Konflikte · Den Haag und Bangui

ICC verurteilt zentralafrikanischen Rebellenkommandeur Mahamat Said wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Richter des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag befanden den ehemaligen Seleka-Kommandeur Mahamat Said Abdel Kani in vier Anklagepunkten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit für schuldig, darunter Folter und rechtswidrige Inhaftierung im Jahr 2013.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Deutsche Welle, Le Monde.fr, SRF News und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Den Haag, Bangui · Niederlande, Zentralafrikanische Republik
Wie es dazu kam
  1. 2002François Bozizé ergreift durch einen Putsch die Macht in der Zentralafrikanischen Republik.
  2. 2013Seleka-Rebellen stürzen Bozizé, und Said übernimmt das Kommando über das OCRB-Haftzentrum in Bangui.
  3. Januar 2021Die Behörden der Zentralafrikanischen Republik überstellen Said an den Internationalen Strafgerichtshof.
  4. 23.09.ICC-Richter verurteilen Said in vier Anklagepunkten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Urteil in Den Haag

Richter des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag verurteilten Mahamat Said Abdel Kani am Mittwoch in vier Anklagepunkten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der 56-jährige ehemalige Rebellenkommandeur war 2013 für rechtswidrige Inhaftierung, Folter, Verfolgung und andere unmenschliche Handlungen verantwortlich, während er das Zentralamt zur Bekämpfung der Bandenkriminalität (OCRB) in Bangui leitete. Die vorsitzende Richterin Miatta Maria Samba verkündete die Entscheidung nach einer einstündigen Anhörung, in der Said, der einen blauen Pullover und Jeans trug, weitgehend ausdruckslos blieb und mehrmals den Kopf schüttelte. Das Gericht sprach Said von Kriegsverbrechensvorwürfen frei und stellte fest, dass die Schuld ausschließlich für die Anklagepunkte der Verbrechen gegen die Menschlichkeit zweifelsfrei nachgewiesen sei. Said hatte während des gesamten Verfahrens alle Vorwürfe bestritten; sowohl die Verteidigung als auch die Anklage behalten sich das Recht vor, Berufung gegen das Urteil einzulegen.

„Er hatte die Führungsrolle und gab die Befehle.“

Miatta Maria Samba, Vorsitzende ICC-Richterin

Bedingungen in der OCRB-Einrichtung

Das Gericht stellte fest, dass Said den Betrieb des Sondereinheitsgeländes der Polizei leitete, das die Staatsanwaltschaft während des Prozesses als Folterzentrum bezeichnete. Inhaftierte, die dort festgehalten wurden, waren systematischem Missbrauch ausgesetzt, darunter Schläge mit Gewehrkolben, Auspeitschungen und das Zusammenbinden von Händen, Ellbogen und Füßen hinter dem Rücken. Wärter übergossen Gefangene nach Schlägen mit Wasser, während Said direkt an Verhören teilnahm und die Misshandlungen miterlebte. Mehrere Gefangene wurden in einer kleinen, dunklen und unbelüfteten unterirdischen Zelle direkt unter Saids Büro eingesperrt. Die Kammer verfügte über keine sanitären Einrichtungen, sodass die Inhaftierten auf einem mit Abfall und Fäkalien bedeckten Boden urinieren und defäkieren mussten.

Bürgerkrieg und frühere Verurteilungen

Die Verbrechen ereigneten sich während des Bürgerkriegs, der ausbrach, nachdem die überwiegend muslimische Rebellenkoalition Seleka 2013 die Macht ergriff und Präsident François Bozizé stürzte. Nach dem Putsch griffen Seleka-Kämpfer mutmaßliche Anhänger Bozizés an, der selbst 2002 durch einen Putsch an die Macht gekommen war, was zu konfessionellen Zusammenstößen zwischen Seleka-Kräften und christlich dominierten Anti-Balaka-Milizen führte. Nach Angaben der Vereinten Nationen flohen während der folgenden Gewalt mehr als 700.000 Menschen aus dem Land in Nachbarstaaten. Die Behörden der Zentralafrikanischen Republik verhafteten Said und überstellten ihn im Januar 2021 in die Haft in Den Haag. Said ist der erste Seleka-Kommandeur, der vom ICC verurteilt wurde, nachdem zuvor zwei Kommandeure der gegnerischen Anti-Balaka-Milizen verurteilt worden waren.

Reaktionen und Strafmaß

Das Gericht wird das Strafmaß für Said in einer gesonderten Anhörung zu einem späteren Zeitpunkt festlegen. Menschenrechtsaktivisten und ehemalige Gefangene verfolgten die Urteilsverkündung live aus der Zentralafrikanischen Republik. Olivier Marius Poussinga, ein ehemaliger Häftling, der unter Saids Kommando in der OCRB-Einrichtung festgehalten worden war, bezeichnete das Urteil als erste Erleichterung für die Opfer.

„Als erstes ICC-Urteil gegen einen hochrangigen Seleka-Kommandeur stellt das Urteil gegen Mahamat Said Abdel Kani einen sehr wichtigen Schritt im Kampf gegen die Straflosigkeit für schwere Verbrechen in der ZAR dar. Das Urteil ist auch ein Moment, um an die Misshandlungen zu erinnern, die im Land andauern, und an die Notwendigkeit der Unterstützung für transnationale und nationale Justizbemühungen.“

Lewis Mudge

Vertreter der Zivilgesellschaft in der Zentralafrikanischen Republik äußerten unterschiedliche Ansichten über Saids Rang innerhalb der Rebellion. Bruno Hyacinthe Gbiegbia vom Netzwerk der Organisationen zur Förderung und zum Schutz der Menschenrechte stellte in Frage, ob Said ein Hauptführer der Seleka gewesen sei, und argumentierte, dass sich die Justizbemühungen auf die Hauptkommandeure sowohl der Seleka-Koalition als auch der Anti-Balaka-Fraktionen konzentrieren sollten.

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