine Regierung führen kann.

Pistorius bricht mit der Parteilinie

Verteidigungsminister Boris Pistorius, den Spiegel als den in Umfragen beliebtesten SPD-Bundespolitiker beschreibt, will den Brief ebenfalls unterzeichnen. In der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ sagte er, er werde Gespräche auf mehreren Ebenen führen, auch mit Parteikollegen in der Hauptstadt.

„Wir werden selbstverständlich mit allen auf allen Ebenen sprechen, aber nicht vor laufenden Kameras.“

Boris Pistorius, Deutscher Verteidigungsminister und SPD-Politiker

Über eine mögliche Koalition entscheidet der SPD-Landesverband Berlin, doch Pistorius spricht sich persönlich dagegen aus, den Weg mit der Linken fortzusetzen. Er warnte, die SPD würde Vertrauen verlieren, wenn sie auf ihrem derzeitigen Kurs bleibe, und nannte die Berliner Linke in zentralen Fragen unklar und diffus. Pistorius sagte zudem, die Partei vertrete beim Antisemitismus unterschiedliche Positionen, und kritisierte das Verhältnis der Linken zu Sicherheitsbehörden und kriminellen Clans.

Antisemitismus und Clan-Vorwürfe

Der Brief führt eine Reihe antisemitischer Vorfälle an und erklärt, die Berliner Linke habe sich nicht ausreichend von antiisraelischen und antisemitischen Ansichten distanziert. Namentlich genannt wird Ferat Koçak, Linken-Bundestagsabgeordneter aus Berlin-Neukölln, dessen Chats mit einem verurteilten Sohn eines Clan-Chefs öffentlich wurden. In diesen Chats bat Koçak darum, eine seiner Bundestagsreden über die Social-Media-Kanäle des Clan-Mitglieds zu verbreiten. Die Autoren führen außerdem an, Clan-Mitglieder hätten die Wahlparty der Linken besucht, und argumentieren, solche Kontakte untergräben das staatliche Gewaltmonopol und seien mit den sicherheitspolitischen Zielen der SPD unvereinbar. Die Linken-Führung distanzierte sich von dem Vorfall, doch Koçak behielt sein Bundestagsmandat und bleibt in der Bundestagsfraktion seiner Partei. In Sachen Antisemitismus beharrt der Brief darauf, dass jeder Koalitionspartner ihn ablehnen müsse – auch wenn er sich als Israelkritik tarne.

Eralp und die bevorstehenden Gespräche

Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Linken, könnte die erste Regierende Bürgermeisterin Berlins aus ihrer Partei werden. Der Brief lehnt sie für dieses Amt ab und argumentiert, angesichts des besonderen Status des Amtes sei eine Regierende Bürgermeisterin nicht akzeptabel, die aus ihrer Angst vor islamistischen Strukturen in der Stadt Konsequenzen ziehe. Sie hatte gegenüber Spiegel eingeräumt, sich angesichts solcher Strukturen nicht mehr sicher zu fühlen. Spiegel berichtete zudem über interne Notizen, in denen Eralp schrieb, sie und ihr Mann fürchteten sich vor den betreffenden Personen. Auf dem Parteitag der Linken am Samstag, 31. Oktober, entgegnete sie den Zweifeln an ihrer Eignung.

„Ich werde nicht aufgeben.“

Elif Eralp, Spitzenkandidatin

Die Koalitionsgespräche zwischen SPD, Grünen und Linken sollen am Montag, 2. November, beginnen; die drei Parteien wollen noch vor Jahresende eine neue Regierung für die Hauptstadt. Die Linke erreichte bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September 25,7 Prozent, die SPD 12,1 Prozent.

Stimmenanteile bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September 2026%
Die Linke
25.7 %
SPD
12.1 %

Daten aus dem Artikeltext

Der Brief verweist außerdem auf die Landtagswahlen 2027 in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und im Saarland und befürchtet dort Folgen für die SPD. Er lobt die Koalition in Mecklenburg-Vorpommern und stellt fest, dass eine Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen in Berlin rechnerisch eine Mehrheit hätte.

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Quellen und Kontext

Orte
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