Energie & Handel · Rom
Italienischer Senat verabschiedet Ermächtigungsgesetz zur Wiedereinführung der Kernkraft nach 40-jährigem Verbot
Der italienische Senat hat am 23. September 2026 mit 81 zu 51 Stimmen ein Ermächtigungsgesetz verabschiedet, das die Regierung ermächtigt, Vorschriften für modulare Reaktoren und die Kernenergieerzeugung zu erlassen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von La Repubblica.it, Rai news, AGI und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Am 23. September 2026 verabschiedete der italienische Senat das Atom-Ermächtigungsgesetz mit 81 Ja-Stimmen, 51 Nein-Stimmen und 7 Enthaltungen, nachdem es im Juni bereits vom Abgeordnetenhaus gebilligt worden war.
Das Gesetz verpflichtet Umwelt- und Energiesicherheitsminister Gilberto Pichetto Fratin, innerhalb von 12 Monaten Durchführungsverordnungen zu erlassen, die Sicherheitsstandards, Abfallentsorgung und Anlagenlizenzierung regeln.
Regierungsschätzungen gehen davon aus, dass ein Kernkraftanteil von 11 % bis 22 % am Energiemix bis 2050 Einsparungen von 17 Milliarden Euro bei den Dekarbonisierungskosten bringen könnte, um den zusätzlichen Bedarf von 100 bis 150 Milliarden Kilowattstunden bis 2040 zu decken.
Die Initiative zielt auf kleine modulare Reaktoren mit einer Leistung von 100 bis 400 Megawatt pro Modul ab, die vom Nuclitalia-Konsortium bestehend aus Enel, Ansaldo Energia und Leonardo bewertet werden.
Gesetzgebungsverfahren und Regelungsbereich
Am 23. September 2026 erteilte der italienische Senat seine endgültige Zustimmung zu einem Ermächtigungsgesetz, das einen rechtlichen Rahmen für die Rückkehr zur Kernenergieerzeugung schafft. Die Maßnahme passierte die zweite Kammer mit 81 Ja-Stimmen, 51 Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen, nachdem sie im Juni bereits das Abgeordnetenhaus passiert hatte. Gemäß der von Umwelt- und Energiesicherheitsminister Gilberto Pichetto Fratin ausgearbeiteten Gesetzgebung hat die Regierung 12 Monate Zeit, um die entsprechenden Durchführungsverordnungen zu erlassen. Diese Verordnungen werden den Bau von Anlagen, die Lizenzierung, den Reaktorbetrieb, die Erzeugung von Wasserstoff mittels Kernenergie, die Entsorgung radioaktiver Abfälle und die Einrichtung einer unabhängigen Regulierungsbehörde regeln.
- Dafür
- 81 Stimmen
- Dagegen
- 51 Stimmen
- Enthaltungen
- 7 Stimmen
Daten aus dem Artikeltext
Regierungsziele und wirtschaftliche Prognosen
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verteidigte die Entscheidung als notwendigen Schritt, um die Abhängigkeit von Stromimporten aus Nachbarländern wie Frankreich zu verringern. Die italienischen Behörden schätzen, dass ein Anteil von 11 % Kernkraft am nationalen Energiemix bis 2050 Einsparungen von 17 Milliarden Euro bei den Dekarbonisierungskosten bringen könnte, wobei der nationale Energie- und Klimaplan einen möglichen Anteil von bis zu 22 % vorsieht. Pichetto Fratin wies darauf hin, dass der italienische Strombedarf bis 2040 aufgrund von Rechenzentren und Gebäudeeffizienzprogrammen voraussichtlich um 100 bis 150 Milliarden Kilowattstunden steigen werde. Der Minister erklärte außerdem, dass die im Gesetz vorgesehenen 60 Millionen Euro für erste öffentliche Informationskampagnen und nicht für den Bau von Reaktoren verwendet werden.
„Das Parlament hat heute endgültig das Atomgesetz verabschiedet. Nach fast vierzig Jahren hat Italien wieder einen Rechtsrahmen, um Kernenergie zu erzeugen. Eine mutige und vernünftige Entscheidung. Heute importieren wir Strom, der in Kernkraftwerken der Nachbarländer erzeugt wird, aber wir können ihn nicht selbst produzieren. Dieses Gesetz soll das ändern.“
Technologischer Schwerpunkt und Unternehmensforschung
Das Gesetz bekennt sich zur Technologieneutralität und überlässt die konkrete Auswahl der Reaktoren den späteren Verordnungen auf der Grundlage von Sicherheits- und Reifekriterien. Italien beabsichtigt, sich auf kleine modulare Reaktoren (SMRs), fortgeschrittene modulare Reaktoren (AMRs), Mikroreaktoren und Kernfusion zu konzentrieren, anstatt auf ältere Anlagen. Die in Betracht gezogenen SMRs verfügen über fabrikgefertigte Komponenten, die pro Einheit zwischen 100 und 400 Megawatt leisten. Um technische Wege und Marktchancen zu bewerten, haben staatlich unterstützte Unternehmen im vergangenen Jahr das Konsortium Nuclitalia gegründet, das die industriellen Fähigkeiten von drei inländischen Firmen bündelt. Pichetto Fratin stellte fest, dass private Investoren, insbesondere Betreiber von stromintensiven Rechenzentren, ihre Bereitschaft bekundet haben, modulare Reaktoranlagen ohne direkte staatliche Kapitalbeteiligung zu finanzieren.
- Enel
- 51 %
- Ansaldo Energia
- 39 %
- Leonardo
- 10 %
Daten aus dem Artikeltext
Reaktion der Opposition und öffentliche Spaltung
Der Gesetzesabstimmung geht ein jahrzehntelanges Verbot voraus, das durch das nationale Referendum von 1987 nach der Katastrophe von Tschernobyl eingeleitet und durch eine zweite Ablehnung bei einer Abstimmung im Jahr 2011 bekräftigt wurde. Mitte-links- und Oppositionsparteien, darunter die Fünf-Sterne-Bewegung sowie die Grünen und die Linksallianz, stimmten gegen das Gesetz und stellten die langfristigen Pläne zur Abfallentsorgung in Frage. Oppositionsabgeordnete forderten die Regierung auf, jeden künftigen Bau streng auf bereits erschlossene oder stillgelegte Industriebrachen zu beschränken. Die öffentliche Meinung ist in dieser Frage weiterhin gespalten; eine Demopolis-Umfrage vom Juni ergab, dass 51 % der Italiener die Wiederbelebung der Kernenergie befürworten, eine Mehrheit jedoch die Errichtung einer Anlage in ihrer eigenen Gemeinde ablehnt.
„Neue Anlagen sollten vor allem in Gebieten errichtet werden, die bereits erschlossen, stillgelegt oder von stillgelegten Industrieaktivitäten betroffen sind, ohne zusätzliche Flächen zu verbrauchen.“
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- La Repubblica.itTempi, costi e tecnologia del "nuovo nucleare sostenibile": cosa prevede il piano italiano
- Rai newsNucleare, Pichetto Fratin: per investimenti contiamo anche sui privati
- AGIIl Senato approva il ddl sul nucleare. Cosa cambia e come funziona
- Rai news"Nucleare scelta necessaria", ministro Pichetto Fratin a Rainews24
- Giorgia Meloni
- Ministerpräsidentin von Italien
- Gilberto Pichetto Fratin
- Italienischer Minister für Umwelt und Energiesicherheit
- Salvatore Caiata
- Abgeordneter der Fratelli d'Italia
- Orte
- Rom, Italien, Frankreich
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